Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine Virusinfektion, die einen Hautausschlag im Mund, an den Händen und Fußsohlen verursacht. Die Infektion tritt vor allem bei Kindern unter 10 Jahren auf, ist sehr ansteckend und kann in kleinen Epidemien vorkommen.

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Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Es handelt sich um eine Virusinfektion, die mit einem Hautausschlag im Mund, an den Händen und Fußsohlen einhergeht. Die Infektion tritt vor allem bei Kindern unter 10 Jahren auf. Da die Erkrankung hochansteckend ist, kann es zu kleineren Epidemien kommen. Oft stecken sich fast alle Kinder in einer bestimmten Umgebung, beispielsweise im Kindergarten, an. Die Krankheit tritt im Sommer und Herbst gehäuft auf.

Symptome

Die Inkubationszeit, d. h. die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt vier bis sechs Tage. Die Erkrankung führt meist zuerst zu Fieber und anderen Symptomen wie Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit. Daraufhin kommt es zu einem Hautausschlag in Form von kleinen Bläschen, insbesondere an den Handinnenflächen und der Fußsohle. Auch an anderen Stellen des Körpers oder im Mund können sich solche Bläschen entwickeln. Diese sind meist schmerzhaft und können Aufplatzen und dabei kleine Wunden hinterlassen. Die Bläschen verschwinden fast immer innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Ursache

Die Krankheit wird durch Viren verursacht. Meist handelt es sich dabei um Coxsackie-A-Viren, jedoch kann auch das in Europa seltene Humane Enterovirus 71 zu einer Hand-Fuß-Mund-Krankheit führen. Die Übertragung des Krankheitserregers auf andere Personen erfolgt in den meisten Fällen über eine sogenannte Tröpfcheninfektion, d. h. über kleinste Partikel, die beim Husten oder Sprechen in die Luft gelangen.

Erkrankungen, die durch das Humane Enterovirus 71 hervorgerufen wurden, verlaufen schwerer, u. a. mit Durchfall und eventueller Schädigung des zentralen Nervensystems. 1997 und 1998 kam es zu großen Epidemien in Malaysia und Taiwan, die durch EV71 verursacht wurden.

Infektionsrisiko

Ansteckend ist die Krankheit hauptsächlich in der Anfangsphase und während der Bildung der Bläschen. Wenn die Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkannt wird, hat sich die Infektion meist schon weiter ausgebreitet. Kinder müssen daher nicht zwingend über den gesamten Zeitraum zu Hause bleiben, sollten aber die Schule oder den Kindergarten nicht besuchen, solange sie Fieber haben.

Therapie

Die Erkrankung heilt fast immer nach etwa einer Woche ab. Es gibt keine Therapie, die sich direkt gegen das Virus richtet. Die Symptome können jedoch mit fiebersenkenden Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen gelindert werden. Lauwarme oder kalte Getränke können die Beschwerden im Mund lindern.

Gegen das Enterovirus 71 wurde ein Impfstoff in China entwickelt. In westlichen Ländern wird die Impfung jedoch nicht empfohlen, da dieser Erreger hier äußerst selten auftritt.

Prognose

Die Krankheit ist fast immer ungefährlich. Das Fieber geht in der Regel nach zwei bis vier Tagen vorüber. Die Bläschen heilen innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Die Prognose ist insgesamt sehr gut und erkrankte Personen entwickeln eine lebenslange Immunität gegen das Virus, das die Infektion verursacht hat.

Weiterführende Informationen

Quellen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Nervi SJ. Hand-foot-and-mouth disease. Medscape, last updated Sep 02, 2015. emedicine.medscape.com
  2. Wang SM, Liu CC. Enterovirus 71: epidemiology, pathogenesis and management. Expert Rev Anti Infect Ther. 2009 Aug. 7(6):735-42.
  3. Zhu F-C, Meng F-Y, Li J-X, et al. Efficacy, safety, and immunology of an inactivated alum-adjuvant enterovirus 71 vaccine in children in China: a multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet 2013. doi:10.1016/S0140-6736(13)61049-1 DOI
  4. CDC. Diseases and condtions. Hand, Foot & Mouth Disease. Sist revivdert juli 2016 www.cdc.gov