Tietze-Syndrom

Das Tietze-Syndrom ist eine Entzündung der Rippenknorpel, die zu Schmerzen in dem entzündeten Bereich führt. Knorpel und Knochen schwellen schmerzhaft an.

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Was ist das Tietze-Syndrom?

Das Tietze-Syndrom wird auch als Chondroosteopathia costalis bezeichnet. Eine Rippe (lat. Costa) besteht größtenteils aus Knochen. An der Vorderseite zum Brustbein hin besteht jedoch ein kleiner Teil aus Knorpel (griech. Chondros). Damit wird also ein Entzündungsgeschehen am Übergang zwischen Knorpel und Knochen in einer oder mehreren Rippen beschrieben, das Schmerzen und Schwellungen verursacht. Die Erkrankung ist harmlos und heilt von selbst aus.

Das Tietze-Syndrom ist selten und betrifft vor allem Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Die Ursache ist unbekannt. Vermutlich tritt die Erkrankung häufig infolge kleiner Verletzungen oder Infektionen der Atemwege auf.

Symptome

Die Entzündung verursacht Schmerzen im entzündeten Bereich. Knorpel und Knochen schwellen schmerzhaft an. Die Rippen bewegen sich bei der Atmung, beim Husten oder Niesen, und immer dann, wenn der Körper in Bewegung ist. Die Schmerzen werden durch Bewegung ausgelöst und in vielen Fällen als intensive und kurzdauernde Attacken empfunden. Bei anderen Gelegenheiten können die Schmerzen mehr chronischer Natur sein, wobei die Schmerzen im entzündeten Bereich kontinuierlich bestehen. Tiefe Atemzüge, Husten oder Niesen können zu einer Verschlimmerung der Schmerzen beitragen, und gelegentlich strahlen sie in Arm oder Schulter aus.

In der Regel sind nur ein oder zwei Rippen betroffen. Meistens sind die Veränderungen an der 2. oder 3. Rippe von oben lokalisiert.

Diagnostik

Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte und der ärztlichen Untersuchung gestellt. Die Schmerzen gehen von den Rippen an der Vorderseite des Brustkorbs aus, und normalerweise findet man eine schmerzhafte Schwellung in dem betroffenen Bereich.

Andere Ursachen für die Beschwerden sollten ausgeschlossen werden.

Therapie

Therapieziele sind die Linderung der Schmerzen und der Entzündung; ansonsten kann abgewartet werden, bis die Beschwerden von allein abklingen. Es gibt Medikamente, sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), die sowohl schmerzstillend als auch entzündungshemmend wirken. Sie sind kurzzeitig bei starken Schmerzen hilfreich. Auch warme Umschläge können helfen.

Prognose

Das Tietze-Syndrom kann akut oder chronisch verlaufen. In den meisten Fällen klingen die Symptome nach 1–2 Wochen von selbst ab.

Weitere Informationen

Illustrationen

Brustmuskulatur
Brustmuskulatur

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Tietze-Syndrom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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  2. Tietze, A. Über eine eigenartige Häufung von Fällen mit Dystrophie der Rippenknorpel . Berlin Klin Wschr 1921; 58: 829-831. PubMed
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