Generalisierte Angststörung, Diagnose

Nur etwa die Hälfte aller Betroffenen mit einer Angststörung nimmt ärztliche Hilfe in Anspruch. Häufig wird auch erst lange nach dem Aufsuchen eines Arztes die richtige Diagnose gestellt.

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Diagnostische Überlegungen

Es ist nicht immer einfach, eine generalisierte Angststörung von anderen Angststörungen oder einer Depression zu unterscheiden. Viele Patienten suchen ihren Hausarzt über Monate oder Jahre wiederholt auf, bevor die Diagnose einer Angststörung gestellt wird. Bei einigen Betroffenen wird gar keine Diagnose gestellt. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Viele Betroffene mit einer Angststörung erzählen dem Arzt nicht von ihrer Unruhe und Angst, da sie diese Gefühle als Teil ihrer Persönlichkeit wahrnehmen. Häufig gehen Betroffene auch davon aus, dass die Beschwerden nicht behandelt werden können, auch wenn sie dem Arzt davon erzählen. Nur etwa die Hälfte aller Betroffenen mit einer Angststörung nimmt ärztliche Hilfe in Anspruch.

Personen mit einer generalisierten Angststörung zeigen in der Regel über Monate oder Jahre fast täglich Angstsymptome. Die Symptome können für eine gewisse Zeit weniger stark ausgeprägt sein, kommen aber immer wieder zurück. Die Symptome werden häufig durch Stress und Belastungen ausgelöst. Anzeichen einer generalisierten Angststörung sind Angst und Sorge um die Zukunft, Angst vor Krankheiten oder Unfällen, Sorge um die eigene finanzielle Situation, Anspannung, Reizbarkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Eine motorische Unruhe kann sich als Rastlosigkeit und Muskelverspannung äußern. Die erhöhte Anspannung kann zu Schwindel, Spannungskopfschmerzen, Schmerzen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich, Zähneknirschen und Bauchschmerzen führen.

Bei einer generalisierten Angststörung treten häufig Muskelschmerzen auf, wodurch eine körperliche Ursache vermutet und die Möglichkeit einer psychischen Erkrankung möglicherweise übersehen wird. Andere körperliche Symptome können als Anzeichen einer Herzerkrankung oder einer anderen körperlichen Erkrankung fehlinterpretiert werden.

Es gibt schwere körperliche Erkrankungen, die ähnliche Symptome wie eine Angststörung zeigen und ausgeschlossen werden müssen. Je nach den Symptomen kann der Arzt Blutuntersuchungen oder andere Tests durchführen, um Herzerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder andere Erkrankungen auszuschließen.

Feststellung einer Angststörung

Laboruntersuchungen können zum Ausschluss anderer Erkrankungen sinnvoll sein, sie können jedoch die Diagnose einer Angststörung nicht bestätigen. Konnte eine körperliche Krankheit ausgeschlossen werden, ist eventuell ein klärendes Gespräch hilfreich, in dem festgestellt werden soll, ob der Betroffene unter einer Angststörung leidet. Der Arzt stellt Fragen zur Gesundheit des Betroffenen, seiner Eltern und anderer Familienmitglieder sowie zu Symptomen und Lebensumständen. Der Arzt kann folgende Fragen stellen:

  • Wie sieht Ihr Leben momentan aus?
  • Sind Sie in der Lage, Ihr Leben zu meistern?
  • Gibt es etwas, das Ihnen Sorgen bereitet?
  • Leiden Sie unter Schlaf- oder Appetitlosigkeit? Sind Sie in der Lage, sich zu konzentrieren? Sind Sie schnell gereizt? Sind Sie häufig müde?
  • Fühlen Sie sich nervös oder angespannt?
  • Machen Sie sich häufig über Dinge mehr Sorgen als andere Menschen?
  • Haben Sie Schwierigkeiten im Umgang mit Stress?

Eventuell verwendet der Arzt spezielle Fragebögen. Beispiele für solche Fragebögen sind der Patient Health Questionnaire for Depression and Anxiety (PHQ-D) oder die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS).

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Generalisierte Angststörung. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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