Mundpflege

Eine gute Mundgesundheit ist für Ihr Wohlbefinden wichtig. Bei einer längeren Krankheit kann die Mundgesundheit Schaden nehmen.

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Eine gute Mundgesundheit ist für Ihr Wohlbefinden wichtig. Bei einer längeren Krankheit kann die Mundgesundheit Schaden nehmen. Dies kann das Ergebnis sowohl der Krankheit selbst als auch der Behandlung sein, die Sie erhalten. Zudem können den Mundbeschwerden andere Ursachen zugrunde liegen. Trockenheit und Infektionen mit Pilzen und Bakterien in der Mundschleimhaut können zu Sprech- und Schluckbeschwerden, schlechtem Geschmack im Mund, eingeschränktem Geschmackssinn, Appetitlosigkeit, schlechtem Mundgeruch und Zahnkaries führen. Die Mundschleimhaut kann wund und schmerzhaft sein. Neben den Beschwerden ist es außerdem möglicherweise schwierig, eine gute Mundhygiene durchzuführen. Hier sollen kurz einige Tipps angeführt werden, mit denen Sie Ihre Mundpflege verbessern können. Eine Erläuterung zu Beschwerden im Mundbereich wie Mundtrockenheit sowie Diagnostik und Therapie von Mundbeschwerden bei schwer erkrankten Patienten finden Sie unter „Mundbeschwerden, Palliativmedizin“.

Mundpflegeset

Ein gutes Mundpflegeset kan Folgendes zur Bewahrung einer guten Mundgesundheit enthalten:

  • eine weiche Zahnbürste
  • Zahnpasta mit mildem Wirkstoff
  • Lutschtabletten mit Xylitol und Fluor
  • ein beruhigendes Gel für die Mundschleimhaut
  • zuckerfreies Kaugummi
  • Lippenbalsam

Weitere Tipps für eine gute Mundpflege

Seien Sie vorsichtig bei zuckerhaltigen Getränken, Bonbons, Pastillen und anderen Süßigkeiten. Viel Zucker erhöht das Risiko von Mundtrockenheit und Karies.

Trinken Sie reichlich, aber denken Sie auch an den Salzhaushalt des Körpers: Trinken Sie auch salzhaltige Getränke wie z. B. Mineralwasser und Sportgetränke.

Um die Speichelproduktion anzuregen, können Sie Eiswürfel lutschen, Ananas, gefrorene Beeren oder Vitamin-C-Kautabletten kauen oder Wasser mit einem Spritzer Zitronensaft trinken.

Es wird außerdem eine regelmäßige Mundspülung mit lauwarmem Salzwasser empfohlen (9 g Tafelsalz (= 1 EL) auf 1 l Wasser).

Falls die Beschwerden nicht weniger werden, Sie trotz guter Mundpflege unter zunehmender Reizung und Belägen auf der Mundschleimhaut leiden, sollten Sie nicht zögern sich an medizinisches Personal zu wenden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Orale Beschwerden, palliative Behandlung. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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