Außendrehung des Unterschenkels (Auswärtsgang)

Der Auswärtsgang ist bei Kindern über zwei Jahren weniger verbreitet als der Einwärtsgang. Eine mögliche Ursache der Fehlstellung besteht darin, dass der Unterschenkel nach außen verdreht ist. Dies ist wahrscheinlich auf eine Schieflage des Unterschenkels im Mutterleib zurückzuführen.

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Auswärtsgang

Der Auswärtsgang ist bei Kindern über zwei Jahren weniger verbreitet als der Einwärtsgang. Eine mögliche Ursache der Fehlstellung besteht darin, dass der Unterschenkel nach außen verdreht ist. Dies ist wahrscheinlich auf eine Schieflage des Unterschenkels im Mutterleib zurückzuführen.

Die Fehlstellung tritt oft einseitig und gehäuft am rechten Unterschenkel auf. Am stärksten ausgeprägt ist sie in der Regel im Alter von vier bis sieben Jahren.

Diagnostik

Der Auswärtsgang tritt häufig einseitig auf. Wenn die Kniescheibe beim Gehen gerade nach vorn weist, kann eine Beteiligung des Oberschenkelknochens ausgeschlossen werden.

Therapie

In den allermeisten Fällen wächst sich die Fehlstellung von selbst aus. Vereinzelt kommt es jedoch mit zunehmendem Wachstum zu einer stärkeren Ausprägung. Bei besonders schweren Fehlstellungen und starken Beschwerden (z. B. instabiles Kniegelenk) kommt ggf. eine Operation infrage.

Eine nicht-operative, also konservative Behandlung scheint keine Wirkung zu haben.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Tibiatorsion, Beinfehlstellungen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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