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Achillessehnenentzündung

Eine Entzündung der Achillessehne tritt in erster Linie bei Athleten, Freizeitsportlern und älteren Personen auf. Eine häufige Beschwerde sind brennende Schmerzen und Steifigkeit 2–6 cm oberhalb des Fersenbeins.

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Was ist eine Achillessehnenentzündung?

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Eine Entzündung der Achillessehne (Tendinopathie) ist eine Entzündung und eine daraus allmählich hervorgehende degenerative Veränderung der Sehne und manchmal auch des umgebenden Gewebes. Die Achillessehne ist die Sehne des großen Wadenmuskels (M. gastrocnemius und M. soleus) auf der Rückseite des Unterschenkels; sie verbindet das untere Ende der Muskeln mit dem Fersenbein. Die Sehne lässt sich als ein dicker Strang etwas oberhalb des Fersenbeins sehen und tasten.

Wahrscheinlich sind die ersten Symptome auf eine leichte Verletzung in der Sehne und auf eine vorübergehende Entzündung zurückzuführen. Allmählich verursachen die degenerativen Veränderungen und kleinen Risse (Mikrorisse) in der Sehne jedoch anhaltende Beschwerden und eine chronische Entzündung. Oft werden auch Veränderungen im Gewebe rund um die Sehne entdeckt.

Man unterscheidet eine Entzündung am unteren Ansatz der Sehne, im mittleren Abschnitt (am häufigsten) und in der Sehne sowie dem umgebenden Gewebe.

Eine Achillessehnenentzündung entwickelt sich im Allgemeinen bei etwa 2 von 1.000 Personen und wird am häufigsten bei Athleten, Freizeitsportlern mittleren Alters und älteren (trainierenden) Menschen gesehen. Etwa 9 % der Sportler entwickeln eine solche Sehnenentzündung (Tendinitis). Läufer sind besonders gefährdet, vor allem wenn sie plötzlich auf anderem Untergrund (sehr hartem Boden) laufen, ungeeignete Schuhe tragen, sich nicht richtig aufwärmen und/oder bei sehr kalten Temperaturen trainieren.

Ursachen

Eine Sehnenentzündung wird oft durch langanhaltende Belastung verursacht. Im Laufe der Zeit entstehen kleine Risse in der Sehne, die mikroskopisch kleine Blutungen verursachen. Das Blut verursacht Irritationen, und es entsteht eine Entzündung (Inflammation).

Die Entzündung wird demnach nicht durch Bakterien und Viren verursacht. Es handelt sich um eine sterile Entzündung infolge von Überbelastung.

Das Risiko, eine Entzündung und degenerative Veränderungen an und in der Nähe der Achillessehne zu entwickeln, steigt mit dem Alter. Mit zunehmenden Alter verringert sich die Festigkeit des Sehnengewebes, sodass es anfälliger wird für Verletzungen. Laufen beansprucht die Achillessehne, und häufiges Laufen auf hartem Boden und mit ungeeigneten Schuhen ist ein zusätzliches Risiko.

Auch eine Fehlstellung des Fußes kann eine ständige Beanspruchung der Achillessehne darstellen. So haben Patienten mit Plattfüßen ein erhöhtes Risiko, weil durch die Fehlstellung die inneren Fasern der Achillessehne vermehrt angespannt und belastet sind. Mit der Zeit kann dies zu degenerativen Veränderungen führen.

Symptome

Das Hauptsymptom bei einer Entzündung in oder um die Achillessehne sind Schmerzen in Bereich der Sehne und der Ferse. Die Schmerzen entstehen zunächst nur bei Belastung, z. B. beim Laufen. Während des Trainings lassen sie oft nach, nur um sich anschließend zu verschlimmern. Eine Steifigkeit in diesem Bereich hält Stunden bis Tage nach einer Trainingseinheit an, auch im Ruhezustand. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung halten auch die Schmerzen im Ruhezustand an.

Diagnostik

Wie sind die Schmerzen entstanden? Welchen Belastungen sind Ihre Füße ausgesetzt? Machen Sie viel Sport? Wie trainieren Sie? Dies sind Beispiele für Fragen, die die Ärzte stellen, um die Ursache der Beschwerden herauszufinden. Die Ärzte untersuchen auch die Ferse und die Achillessehne selbst sorgfältig. Sie prüfen außerdem, ob aufgrund einer Fehlstellung des Fußes eine Prädisposition für solche Beschwerden vorliegt.

