Keuchhusten

Keuchhusten gilt als eine der ansteckendsten Kinderkrankheiten und kann zu starken Hustenattacken führen. Die meisten Kinder werden gegen Keuchhusten geimpft, bevor sie ein Jahr alt sind, allerdings nimmt die Zahl der Fälle von Keuchhusten bei Jugendlichen und Erwachsenen aufgrund des mangelnden Impfschutzes heutzutage zu.

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Keuchhusten – Was ist das?

Keuchhusten ist eine übertragbare Krankheit, die durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufen wird. Das Bakterium siedelt sich meist auf den Schleimhäuten des Rachens und der Lunge an. Es verursacht Schäden an der Schleimhautoberfläche und produziert einen Giftstoff (Toxin), der ebenfalls Irritationen und Schädigungen der Schleimhaut hervorruft.

Die meisten Kinder werden gegen Keuchhusten geimpft, bevor sie ein Jahr alt sind. Aufgrund der Impfung tritt Keuchhusten heute deutlich seltener auf als früher. Trotz hoher Impfquoten (2012 bei Schulanfängern: ca. 95 %) stieg die Häufigkeit von 19 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2010 auf 42 im Jahr 2012 an. Vermutlich ist dies darauf zurückzuführen, dass die Impfung eine kürzere Wirksamkeit hat, als früher angenommen wurde. Die Krankheit tritt in allen Altersgruppen auf, der größte Anstieg wurde jedoch bei Jugendlichen und Erwachsenen verzeichnet.

Wenn Kleinkinder Keuchhusten bekommen, handelt es sich meist um Kinder, die nicht geimpft wurden. Die Impfung bietet jedoch keinen absoluten Schutz. Bei geimpften Personen tritt manchmal eine leichtere Form der Erkrankung mit milderen Symptomen auf.

Symptome

Die Krankheit folgt meist einem typischen, sehr langwierigen Verlauf. Häufig kommt es zunächst zu Erkältungssymptomen wie leichtem Husten, Schnupfen und leichtem Fieber. Nach ein bis zwei Wochen treten Hustenanfälle auf. Ein typischer Keuchhustenanfall ist durch krampfartigen Stakkatohusten gekennzeichnet, der mit einer starken Einatmung endet, die ein „keuchendes“ Geräusch verursacht. Die Hustenattacken können so stark sein, dass das Kind leicht blau im Gesicht wird. Auch Nasenbluten und geplatzte Äderchen im Auge sind keine Seltenheit. Bei sehr vielen Kindern mit Keuchhusten sind die Hustenanfälle nachts am häufigsten und auch am stärksten. Diese Phase der Krankheit dauert meist zwei bis acht Wochen. Anschließend kommt es zu einer Phase von ein bis vier Wochen, in der die Krankheit langsam abklingt. Der Husten wird weniger, kann in manchen Fällen aber auch noch lange Zeit weiterbestehen. Vereinzelte Hustenanfälle können auch noch lange nach dem Abklingen der Erkrankung auftreten.

Bei geimpften Personen nimmt die Krankheit meist einen milderen Verlauf ohne das typische „Keuchen“. Das Krankheitsbild variiert stark und ist u. a. vom Alter der Patienten abhängig: Je jünger das Kind ist, desto schwerer verläuft die Krankheit. Bei Säuglingen unter drei Monaten kann es in Verbindung mit dem Husten zu starker Erschöpfung und schlimmstenfalls einem Atemstillstand kommen.

Ansteckungsgefahr

Der Keuchhusten gilt als eine der ansteckendsten bakteriellen Erkrankungen. Die Ansteckungsgefahr ist zu Beginn der Erkrankung am größten. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann sie über drei Wochen lang übertragen werden. Am häufigsten kommt es zu einer Ansteckung innerhalb der Familie, z. B. durch erkrankte Erwachsene mit nur milden Symptomen. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt sechs bis 20 Tage.

