Weckapparat bei nächtlichem Einnässen

Als Enuresis wird Einnässen bezeichnet, also unabsichtliches Wasserlassen (Harninkontinenz) am Tage oder während der Nacht. Den Begriff Enuresis verwenden Ärzte hauptsächlich für diese Symptome bei Kindern.

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Was ist Enuresis?

Der Begriff Enuresis wird oft als Synonym für Bettnässen verwendet (Enuresis nocturna), der Fachbegriff ist Harninkontinenz. Bei einer Harninkontinenz tagsüber spricht man von Enuresis diurna. Die meisten Kinder brauchen zwischen 2 und 4 Jahren keine Windeln mehr, meist sind sie zunächst tagsüber, dann auch nachts trocken. Von einer Enuresis spricht man erst ab einem Alter von 5 Jahren. Bevor das Kind dieses Alter erreicht, sind die Steuerungsmechanismen zwischen Gehirn und Niere/Harnblase oft noch nicht ausgereift; daher ist Einnässen bis zu diesem Alter keine Störung/Krankheit.

Im Kleinkindalter ist Enuresis in erster Linie ein praktisches Problem, vor allem für die Eltern. Beim Erreichen des Schulalters wird es auch für das Kind zum sozialen oder auch psychischen Problem. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die bei harninkontinenten Kindern zunächst über etwa 3 Monate versucht werden sollten (Enuresis). Sind diese nicht effektiv, sind Weckgeräte zu empfehlen, wenn das Kind nachts einnässt.

Warngerät

Ein Warngerät ist eine effektive, einfache und bei den meisten Kindern erfolgreiche Methode zur Behandlung der Beschwerden. Alarmgeräte können sinnvoll bereits ab einem Alter von 5 Jahren eingesetzt werden. Allerdings sollte das Kind motiviert dazu und einem solchen Training gegenüber positiv eingestellt sein; dies ist oft erst bei 7-jährigen Kindern wirklich gegeben.

Es gibt zwei Haupttypen von Alarmgeräten: eine Alarmmatte für das Bett oder einen Mini-Alarm, den das Kind in der Unterhose trägt. Die Geräte sind sehr feuchtigkeitsempfindlich und geben einen scharfen Ton ab oder vibrieren, sobald sie nass werden. Man will dem Kind damit beibringen, bei diesem Klang den eigenen Harndrang wahrzunehmen und schnell zur Toilette zu gehen oder aufzuwachen, bevor es zu spät ist. Bei einigen Modellen sind Lautstärke und Tonhöhe einstellbar. Ein Vorteil des Vibrationsalarms ist, dass beim Auslösen nicht die ganze Familie aufwachen muss.

Behandlungsdauer

Eine Alarmmatte sollte mindestens 8 Wochen lang verwendet werden. Die Wirkung zeigt sich in der Regel innerhalb der ersten 5–8 Wochen und die Behandlung sollte danach etwa 4 Wochen fortgesetzt werden. Wenn das Verfahren für das Kind nach 16 Wochen noch keine Wirkung gezeigt hat, sollte man die Behandlung abbrechen und möglicherweise später erneut versuchen. Der Kinderarzt kann in solchen Fällen auch weitere alternative Therapiemethoden anbieten.

Ziel der Behandlung

Die Behandlung ist nach einer Anwendung von 5–8 Wochen bei 50–80 % der Kinder erfolgreich. Einige Kinder bekommen nach Abschluss der Behandlung allerdings Rückfälle; dann kann ein erneuter Versuch sinnvoll sein. Das Rückfallrisiko wird verringert, wenn man die Kinder veranlasst, für mindestens weitere 4 Wochen Tagebuchnotizen zu führen, um trockene Nächte zu dokumentieren.

Empfehlung

Einige Kinder wachen vom Alarm nicht auf. Andere können wiederum erschrecken. Es kann vorteilhaft sein, wenn in den ersten Nächten ein Elternteil im Kinderzimmer schläft und das Kind bei Alarmauslösung weckt. Das Kind muss den Alarm selbst abschalten.

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Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen