Haglund-Ferse

Eine abweichende Form des Fersenbeins kann zu Schmerzen und Entzündungen des Schleimbeutels, der zwischen dem Knochen und der Sehne liegt, führen.

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Was ist eine Haglund-Ferse?

Bei manchen Personen ist der obere/hintere Teil des Fersenbeins spitzer und ragt weiter heraus als üblich. Infolgedessen entsteht zwischen dem Knochen und der Achillessehne, die hinter dem Fersenbein verläuft, ein Engpass. Dadurch kommt es leichter zu Druck und Belastung der Weichteile, was Empfindlichkeit, Irritationen und Schwellungen in dem Bereich verursachen kann. Zwischen dem Fersenbein und der Achillessehne gibt es einen kleinen Schleimbeutel, der als eine Art Stoßdämpfer in dem Bereich dienen soll. Dieser Schleimbeutel ist oft gereizt und entzündet und schwillt an (Bursitis).

Die Schmerzen und die Schwellung werden durch eine langanhaltende Irritation verursacht, weil die Haut, der Schleimbeutel und die Sehnenstrukturen gegen den herausragenden Fersenknochen gedrückt werden. In den meisten Fällen werden diese Beschwerden durch den Druck und die Irritation von Schuhen mit einer harten Fersenkappe ausgelöst. Wenn der Druck und die Irritation lange anhalten, können alle Weichteile in dem Bereich anschwellen, so dass eine sichtbare Beule entsteht.

Dieser Zustand tritt bei Personen auf, die hochhackige Schuhe mit einer engen oder harten Fersenkappe tragen. Auch viele Freizeit- und Aktivsportler sind davon betroffen.

Diagnose

Die Diagnose ist oft leicht zu stellen. Meistens halten die Symptome bereits lange an und verschlimmern sich durch das Tragen einfacher Schuhe oder bei länger andauernden Belastungen wie Laufen. Die Schmerzen treten häufig nach einer Belastung auf und lassen im Ruhezustand allmählich nach. Nach einer Weile kann der Zustand so schmerzhaft werden, dass Laufen oder eine normale Fußbelastung nicht mehr möglich sind. In den meisten Fällen wird der Bereich allmählich rot und schwillt an. An der Ferse lässt sich der herausragende obere Teil des Fersenbeins erkennen. Der Bereich ist auch sehr empfindlich, wenn im Rahmen der Untersuchung Druck auf ihn ausgeübt wird. Eine Röntgenuntersuchung bestätigt, dass eine Abweichung vom oberen Teil des Fersenbeins vorliegt.

Behandlung

Der Zustand ist harmlos und heilt meistens spontan aus, wenn der Bereich entlastet wird. Am wichtigsten ist es, Schuhe zu tragen, die nicht hart oder eng sind und nicht gegen die Ferse drücken. Betroffenen wird empfohlen, vor allem auf Joggen zu verzichten und alternative Sportartarten wie Radfahren, Schwimmen, o. Ä-.zu betreiben. Eine kleine Einlegesohle unter der Ferse kann sehr hilfreich sein. Eventuell können Schaumgummi- oder Filzeinlagen in den Schuhen die Ferse entlasten und schützen.
Dehnungen der Achillessehne erhöhen den Druck in dem Bereich und verschlimmern nur den Zustand. Eine Kortisoninjektion wird nicht empfohlen.

Bei langanhaltenden Beschwerden kann eine chirurgische Behandlung empfehlenswert sein. Dabei wird das entzündete und überschüssige Gewebe entfernt, und der am weitesten herausragende Teil des Knochens wird weggemeißelt. Die Aussichten für eine Verbesserung sind dann gut, aber die Rekonvaleszenz kann lange dauern.

Weiterführende Informationen

Illustrationen

Sprunggelenk mit Ligamenten: Rückansicht
Sprunggelenk mit Ligamenten: Rückansicht

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Haglund-Ferse. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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