Kindergarten/Schule

Erkrankte Kinder können fünf Tage nach Beginn der Behandlung mit Antibiotika wieder in den Kindergarten oder die Schule gehen, sofern das Kind nicht zu krank ist. Im späten Stadium der Krankheit, d. h. mehr als drei Wochen nach dem Symptombeginn, ist die Ansteckungsgefahr so gering, dass die Kinder wieder in den Kindergarten oder die Schule gehen können.

Diagnose

Bei Verdacht auf Keuchhusten müssen in den meisten Fällen Proben genommen werden, um die Diagnose zu sichern. Hierzu wird mit einem kleinen Wattestäbchen eine Probe aus der Nase genommen. Diese wird zum direkten Nachweis des Bakteriums und Anlage einer Bakterienkultur an ein Labor geschickt. Auch die Entnahme von Blutproben kann sinnvoll sein, um Antikörper im Blut nachzuweisen. Besteht die Erkrankung seit mehr als drei bis vier Wochen, lässt sich das Bakterium nicht mehr direkt nachweisen, sodass der Nachweis von Antikörpern im Blut die einzig mögliche Methode zur Sicherung der Diagnose ist.

Behandlung

Die schwerwiegendsten Folgen hat die Krankheit für Säuglinge. Nicht selten werden Kinder unter zwei Jahren deshalb in ein Krankenhaus eingewiesen, um den Krankheitsverlauf zu beobachten und ggf. Sauerstoff zu verabreichen.

In den meisten Fällen ist eine Einweisung ins Krankenhaus jedoch nicht erforderlich und eine Behandlung mit Antibiotika reicht aus. Abhängig von dem eingesetzten Antibiotikum dauert die Behandlung zwischen sieben und zehn Tagen. Wurde die Behandlung nicht innerhalb der ersten drei Wochen nach dem Einsetzen der Symptome eingeleitet, zeigen Antibiotika keine Wirkung mehr. In solchen Fällen gilt es zu warten, bis das Immunsystem die Infektion selbst eingedämmt hat.

War ein nicht geimpftes Kind unter zwei Jahren dem Keuchhustenerreger ausgesetzt, kann es sinnvoll sein, präventiv – also noch vor dem Ausbruch von Symptomen – Antibiotika zu verabreichen. Neben dem Kind selbst werden dann meist auch die übrigen Personen im Haushalt behandelt.

Impfung

Die Impfung gegen Keuchhusten zählt zu den Standardimpfungen bei Kindern. Der Impfstoff wird im Alter von drei, fünf und zwölf Monaten verabreicht. Da der Impfschutz nach etwa fünf Jahren nachlässt, erfolgt bei Kindern zwischen fünf bis sechs Jahren und zwischen 14–16 Jahren eine Auffrischungsimpfung.

Heute wird auch für Erwachsene alle zehn Jahre eine Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten empfohlen. Dies gilt insbesondere für medizinisches Personal und Personen, die Säuglinge betreuen.

Wie sehen die Langzeitprognosen aus?

Die meisten Fälle von Keuchhusten nehmen in Deutschland heutzutage zum Glück einen milden Verlauf und klingen ohne Behandlung ab. Der Husten kann jedoch über lange Zeit bestehen. Nicht selten kommt es beim Keuchhusten zu begleitenden Erkrankungen wie einer Mittelohrentzündung oder einer Lungenentzündung. In solchen Fällen werden die Kinder oft noch kränker und es sollte erneut ein Arzt aufgesucht werden.

Früher wurde angenommen, dass man nach einem durchgemachten Keuchhusten lebenslang immun ist. Aktuelle Studien belegen jedoch, dass sowohl nach durchgemachter Infektion als auch nach Impfungen nur ein zeitlich begrenzter Schutz besteht.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.
  • Thomas Fühner, PD Dr. med., Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, Hannover

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Keuchhusten (Pertussis). Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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