Persönlichkeitsstörungen (PS)

Zusammenfassung

  • Definition: Tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen, mit deutlichen Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen.
  • Epidemiologie: Prävalenz: 10–15 %. Prävalenz der spezifischen Störungen: ängstlich-vermeidend und zwanghaft jeweils ca. 2,5 %; paranoid, Borderline, antisozial und passiv-aggressiv jeweils ca. 1,5 %; schizoid, dependent, schizotypisch und histrionisch jeweils ca. 1 %.   
  • Symptome: Können sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen beziehen. Unterschiedliches Ausmaß persönlichen Leidens. Meist gestörte soziale Funktionsfähigkeit.
  • Befunde: Cluster A: anhaltendes Misstrauen und Argwohn gegenüber anderen. Cluster B: grobe Missachtung der Bedürfnisse anderer, evtl. mit Rechtsverletzungen. Cluster C: soziale Hemmungen, Gefühle der Unzulänglichkeit und der Überempfindlichkeit gegenüber negativen Bewertungen.
  • Diagnostik: Anamnese und eingehende psychische Exploration, ggf. flankiert durch spezifische Testverfahren, fachärztliche und -psychologische Untersuchung.
  • Therapie: Psychotherapie, in der Regel ambulant. Der Nutzen medikamentöser Therapien ist ungewiss, ggf. kommen sie zur Behandlung depressiver, ängstlicher oder psychotischer Begleitsymptome oder komorbider psychischer Störungen infrage.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Es gibt in der Psychologie keine einheitliche Definition von „Persönlichkeit“, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Persönlichkeitstheorien.1
    • Es gibt bislang keinen allgemeinen Konsens zur Grenzziehung zwischen „normalen“ und „gestörten“ Persönlichkeitseigenschaften.
    • Besonders auch von den Betroffenen wird der Begriff „Persönlichkeitsstörung“ häufig als abwertend und stigmatisierend empfunden.2
    • Die Frage, ob den Patienten die Diagnose wörtlich mitgeteilt werden soll, ist kontrovers.3
  • Laut ICD-10 sind Persönlichkeitsstörungen (PS) tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die
    • sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen.
    • gegenüber der Mehrheit der betreffenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen verkörpern.
    • meistens stabil sind.
    • sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen beziehen.
    • häufig mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einhergehen.4

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen