Chronische Rückenschmerzen (chronischer Kreuzschmerz)

Zusammenfassung

  • Definition:Rückenschmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich (unterhalb des Rippenbogens), die mehr als 3 Monate anhalten.
  • Häufigkeit:Bis zu 80 % der Bevölkerung sind in ihrem Leben einmal oder mehrmals von Rückenschmerzen betroffen. Etwa 5 % der Bevölkerung, mit steigender Tendenz, klagen über chronische Rückenbeschwerden.
  • Symptome:Hauptsymptom: Schmerzen im unteren Rücken. Meistens (90 %) handelt es sich um unspezifische Kreuzschmerzen ohne erkennbare Ursache. Bestimmte Symptome können auf eine schwerwiegende Grunderkrankung hindeuten.
  • Befunde:Unterschiedliche Befunde je nach Ursache und Schmerzgrad, z. B. eingeschränkte Beweglichkeit in allen Ebenen, verhärtete Muskulatur und Druckempfindlichkeit sowohl über den Rückenwirbeln als auch über der paravertebralen Muskulatur, ggf. Fehlhaltung der Lendenwirbelsäule, Wirbel- oder ISG-Blockierungen.
  • Diagnostik:Sofern keine Red Flags (Alarmsymptome auf abwendbar gefährliche Verläufe) vorliegen und eine Basisabklärung durchgeführt wurde, sind ergänzende Untersuchungen in der Regel nicht erforderlich. Die Korrelation von Befunden in der Bildgebung (Röntgen, MRT, CT) und der klinischen Symptomatik ist gering. Die Erfassung von psychosozialen Begleitumständen ist wichtig.
  • Therapie:Zielt hauptsächlich darauf ab, trotz Schmerzen die normale Aktivität bzw. die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Beim chronischem Rückenschmerz ist eine multimodale (Schmerz-)Therapie anzustreben. Psychosoziale Faktoren, die zu einer Chronifizierung beitragen können, sind unbedingt zu berücksichtigen. 

Allgemeine Informationen

Definition

  • Da es im Deutschen kein dem Begriff Low Back Pain entsprechendes Äquivalent gibt, wird in den Leitlinien der Begriff Kreuzschmerz zur Abgrenzung von Schmerzen in der Brust- oder Halswirbelsäule verwendet.
  • Kreuzschmerzen sind definiert als Schmerzen unterhalb des Rippenbogens und oberhalb der Gesäßfalte, mit oder ohne Ausstrahlung. Begleitend können weitere Beschwerden vorhanden sein.1
    • Dem Verständnis eines biopsychosozialen Krankheitsmodells entsprechend, sind bei nichtspezifischen Kreuzschmerzen neben somatischen (z. B. Prädisposition, Funktionsfähigkeit) auch psychische (z. B. Problemlösekompetenz, Selbstwirksamkeitserwartung) und soziale Faktoren (z. B. soziale Netze, Versorgungsstatus, Arbeitsplatz) bei Krankheitsentstehung und -fortdauer relevant und entsprechend auch bei Diagnostik und Therapie zu berücksichtigen. 
  • Die Klassifikation der Kreuzschmerzen kann nach Ursache, Dauer, Schweregrad und Chronifizierungsstadium erfolgen.
    • akute Schmerzen im unteren Rücken (Lumbago)
      • kürzer als 6 Wochen anhaltend
      • Häufig sind auch Gesäß und Oberschenkel betroffen.
      • Die Schmerzen können so intensiv sein, dass sie zur völligen Bewegungsunfähigkeit und Steifigkeit des Rückens führen (Lumbalgie/„Hexenschuss").
      • Strahlen die Schmerzen nach unten in ein Bein oder in beide Beine aus, deutet dies auf eine akute Ischialgie („Ischias") hin.
    • subakute Rückenschmerzen
      • anhaltende Rückenschmerzen
    • chronische Rückenschmerzen
      • Schmerzen im unteren Rücken, mit oder ohne Ausstrahlung, die länger als 12 Wochen anhalten.
      • Psychosoziale Faktoren haben bei chronischen Rückenschmerzen einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung und Prognose.1

Diagnostik

Therapie

Prävention

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen

Illustrationen