Psychische Erkrankungen und Sucht, Hilfe für Angehörige

Als Angehörige von Personen mit einer psychischen Erkrankung oder einem Suchtproblem kann es von Vorteil sein, sich mit Menschen auszutauschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Viele fragen sich zudem, wo sie Hilfe erhalten können. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

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Eine Angehörige/ein Angehöriger von Menschen mit psychischen Problemen oder Suchtproblemen zu sein, ist eine Herausforderung. Es gibt aber andere Menschen, die sich in derselben Situation befinden oder befunden haben, und die mit praktischen Ratschlägen oder Gesprächen weiterhelfen können. Es gibt zwar umfassende Hilfsangebote, doch kann es schwierig sein, sich unter all diesen zurechtzufinden. Hier haben wir die Links zu Patientenorganisationen und öffentlichen Diensten zusammengefasst, bei denen Sie Hilfe und Beratung erhalten können.

Brauchen Sie Rat?

Als Angehörige/Angehöriger suchen Sie möglicherweise Rat, wie Sie sich gegenüber einer Person mit einem Suchtproblem oder einer psychischen Erkrankung verhalten sollen. Man fühlt sich schnell einsam. Viele Patientenorganisationen bieten Ihnen aber die Möglichkeit, mit anderen Menschen, die sich in derselben Lage befinden, in Kontakt zu treten, oder sie bieten Telefondienste an, bei denen Sie anonym bleiben und Rat erhalten und mit anderen sprechen können, die ein Stück weit dasselbe wie Sie erlebt haben.

Viele Angehörige haben den Wunsch, der/dem Kranken zu helfen. Dies kann sich jedoch als schwierig erweisen, da die betroffene Person die Hilfe nicht immer will oder nicht einsieht, dass sie ein Problem hat. Es kann auch sein, dass Sie als Angehörige feststellen, dass die/der Kranke nicht bestmöglich behandelt wird.

Anonym im Netz

In diesem Dokument finden Sie eine Reihe von Kontaktinformationen für Sie als Angehörige. Viele Websites haben eigene Diskussionsforen. Wenn Sie ein Diskussionsforum im Internet benutzen möchten, raten wir Ihnen, nicht Ihren vollen Namen anzugeben. Des Weiteren sollten Sie bedenken, dass alle Informationen, die Sie online stellen, auch von anderen eingesehen werden können. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn Sie über die Herausforderungen in Bezug auf einen unwissenden Dritten sprechen.

Mit wem können Sie reden?

Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt ist eine erste Anlaufstelle, um Hilfe zu erhalten.

  • Ärzte unterliegen der Schweigepflicht und können erste Gesprächspartner sein.
  • Hausärzte sollten eine Übersicht über weitere Hilfsangebote haben und können Sie an eine psychotherapeutische Praxis überweisen.

Für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Hilfsangebote, z. B.:

  • Netz und Boden (Initiative für Kinder psychisch kranker Eltern)
  • NACOA (für Kinder aus Suchtfamilien)
  • Kipsy.net (für Kinder, deren Eltern in psychiatrischer oder psychologischer Behandlung sind).

Sie machen sich Sorgen um Freunde/Bekannte oder Familienmitglieder?

  • Dann kann es ein Anfang sein, mit jemandem zu reden, dem Sie sich anvertrauen können.
  • Oft ist es einfacher, Kontakt zu Patientenorganisationen oder den öffentlichen Hilfsdiensten aufzunehmen, wenn Sie über Ihr Anliegen zunächst mit einer Person gesprochen haben, die Sie gut kennen.

Sucht

  • Sucht & Drogen Hotline: Tel 01805 31 30 31
    • kostenpflichtig. 0,14 €/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min.
    • Telefonische Drogennotrufeinrichtungen aus Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Nürnberg haben sich auf Initiative der Drogenbeauftragten der Bundesregierung zusammengeschlossen und bieten bundesweit telefonische Beratung in Sucht- und Drogenfragen für Betroffene und ihre Angehörigen an.
    • Sprechzeiten: Montag bis Sonntag von 0.00 bis 24.00 Uhr
  • Glückspielsucht-Telefonberatung: Tel 0800 1 37 27 00
    • kostenfrei
    • Montag bis Donnerstag: von 10 bis 22 Uhr und Freitag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
  • Kinder aus Suchtfamilien finden auf folgender Homepage Hilfe: NACOA
  • Das Blaue Kreuz unterstützt als Suchthilfeverband suchtgefährdete und suchtkranke Menschen sowie ihre Angehörigen.
  • Die Caritas und die Diakonie bieten ebenfalls Hilfe auf diesem Gebiet an.
  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt ein Verzeichnis der Suchtberatungsstellen zur Verfügung.

Psychische Erkrankungen

  • Auf der Website Psychiatrienetz bietet der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen ein breites Informationsangebot und Hinweis auf Hilfen vor Ort, z. B. Selbsthilfegruppen.
  • Kipsy.net ist ein Internet-Angebot für Kinder und Jugendliche, in deren Famile jemand unter psychischen Problemen leidet. Zuständig für die Website ist der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e. V.
  • NAKOS ist die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen.

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden