Sinus-tarsi-Syndrom

Hierbei handelt es sich um eine chronische Schmerzerkrankung entlang der Außenseite des Fußes, die durch eine Beschädigung der Bänder im Sprunggelenk nach einer oder mehreren starken Überdehnungen verursacht wird. Die meisten Betroffenen genesen wieder ohne Operation.

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Was ist das Sinus-tarsi-Syndrom?

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Der Sinus tarsi ist ein tunnelförmiger Kanal, der sich vor und unterhalb des Außenknöchels befindet und diagonal zwischen dem Sprungbein (Talus) und dem Fersenbein (Kalkaneus) verläuft. Im Kanal gibt es mehrere Bänder, die wichtig für die Stabilität des Sprunggelenks sind.

Bei dem Sinus-tarsi-Syndrom liegt eine Entzündung der Gelenkmembran (Synovitis) in dem vorderen Gelenk zwischen den zwei genannten Knochen (Articulatio subtalaris) vor. Die Erkrankung ist durch Schmerzen an der Außenseite des Fußes, lokale Schmerzen bei Druck auf den Sinus tarsi und ein gelegentlich instabiles Sprunggelenk gekennzeichnet.

Die Erkrankung ist relativ selten, aber bei Sportlern doch häufig. In einer Studie mit 639 Patienten mit verstauchtem Knöchel war der Sinus tarsi bei 14 % der Fälle beteiligt. Die meisten Patienten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Ursachen

Synovitis im Subtalargelenk kann bei Patienten mit Gicht oder Arthritis auftreten, aber bei jungen Sportlern ist die Erkrankung eine chronische Komplikation zu schweren oder wiederholten äußeren (lateralen) Sprunggelenksversteifungen. Die Erkrankung wird in der Regel von einem früheren Sprunggelenkstrauma mit Schäden an den Bändern im Sinus tarsi verursacht.

Symptome

Der Patient empfindet diffuse Schmerzen und Schwellungen an der Außenseite des Fußes nach der „Überdehnung“ und hat das Gefühl eines instabilen Knöchels und eines Versagens im Fuß. Während der akuten Phase nach der Überdehnung ist es nicht möglich, das Sinus tarsi-Syndrom von einem verstauchten Knöchel zu unterscheiden, aber da die akute Schwellung und der Schmerz zurückgeht, spürt der Patienten einen anhaltend instabilen Knöchel und diffuse Schmerzen entlang der Außenseite des Fußes, besonders beim Gehen auf unebenem Boden.

Der Schmerz ist oft morgens am schlimmsten. Eine Verschlechterung, die beim Laufen auf Gras oder auf anderen weichen Oberflächen auftritt, ist typisch.

Diagnose

Der typischste Befund sind lokale Schmerzen und Druckempfindlichkeit direkt vor dem Außenknöchel . Die Schmerzen werden selbst bei geringem Druck hervorgerufen. Wenn der Arzt den Fuß nach innen (Supination) oder nach außen (Pronation) dreht, treten auch Schmerzen auf. Der Schmerz lässt nach, wenn das Sprunggelenk durch das Drehen der Ferse nach innen unterstützt wird. Die Diagnose wird durch Schmerzfreiheit bestätigt, nachdem eine örtliche Betäubung in den Kanal eingespritzt wurde. Solch eine Injektion sollte während einer Röntgendurchleuchtung gemacht werden, sodass der Sinus tarsi sicher getroffen wird.Die Symptome können auf die Erkrankung hinweisen und bei einer ärztliche Untersuchung kann die Diagnose gestellt werden.

Bei den meisten mit einem Sinus-tarsi-Syndrom ist das Sprunggelenk stabil, während die äußeren Bänder untersucht werden.

Weitere Untersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich, aber eine Röntgenuntersuchung und eventuell ein MRT können zu nützlichen Zusatzinformationen führen.

Therapie

Das Therapieziel ist die Linderung der Symptome. Die meisten Betroffenen genesen wieder ohne Operation.

Sie sollten vermeiden, die Knöchel zu belasten, solange Sie Beschwerden haben; möglicherweise sollten Sie bei Schmerzen die Knöchel mit Eisbeutel kühlen. Es kann ratsam sein, neue Schuhe auszuprobieren. Eine Kur mit entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR) kann Einigen helfen.

Kortison-Spritzen sind vielleicht die beste Therapie. Die Injektion wird in den Sulcus tarsi gesetzt. Es kann schnell zu einer Besserung führen, die zwei bis drei Tage anhält. Injektionen können von einer bis zu sechs Wochen gegeben werden. Dies führt zu Schmerzfreiheit und kann sogar eine heilende Wirkung haben.

Wenn es nicht besser wird, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Oft muss bei dem Eingriff auch das äußere Band repariert werden, um die anhaltenden Schmerzen zu bewältigen. Die Operation erzielt in der Regel gute Ergebnisse.

Prognose

Die Prognose ist meistens gut.

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Sinus-tarsi-Syndrom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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