Generalisierte Angststörung, Therapie

Die üblichen Therapieformen bei einer Angststörung sind die Psychotherapie (Kognitive Verhaltenstherapie) und die medikamentöse Therapie mit Antidepressiva.

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Je nach Art der Angststörung, den Begleiterkrankungen und dem Grad der Funktionseinschränkung kommen verschiedene Therapien in Frage. Die Psychotherapie kann relativ kurz, z. B. drei Stunden (bei einer spezifische Phobie), oder erheblich länger, teilweise 30–40 Sitzungen (bei schweren psychischen Störungen), sein. Die medikamentöse Therapie sollte über 6–12 Monate durchgeführt werden. Die Therapie hat für die Mehrheit der Patienten eine heilende oder lindernde Wirkung. In den meisten Fällen setzt die Wirkung nach ein bis zwei Monaten ein.

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) im Rahmen einer Psychotherapie führt bisher zu den besten Ergebnissen. Die KVT ist ebenso wirksam wie eine medikamentöse Therapie, hat jedoch eine bessere Langzeitwirkung (geringeres Risiko eines Rückfalls nach Abschluss der Therapie) und weniger Nebenwirkungen.

Es gibt verschiedene Angststörungen, im folgenden Artikel liegt der Schwerpunkt jedoch auf der generalisierten Angststörung (GAS).

Ziel der Therapie

Das Hauptziel der Therapie ist die Verbesserung der Funktionsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen. Als Teilziel wird die Linderung der Angst gesehen. Mit der Therapie soll den Betroffenen geholfen werden, im Alltag (wieder) zu funktionieren. Die Angststörung darf Arbeit, Schule, Familie und Sozialleben nicht beeinträchtigen. Die Lebensfreude soll erhöht werden. Außerdem soll die Therapie die Wahrscheinlichkeit für Rückfälle reduzieren.

Verschiedene Therapieformen

Die Angststörung wird mit Psychotherapie, in der Regel der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), oder medikamentös behandelt. Eine Kombination ist ebenfalls möglich. Bei der generalisierten Angststörung ist die kognitive Verhaltenstherapie die Therapie erster Wahl. Bei schweren Symptomen oder wenn gleichzeitig eine Depression vorliegt, können Medikamente die Therapie erster Wahl sein. Eine Kombination aus Medikamenten und KVT wird bei einer generalisierten Angststörung meist empfohlen, da diese Störung schwieriger als andere Angststörungen zu behandeln ist und häufig chronisch verläuft. Der Arzt wird Ihnen helfen, die für Sie am besten geeignete Therapie zu finden. Die Wahl hängt davon ab, wie schwer die Symptome sind, ob andere psychische Störungen (Depression oder andere Angststörung) vorliegen, ob es bereits zu psychischen Problemen gekommen ist und wie die Therapie damals angeschlagen hat.

Eine Therapie kann nicht immer alle Beschwerden heilen, aber sie kann helfen, den Betroffenen die Kontrolle wiederzugeben, damit die Angst nicht ihr Leben steuert.

Therapie

Die am besten belegte Form der Psychotherapie bei einer generalisierten Angststörung ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Auch die sogenannte angewandte Entspannung, als Teil der KVT, hat sich bei der generalisierten Angststörung bewährt. Alternativ kann auch eine psychodynamische Psychotherapie durchgeführt werden. Medikamente mit nachgewiesener Wirksamkeit bei einer generalisierten Angststörung sind verschiedene Arten von Antidepressiva, Benzodiazepine sowie ein Antiepileptikum (Pregabalin). Benzodiazepine führen zu einer schnellen Angstlinderung, sollten jedoch aufgrund der Nebenwirkungen und des Risikos einer Abhängigkeit nur in Ausnahmefällen verwendet werden.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) richtet sich auf das Selbstwertgefühl, die Probleme und Verhaltensmuster des Patienten. Durch die Veränderung der meist negativen Katastrophengedanken bezüglich zukünftiger Ereignisse und das Lernen, an alternative, wahrscheinlichere Szenarien zu denken, kann die Therapie dazu beitragen, eine bessere Kontrolle über die Unruhe und Angst zu bekommen.

