Entzündung

Eine Entzündung ist eine körpereigene Abwehrreaktion auf Krankheitserreger oder Fremdkörper, deren Ziel es ist, den schädlichen Reiz zu beseitigen. Eine akute Entzündung führt zu Schmerzen, Überwärmung, Rötung, Schwellung und einer eingeschränkten Funktion.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Was ist eine Entzündung?

Wenn schädliche Reize wie Krankheitserreger, beschädigte Zellen oder andere Reizstoffe im Körper auftreten, reagiert das Immunsystem, indem es Botenstoffe ausschüttet und Immunzellen mobilisiert, um den Körper zu schützen. Das Ziel ist die Beseitigung der schädlichen Reize. Diese Reaktion wird als Entzündung bezeichnet. Die typischen körperlichen Anzeichen einer akuten Entzündung sind Schmerzen, Überwärmung, Rötung, Schwellung und eine eingeschränkte Funktion.

Während der allgemeine Begriff „Entzündung" jegliche Reaktionen des Körpers auf einen schädlichen Reiz beinhaltet, ist eine Infektion eine besondere Form der Entzündung, die durch Krankheitserreger wie Bakterien und Viren verursacht wird.

Oft ist eine Entzündung eine sehr nützliche Reaktion des Körpers, die damit den Körper gesund hält, ihn von Infektionen befreit und Schäden repariert. Gelegentlich reagiert das Immunsystem jedoch in einer Weise, die für den Körper ungünstig oder sogar schädlich ist, z. B. wenn die Immunreaktion sehr stark ausfällt oder die Entzündung chronisch wird.

Akute und chronische Entzündungen

Eine Entzündung kann als akut oder chronisch eingestuft werden. Eine akute Entzündung ist die erste Reaktion des Körpers auf schädliche Reize und entsteht durch eine gesteigerte Blutzufuhr in die entzündete Stelle, sodass erhöhte Mengen an Blutflüssigkeit und Immunzellen (insbesondere Granulozyten und Makrophagen) zum geschädigten Gewebe gelangen. Die Wände der Blutgefäße werden durchlässiger und erleichtern so den Durchtritt der Immunzellen. Eine Reihe von biochemischen Reaktionen löst die Entzündungsreaktion aus, welche die Blutgefäße, das Immunsystem und verschiedene Zellen im geschädigten Gewebe einbezieht. Eine akute Entzündung heilt iin der Regel innerhalb von ein paar Tagen bis wenigen Wochen ab.

Langanhaltende oder chronische Entzündungen führen zu einem zunehmenden Austausch der Zellen im entzündeten Bereich durch Bindegewebe. Das entzündete Gewebe wird sowohl zerstört als auch allmählich durch Narbenbildung geheilt.

Beispiele einer Entzündung

Eine Wunde ist ein gutes Beispiel für eine Entzündung. In einer Wunde gibt es immer kleine Fremdkörper, und der Körper bereinigt sie durch den Entzündungsprozess. Viele chemische Stoffe werden freigesetzt, um Schmutz, Bakterien und Viren zu beseitigen. Einige Substanzen wirken direkt, indem sie die Fremdkörper entfernen, während andere dafür zuständig sind, den Blutfluss in den betroffenen Bereich zu erhöhen, damit Immunzellen dorthin gelangen. Die Immunzellen töten die meisten Bakterien und Viren. Dieser Gesamtprozess gehört zu einer sogenannten entzündlichen Reaktion. Das sichtbare Ergebnis sind Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerzen und möglicherweise eine eingeschränkte Bewegungsfunktion im betroffenen Körperteil.

Eine Entzündung kann auftreten, ohne dass Krankheitserreger vorhanden sind, z. B. durch Verschleiß, Gewebereizung, Überbelastung, Allergien und Verletzungen. Beispiele hierfür sind Sehnenscheidenentzündungen, allergische Hautauschläge, Verletzungen und Verbrennungen.

Entzündungen entstehen auch im Rahmen von Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten. Dazu zählen z. B. Atemwegsinfekte, Hautinfektionen oder Magen-Darm-Infekte.

Autoimmunerkrankungen

Bei einigen Krankheiten löst das körpereigene Immunsystem eine Entzündungsreaktion aus, ohne dass Fremdkörper vorhanden sind. Das Immunsystem wird fehlgeleitet und beginnt mit der Produktion von Antikörpern gegen körpereigenes Gewebe; dies ist eine sogenannte Autoimmunreaktion. Das Ergebnis sind chronisch-entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte (Psoriasis), systemischer Lupus erythematodes, das Sjögren-Syndrom, verschiedene Nieren- und Darmerkrankungen und Erkrankungen der Schilddrüse (Thyreoiditis).

Darüber hinaus gibt es einige Krankheiten, bei denen der Körper eine Entzündung auslöst, die stärker ist, als sie es sein sollte. Dazu gehört beispielsweise die Heilung bestimmter Verletzungen, sodass die Heilung viel länger dauert als eigentlich nötig.

Symptome

Die charakteristischen Symptome der Entzündung sind:

  • örtliche Überwärmung
  • Schmerz
  • Rötung
  • Schwellung
  • eingeschränkte Funktion.

Eine eingeschränkte Funktion kann z. B. Bewegungseinschränkungen beinhalten, die durch eine Gelenkentzündung verursacht werden. Andere Symptome, die bei einer Entzündung auftreten können, sind Fieber, Schüttelfrost, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Appetitverlust.

Diagnostik

Bei Verdacht auf Krankheiten, die eine Entzündung auslösen, ist es wichtig, dass die Ärzte u. a. wissen, wo die Beschwerden entstanden sind, wie lange sie angehalten haben, wo es am meisten weh tut, zu welcher Tageszeit der Schmerz am schlimmsten ist und ob weitere Familienmitglieder ähnliche Beschwerden hatten. Verschiedene Untersuchungen können sinnvoll sein, wie z. B. Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen. Wichtige Anzeichen einer Entzündung sind:

  • eine erhöhte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG)
  • erhöhtes C-reaktives Protein (CRP)
  • erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukozyten)
  • erhöhtes Procalcitonin – ein Biomarker für bakterielle Infektionen.

Behandlung von Entzündungen

Wenn eine Entzündung für den Körper schädlich ist, wie z. B. bei Autoimmunerkrankungen oder Allergien, sollte die Entzündung mit Medikamenten gedämpft werden. Dafür steht eine Vielzahl von entzündungshemmenden Medikamenten zur Verfügung. Die häufigsten Arten entzündungshemmender Medikamente sind sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und Kortison. Darüber hinaus gibt es viele andere entzündungshemmende Medikamente, die nur bei bestimmten Krankheiten verwendet werden können, z. B. Methotrexat bei rheumatischen Erkrankungen.

Bakterielle Infektionen werden mit Antibiotika behandelt.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjornalistin, Wiesbaden