Mumps

Mumps kann sich mit unterschiedlicher Dauer und Schwere der Erkrankung manifestieren. Viele Betroffene fürchten das Risiko von Komplikationen. Da die meisten Kinder mit dem MMR-Impfstoff (bzw. MMRV-Impfstoff) geimpft werden, ist Mumps heutzutage eine seltene Erkrankung.

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Was ist Mumps?

Das Mumpsvirus führt zu einer Entzündung der Speicheldrüsen. In der Regel ist die Ohrspeicheldrüse betroffen, aber auch andere Speicheldrüsen (Bauchspeicheldrüse und Hoden) können entzündet sein.

Verlauf

Zwei bis drei Wochen nach der Infektion tritt häufig leichtes Fieber über mehrere Tage auf. Danach kommt es zu Schmerzen in den Wangen und beim Kauen. Häufig treten Schwellungen und Schmerzen der Ohrspeicheldrüsen auf. In der Regel beginnen die Beschwerden  einseitig, breiten sich dann aber auf beide Seiten aus. Die Schwellung der Ohrspeicheldrüse verstärkt sich über einige Tage. Es kann auch zu Schwellungen und Schmerzen der Speicheldrüsen unter der Zunge und im Unterkiefer kommen (in 10–15%). Die Speicheldrüsen können bis zu acht Tage geschwollen sein. Bei erwachsenen Männern kann sich die Entzündung auf die Hoden ausweiten.

Die Krankheit verläuft bei jedem Patienten hinsichtlich Schwellung, Dauer und Schwere unterschiedlich. Bei bis zu einem Drittel der Patienten verläuft die Krankheit ohne Drüsenschwellung. In der Regel zeigt die Krankheit mit steigendem Alter einen schwereren Verlauf.

Häufigkeit

Im Jahr 1976 wurde erstmalig von der Ständigen Impfkommission (STIKO) in der Bundesrepublik eine Empfehlung für eine Mumps-Impfung ausgesprochen. Seit 2001 gilt die aktuell bestehende Impfempfehlung für Kinder (1. Dosis im Alter von 11 bis 14 Monaten, 2. Dosis im Alter von 15 bis 23 Monaten).1 Die Impfung erfolgt meistens als Kombinationsimfpung (MMR-Impfstoff, Mumps-Masern-Röteln). Seit Einführung der Schutzimpfung ist die Erkrankung stetig zurückgegangen. Es treten nur vereinzelte Ausbrüche auf. 2015 wurden für Deutschland insgesamt 570 Mumpserkrankungen gemeldet, davon mehr als 250 in Bayern und Nordrhein-Westfalen.2

Ist Mumps gefährlich?

Obwohl das Mumpsvirus zu einer ungefährlichen Krankheit führt, wird eine Impfung gegen Mumps empfohlen. Bei 15–30% der Jungen, bei denen Mumps nach der Pubertät auftritt, kommt es ebenfalls zu einer Hodenentzündung (Orchitis). Die Hodenentzündung, die in 70–85 % der Fälle einseitig auftritt, verursacht Schmerzen und Schwellungen im Hodensack. Sind beide Seiten betroffen, kann es in seltenen Fällen zu Unfruchtbarkeit kommen.

Die häufigste Komplikation ist eine gutartige Form der Hirnhautentzündung (Meningitis), die bei bis zu 60 % der Patienten auftritt. Die Erkrankung tritt in der Regel 4–5 Tage nach der Drüsenschwellung auf. Die Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Erbrechen bzw. Nackensteife. Bei dieser Form der Hirnhautentzündung werden die Patienten vollständig gesund.

Vor der allgemeinen Impfung war Mumps auch eine der Ursachen für einseitige Taubheit.

Therapie

Das Virus, das die Krankheit verursacht, kann nicht abgetötet werden. Die wichtigsten Maßnahmen sind daher die Isolierung des Patienten, um weitere Ansteckung zu vermeiden und körperliche Schonung. Schmerzmittel und fiebersenkende Mittel können erforderlich sein.

Infektionsrisiko

Die Ansteckungsfähigkeit ist 2 Tage vor bis 4 Tage nach Erkrankungsbeginn am größten. Insgesamt kann ein Infizierter 7 Tage vor bis 9 Tage nach Auftreten der Ohrspeicheldrüsenschwellung ansteckend sein. Auch klinisch inapparente Infektionen sind ansteckend. Erkrankte Kinder dürfen die Schule/den Kindergarten in dieser Zeit nicht besuchen. In der Regel bedeutet dies, dass das Kind neun Tage nach der ersten Schwellung wieder in den Kindergarten gehen kann. Sind alle anderen Kinder geimpft, ist der Allgemeinzustand ausschlaggebend dafür, wann das Kind den Kindergarten wieder besuchen kann.

Schwangere

Eine Mumps-Erkrankung während der Schwangerschaft ist nicht mit einer erhöhten Rate an Missbildungen assoziiert. Hinweise auf eine erhöhte Abortrate infolge einer Mumps-Infektion während der ersten 3 Monate wurden bislang nicht bestätigt.

Weiterführende Informationen

  • Mumps – Informationen für ärztliches Personal
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Infos zu Mumps. impfen-info.de

Autoren

  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.

Quellen

Literatur

  1. Robert Koch-Institut. Mumps. Infektionskrankheiten A-Z. Berlin, 2015. www.rki.de
  2. Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 24.12.2016. Ausgabe 42/2016. www.rki.de

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Mumps. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Defendi GL. Mumps. Medscape, last updated Apr 2014. reference.medscape.com
  2. Gupta RK, Best J, MacMahon E. Mumps and the UK epidemic 2005. BMJ 2005; 330: 1132-5. www.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Robert-Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin Nr.31/2012 www.rki.de
  4. Robert-Koch-Institut. RKI-Ratgeber für Ärzte: Mumps. Zugriff 7.1.2017 www.rki.de
  5. Gupta RK, Best J, MacMahon E. Mumps and the UK epidemic 2005. BMJ 2005; 330:1132. www.ncbi.nlm.nih.gov
  6. Gesellschaft für Virologie. Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen. AWMF-Leitlinie Nr. 093-001. Stand 2014 www.awmf.org
  7. Dejucq N, Jegou B. Viruses in the mammalian male genital tract and their effects on the reproductive system. Microbiol Mol Biol Rev 2001; 65: 208-31. www.ncbi.nlm.nih.gov