Was ist Palliativmedizin?

Mit Palliativmedizin wird die Behandlung zur Linderung der Beschwerden bei Patienten bezeichnet, die unheilbar erkrankt sind.

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"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

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Definition

Palliativmedizin1-2 verfolgt den Ansatz, die Lebensqualität von Patienten und ihren Angehörigen zu verbessern, die mit Beschwerden infolge einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Palliativmedizin ist ein spezielles Fachgebiet, zu dem Behandlung und Forschung sowie Kompetenzerweiterung in Bezug auf Patienten mit unheilbaren Erkrankungen und voraussichtlich kurzer Lebenserwartung zählen.

Die Palliativbehandlung betrifft traditionell Patienten mit einer Krebserkrankung. Aber auch in anderen Fällen wie beispielsweise bei Vorliegen einer neurodegenerativen Erkrankung sowie schweren Herz- und Lungenkrankheiten können die entsprechenden Behandlungsprinzipien gelten.

Ziel der palliativen Behandlung

Das Ziel einer jeden palliativen Behandlung ist die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Angehörigen. Diagnose und Behandlung hängen davon ab, wie weit der Krankheitsverlauf fortgeschritten ist. Während der palliativen Phase des Krankheitsverlaufes wird der Arzt versuchen, gemeinsam mit dem Patienten den gewünschten Behandlungseffekt zu erreichen, ohne dass es aufgrund intensiver diagnostischer Auswirkungen und Arzneimittelnebenwirkungen zu einer Verschlechterung der Lebensqualität kommt. Eine sorgfältige Auswertung der Symptome und Beschwerden des Patienten muss der symptomatischen Behandlung stets vorausgehen. Darüber hinaus müssen regelmäßige Kontrollen fortgesetzt werden. Ärzte und Pflegepersonal machen sich ein Bild vom Ausmaß und Schweregrad der Symptome vor und nach Behandlungsbeginn und erfassen etwaige Nebenwirkungen.

Zusammenarbeit

Patienten mit einer unheilbaren Krankheit und voraussichtlich kurzer Lebenserwartung leiden oft an zahlreichen Beschwerden. Aufgrund der komplexen Herausforderungen sollte das Behandlungsteam aus unterschiedlichen Berufsgruppen (Ärzte, Pflegepersonal, Psychologen, Physiotherapeuten usw.) bestehen, um Patienten und ihren Angehörigen die bestmögliche Hilfe zukommen zu lassen. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen medizinischen Fachrichtungen ist häufig unverzichtbar. Den Angehörigen sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, sich an der Pflege des Patienten zu beteiligen, wenn sie dies wünschen. Damit dies reibungslos gelingt, sollten Ärzte und Pflegepersonal im Gespräch mit Patienten und Angehörigen Fingerspitzengefühl an den Tag legen.

Forschungsbasiertes Wissen

Die Empfehlungen zu unterschiedlichen Behandlungsmaßnahmen stützen sich teils auf Forschungsergebnisse und teils auf Erfahrungen, die aus der Behandlung von Patienten mit Krebs und anderen unheilbaren Krankheiten resultieren.

Palliativtherapie bei weit fortgeschrittener Krebserkrankung

Weitere Informationen

Literatur

  1. Leitlinienprogramm Onkologie. Patientenleitlinie Palliativmedizin für Patientinnen und Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung. Berlin 2015. www.awmf.org
  2. Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin. Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung. AWMF-Leitlinie Nr. 128-001OL, Stand 2015 www.awmf.org

Autoren

  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg