Pes-anserinus-Syndrom

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Entzündung eines Sehnenansatzes, der im anteromedialen Bereich des Schienbeins etwas unterhalb des Kniegelenks liegt. Die Erkrankung wird durch eine Überbelastung des Sehnenansatzes verursacht.

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Was ist das Pes-anserinus-Syndrom?

Tendinopathie ist der medizinische Fachausdruck für eine Sehnenentzündung. Pes anserinus ist der Name einer Sehne, die durch die Sehnen der drei Muskeln Musculus gracilis, Musculus sartorius und Musculus semitendinosus an der Rückseite des Oberschenkels gebildet wird. Die Sehnen dieser drei Muskeln vereinen sich zu einer gemeinsamen Sehne, die sich im anteromedialen Bereich des Schienbeins etwas unterhalb des Knies befindet. Das Pes-anserinus-Syndrom bezeichnet somit eine Sehnenentzündung in dieser Sehne und in ihrem Knochenansatz.

Der Zustand kommt bei Personen mittleren oder gehobenen Alters häufig vor, tritt aber auch bei jungen Athleten auf. Die Ursache einer solchen Entzündung sind oft akute Verletzungen, schwere Überbelastung, Distorsionen oder anhaltende wiederholte Belastungen.

Symptome

Die Symptome sind schmerzhafte Beschwerden an der Innenseite des Unterschenkels etwas unterhalb des Knies. Die Schmerzen verschlimmern sich durch Treppensteigen oder durch Hockstellung, oder nach Laufen und Springen. Die Beschwerden lassen im Ruhezustand nach, aber sie kehren durch erneute Belastung schnell zurück. Der betroffene Bereich ist oft berührungsempfindlich.

Diagnostik

Die Diagnose wird auf der Grundlage der typisch beschriebenen Symptome gestellt. Normalerweise können Ärzte diese Diagnose ohne zusätzlich erforderliche Untersuchungen stellen.

Behandlung

Die Betroffenen können einiges selber unternehmen, um den Zustand zu verbessern. Gönnen Sie der Sehne Ruhe und Schonung. Suchen Sie nach alternativen Aktivitäten, die keine Schmerzen auslösen. Vermeiden Sie Aktivitäten, die die Knie belasten, d. h. Aktivitäten, die dazu führen, dass die Schmerzen erneut einsetzen. Wenn Sie die Sehne überbelasten und einen Rückfall erleiden, ist es empfehlenswert, den Sehnenansatz nach der Aktivität zu kühlen – eine 20-minütige Kältekompresse kann wirksam sein. Das Dehnen der Muskeln an der Rückseite des Oberschenkels hat auch eine positive Wirkung.

Zusätzlich zu einer solchen Eigenbehandlung gibt es entzündungshemmende Medikamente (nicht-steroidale Antirheumatika, NSAR), die die Ärzte verschreiben können.

Prognose

Die meisten Patienten erfahren mit Geduld und einer gewissen Trainingsumstellung eine vollständige Heilung.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Pes-anserinus-Tendopathie. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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