Entzugssyndrom

Zusammenfassung

  • Definition: Viele abhängigkeitserzeugende Substanzen wie Alkohol und andere Sedativa/Hypnotika, Opioide, Kokain und Amphetamin verursachen Entzugserscheinungen, wenn der Konsum eingeschränkt oder beendet wird.
  • Häufigkeit: Die Prävalenz der Alkoholabhängigkeit in den westlichen Ländern wird mit 4–5 % der Bevölkerung angegeben. Die Missbrauchs- und Abhängigkeitsprävalenz für Benzodiazepine wird in Deutschland auf 5 % geschätzt.
  • Symptome: Zu einem Alkoholentzugssyndrom kommt es in aller Regel, wenn zuvor Alkohol täglich im Übermaß über mindestens 3 Monate hinweg oder in erheblichem Übermaß über mindestens eine Woche hinweg konsumiert wurde. Erste Symptome eines Alkohol- oder Benzodiazepinentzugs sind Unruhe, Angst, Niedergeschlagenheit, gesteigerte Erregbarkeit und Schlaflosigkeit. Beim Opioidentzug imponieren motorische Unruhe, Schwitzen und Gänsehaut, Erbrechen, Durchfall, Muskelkrämpfe, Schlaflosigkeit, Niesen und Tränenfluss, Schmerzen im Bauchraum sowie Blutdruckentgleisungen. Im Entzug zentraler Stimulanzien kommt es häufig zu Depression, Müdigkeit mit erhöhtem Schlafverlangen, Freudlosigkeit, Suizidalität und psychotischen Symptomen. 
  • Befunde: Neurovegetative Symptome wie Tremor, Tachykardie, Schwitzen und systolischer Hypertonie. Evtl. Hinweise auf Folgeerkrankungen wie Myokarditis, Pankreatitis, Lebererkrankungen.
  • Diagnostik: Blut- und Urinuntersuchungen, ggf. kranielle Bildgebung, Röntgenthorax, EKG, Echokardiografie.
  • Therapie: Die Therapie richtet sich nach der Schwere des Entzugs. Ein schweres Entzugssyndrom ist stationär im Krankenhaus oder in einem suchtmedizinischen Zentrum zu behandeln. Kinder und Jugendliche mit Entzugssyndrom bedürfen grundsätzlich der stationären Behandlung.

Allgemeine Informationen

  • In diesem Artikel wird in erster Linie der Entzug von Alkohol, anderen Sedativa/Hypnotika, Opioiden, Kokain und Amphetaminen thematisiert.

Definition

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

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