Laboruntersuchungen werden nicht empfohlen, und bildgebende Verfahren meistens auch nicht. In Ausnahmefällen sind eine Sonografie und evtl. eine Magnetresonanztomografie (MRT) hilfreich.

Behandlung

Die Dehnung der Wadenmuskulatur, alternative Sportarten und eventuell die Einnahme entzündungshemmender Medikamente (NSAR) reichen oft aus, damit die Entzündung ausheilt . Eine 0,5–2 cm dicke Einlegesohle im Fersenbereich der Schuhe kann die Sehne entlasten und somit etwas Linderung verschaffen. Die Sohle sollte nur für ein paar Tage oder bis zu einigen Wochen verwendet werden.

NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Sie sind als kurzfristige Therapie oft sehr hilfreich, sollten aber in der Regel nicht längerfristig verwendet werden. Kortikosteroid-Injektionen haben ebenfalls eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung; wegen der Nebenwirkungen und Komplikationen wird diese Therapie bei Achillessehnenentzündung jedoch in der Regel oft kritisch gesehen. Das Risiko der Kortisoninjektionen ist, dass sie die Achillessehne schwächen und das Risiko eines Sehnenrisses (Sehnenruptur) noch erhöhen können, wenn sie nicht ganz korrekt erfolgen.

Eine von Physiotherapeuten empfohlene Trainingsbehandlung mit speziellen Übungen ist oft sehr wirksam. Eine sogenannte Stoßwellentherapie mit maximal 5 Anwendungen hat sich ebenfalls als effektiv erwiesen, auch in Kombination mit dem Dehnungstraining. Bei langanhaltenden Beschwerden kann eine Fersenoperation empfehlenswert sein.

Dehnungsübungen

Einfache Übungen, die die Muskeln und die Sehne strecken und verlängern, erzielen gute Ergebnisse. Die Übungen sollten regelmäßig, d. h. 2-mal täglich an 7 Tagen in der Woche über mindestens 3 Monate lang mit allmählich steigender Belastung durchgeführt werden. Die Dehnungsübungen können im Stehen auf einer Treppe ausgeführt werden, wobei die Fersen über den Stufenrand herausragen. Die Ferse wird zunächst abgesenkt; dann sollten Sie sich auf die Zehen stellen und beide Bewegungen abwechseln. Die Übungen sollten langsam ausgeführt werden. Jede Dehnung sollte 20–30 Sekunden lang andauern und mehrfach wiederholt werden.

Grundsätzlich ist es wichtig, sich vor dem Sport ausreichend aufzuwärmen und anschließend alle beanspruchten Muskeln und Sehnen wirksam zu dehnen. 

Operation

Eine Operation wird bei einer chronischen Achillessehnenentzündung in Erwägung gezogen, wenn eine konservative Behandlung nicht erfolgreich war und es für die betroffenen Patienten wichtig ist, ihre sportliche Aktivität fortzusetzen. Nach der Operation wird eine 6-monatige Rehabilitation empfohlen.

Die Operation beinhaltet eine Entfernung der Sehnenverwachsungen mit der umliegenden Sehnenscheide. Der Operation folgt erst ein kurzer Zeitraum mit passiven Bewegungen und anschließend über eine Periode von 2–3 Wochen lang ein Training mit steigender Gewichtsbelastung und Kräftigungsübungen. Grundsätzlich sollte die Sehne etwa 2 Wochen nur teilbelastet werden. Sobald Sie sich schmerzfrei bewegen können, sollten Sie z. B. mit Radfahren und Treppensteigen beginnen. Mit dem Sport können Sie je nach Verlauf der Operation, Heilungsverlauf und Sportart 6 Wochen beginnen; Leistungssport kann aber auch erst nach 18 Monaten wieder möglich sein. Hier wird der Arzt/die Ärztin Sie individuell beraten.

Prognose

Die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Heilung ist gut. Bei Entlastung verbessert sich der Zustand meist innerhalb einiger Tage oder Wochen. Die Rehabilitation kann aber oft mehrere Monate dauern.

In Einzelfällen können Komplikationen in Form von chronischen Beschwerden auftreten. In seltenen Fällen kann infolge einer geschwächten Sehne auch eine Achillessehnenruptur entstehen.

Weitere Informationen

Illustrationen

Achillessehnenentzündung
Achillessehnenentzündung

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Achillessehnen-Tendopathie. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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