Menschen mit Angststörungen haben häufig Schuldgefühle und ein geringes Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich unzulänglich und übersehen dabei ihre positiven Seiten.

Die kognitive Verhaltenstherapie umfasst mehrere Komponenten, u. a.:

  • kognitive Techniken
  • Entspannung
  • Umgang mit der Angst
  • Psychoedukation
  • Selbsthilfemaßnahmen
  • allmähliche Exposition gegenüber realen oder vorgestellten Situationen
  • Analyse von Verhaltensmustern
  • Problemlösetechniken
  • Rückfallprävention.

Ein wichtiger Teil der Therapie besteht darin, alternative Gedanken und Bilder zu finden, die die Gedanken und Bilder ablösen, die negative Reaktionen auslösen. Diese alternativen Gedanken und Verhaltensmuster werden in Alltagssituationen angewandt, und der Patient berichtet dem Psychotherapeuten von seinen neuen Erfahrungen. Des Weiteren werden alternative Verhaltensweisen in sogenannten Verhaltensexperimenten geübt, und die Ergebnisse werden zusammen mit dem Psychotherapeuten ausgewertet. Die negativen Zukunftsgedanken haben ihren Ursprung häufig in Erlebnissen in der Vergangenheit. Die KVT kann helfen, das Erlebte besser zu verstehen.

Die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie ist erwiesen, auch bei älteren Personengruppen.

Antidepressiva

Antidepressiva werden zur Behandlung von Depressionen, aber auch bei der generalisierten Angststörung eingesetzt. Bei der medikamentösen Therapie sind sie das Mittel der ersten Wahl. Die Wirksamkeit von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI, z. B. Escitalopram oder Paroxetin) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern (SNRI, z. B. Venlafaxin oder Duloxetin) ist bei der generalisierten Angststörung belegt. Bei langwierigen Beschwerden oder dem gleichzeitigen Auftreten einer Depression sollten Antidepressiva eingesetzt werden. Die Wirkung setzt in der Regel nach 2–4 Wochen ein. Antidepressiva machen nicht abhängig. Wenn Sie die Behandlung mit Antidepressiva beenden, sollten Sie die Dosierung langsam reduzieren, um Absetzsyndrome zu vermeiden.

Benzodiazepine

Benzodiazepine sind sowohl bei körperlichen als auch psychischen Angstsymptomen wirksam, sollten jedoch nur in Ausnahmefällen verwendet werden. Bei schweren akuten Symptomen können Benzodiazepine nach Bedarf und in begrenztem Ausmaß eingesetzt werden. Die Behandlung sollte in der Regel nur für wenige Wochen durchgeführt werden. Da die generalisierte Angststörung über einen langen Zeitraum bestehen kann, ist eine Langzeittherapie notwendig. Dafür sind Benzodiazepine aufgrund der schwerwiegenden Nebenwirkungen und des hohen Abhängigkeitsrisikos nicht geeignet. Nach längerer Behandlung sollten Benzodiazepine sehr langsam (ggf. über mehrere Wochen) ausgeschlichen werden.

Pregabalin

Für das Antiepileptikum Pregabalin konnte in Studien eine vergleichbare Wirksamkeit zu Benzodiazepinen bei Patienten mit generalisierter Angststörung nachgewiesen werden. Die angstlösende Wirkung tritt nach etwa einer Woche ein, und das Medikament lindert psychische und physische Angstsymptome. Pregabalin wird nur empfohlen, wenn die Therapie mit Antidepressiva keinen zufriedenstellenden Erfolg erbracht hat.

Komplementäre und alternative Medizin

Die Wirkung der Methoden der komplementären und alternativen Medizin sind für Angststörungen, einschließlich der generalisierten Angststörung, nicht oder nur eingeschränkt belegt. Lavendelöl und Ginkgo-Extrakt scheinen eine gewisse angstlösende Wirkung zu haben. Für andere pflanzliche und homöopathische Heilmittel fehlen Belege gänzlich.

Entspannungsverfahren und körperliche Aktivität werden als Ergänzung zur kognitiven Verhaltenstherapie empfohlen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Generalisierte Angststörung. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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