Pflege nach Amputation

Nach einer Amputation ist es wichtig, sich weiterhin sorgfältig um den Amputationsstumpf zu kümmern.

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Worauf Sie bei der Pflege nach Amputation achten sollten

Der Stumpf sollte jedes Mal sorgfältig überprüft werden, wenn der Wickel, der Strumpf oder die Silikonhülle abgenommen wird. Die Unterseite können Sie mithilfe eines Handspiegels kontrollieren. Achten Sie auf Hautveränderungen wie Blasen, Hautausschläge oder Wunden sowie auf Veränderungen im Bereich der Operationswunde.

Es ist wichtig, sich weiterhin sorgfältig um den Amputationsstumpf zu kümmern. Halten Sie die Haut sauber und trocken. Vermeiden Sie Druck oder Zug, da dies zu Hautirritationen und Verletzungen führen kann. Nach abgeschlossener Prothesengewöhnung lassen sich Schwellungen am besten vermeiden, indem Sie die Prothese so häufig wie möglich verwenden. Vermeiden Sie Positionen oder Situationen, in denen der Amputationsstumpf ohne Druck durch den elastischen Strumpf oder die Wickelung nach unten hängt, wenn Sie die Prothese nicht tragen. Vermeiden Sie Gewichtsschwankungen. Durch eine Änderung des Körpergewichts verändert sich auch die Größe des Amputationsstumpfes, so dass die Prothese möglicherweise nicht mehr passt.

Kompressionstherapie

Direkt nach der Amputation ist der Stumpf geschwollen. Damit eine Prothese verwendet werden kann, muss die Schwellung abnehmen und der Stumpf auf eine geeignete Passform „schrumpfen“. Dies wird durch die Verwendung von Kompressionsstrümpfen oder das Anlegen eines Kompressionsverbands erreicht.

Wann beginnt die Kompressionstherapie?

Mit der Kompression des Stumpfödems sollte so bald wie möglich nach der Operation begonnen werden. Bei einer Amputation des Oberschenkels beginnt die Kompressionstherapie normalerweise ein bis zwei Wochen nach der Operation. Bei Amputation des Unterschenkels wird in der Regel mit der Kompression begonnen, sobald der Gips entfernt worden ist. In den ersten Tagen wird der Kompressionsstrumpf oder -verband dreimal täglich für 30 Minuten angelegt, später wird die Kompressionsdauer täglich oder alle zwei Tage erhöht. (Dies geschieht individuell und ist abhängig davon, ob es währenddessen zu Komplikationen kommt.)

Nach zwei bis drei Wochen erstreckt sich die Kompressionstherapie über den gesamten Tag. Bei Bedarf wird im Laufe des Tages die Kompression für eine halbe Stunde unterbrochen, um Luft an den Amputationsstumpf zu lassen. Nach und nach sollte die Anwendung der Kompression auch auf die Nacht ausgedehnt werden. Bei starken Schmerzen ist es allerdings gestattet, den Strumpf oder den Verband zu entfernen.

Anlegen eines Kompressionsverbands, Kompressionsstrumpfs und einer Silikonhülle

Das Anlegen des Kompressionsverbands sollte durch geschultes Pflegepersonal erfolgen. Ein Kompressionsstrumpf lässt sich meist leichter an- und ausziehen, so dass Sie dies vermutlich nach kurzer Zeit auch ohne Hilfe schaffen. Die Größe des Kompressionsstrumpfs wird individuell an Ihre Bedürfnisse angepasst und durch den Physiotherapeut nach dem Maßnehmen bestellt. In einigen Fällen kann bereits frühzeitig eine Silikonhülle angepasst werden, die den Kompressionsstrumpf oder -verband ersetzt.

Pflege der Prothese

Die Pflege und Handhabung der verschiedenen Prothesenvarianten unterscheidet sich voneinander, oftmals ist die Prothese speziell für den Patienten angepasst. Die Pflegehinweise variieren daher ebenfalls von Modell zu Modell und von Patient zu Patient. Verlässliche Informationen zur Pflege und Handhabung Ihrer Prothese erhalten Sie vom Hersteller selbst.

Patientenorganisationen

Autoren

  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg