Generalisierte Angststörung (GAS), Ursachen

Es ist noch nicht vollständig erforscht, was die Ursache von Angststörungen, einschließlich der generalisierten Angststörung, ist, aber es ist eine Reihe von Risikofaktoren bekannt.

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Allgemeine Informationen

Wie bei vielen anderen psychischen Erkrankungen auch, wissen Forscher nicht mit Sicherheit, welche Ursachen der generalisierten Angststörung zugrunde liegen. Die Störung hängt wahrscheinlich mit einem Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn, insbesondere Serotonin und Noradrenalin, zusammen. Auch Vererbung, Umwelt und Stress können das Risiko, an einer generalisierten Angststörung zu erkranken, beeinflussen. Unsere Gedanken und Gefühle werden u. a. durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Erziehung
  • Ereignisse im Leben eines Menschen
  • Erbanlagen der Eltern, die die Entwicklung von Körper und Gehirn des Kindes beeinflussen.

Diese Faktoren können einen Einfluss darauf haben, wie sehr sich ein Mensch sorgt oder wie ängstlich er ist.

Menschen mit Angststörungen reagieren häufig unangemessen auf Stress und sind nicht in der Lage, stressige Situationen zu bewältigen. Häufig kommen körperliche Beschwerden dazu, die wiederum Grund zu weiterer Sorge bieten.

Risikofaktoren

Die folgenden Faktoren können das Risiko einer generalisierten Angststörung (GAS) erhöhen:

  • Geschlecht: Bei Frauen kommt die GAS doppelt so häufig vor wie bei Männern.
  • Schwere Kindheit: Kinder, die Missbrauch oder ein schweres Trauma erlebt haben, z. B. Verlust eines Elternteils, oder gemobbt wurden, haben ein höheres Risiko, eine GAS zu entwickeln.
  • Krankheit: Das Leben mit einer chronischen oder schweren Erkrankung wie beispielsweise einer Krebserkrankung kann zu einer normalen Besorgnis führen, die sich allerdings in eine allgemeine, übertriebene Angst vor anderen Dingen umwandeln kann.
  • Stress: Eine belastende Lebenssituation kann Angst auslösen und zur Entwicklung einer GAS beitragen. Beispiele für belastende Erlebnisse sind Scheidung, Verlust eines geliebten Menschen oder Verlust des Arbeitsplatzes.
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch: Alkohol- bzw. Drogenmissbrauch können eine generalisierte Angststörung verschlimmern. Koffein und Nikotin können die Angst durch gesteigerte vegetative Stresssymptome verstärken.

Das Risiko, an einer Angststörung, einschließlich einer generalisierten Angststörung, zu erkranken, ist bei arbeitslosen, getrennt lebenden, geschiedenen und verwitweten Menschen ebenfalls höher.

Forscher sind sich allerdings nicht einig, ob diese Risikofaktoren zu der Angststörung führen, oder ob die Tatsache, dass eine Person eine Angststörung hat, die Wahrscheinlichkeit erhöht, zu einer der Risikogruppen zu gehören. Es ist zum Beispiel denkbar, dass Menschen mit einer Angststörung Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden oder ihn zu behalten. Es kann auch schwierig sein, eine Beziehung zu führen, sodass die Gefahr einer Trennung besteht.

Probleme in der Kindheit

Eine von Unsicherheit geprägte Kindheit oder überfürsorgliche Eltern können das Risiko, im Erwachsenenalter an einer Angststörung wie der generalisierten Angststörung zu erkranken, erhöhen. Auch traumatische Erfahrungen in der Kindheit gehen mit einem höheren Risiko für eine generalisierte Angststörung einher.

Chemische Stoffe in Gehirn und Körper

Im Gehirn werden die Signale zwischen den Zellen durch sogenannte Neurotransmitter (Botenstoffe), insbesondere Serotonin, Noradrenalin und Dopamin, weitergeleitet. Menge und Gleichgewicht der Botenstoffe beeinflussen unsere Stimmung und Ängste. Das bedeutet nicht unbedingt, dass die Konzentration der Botenstoffe im Gehirn eine Angststörung auslösen muss. Auch äußere Einflüsse wie Stress haben einen Einfluss auf das Gleichgewicht der Botenstoffe und können Angstsymptome, z. B. Unruhe, verursachen. Eine Angststörung wird daher wahrscheinlich von inneren und äußeren Faktoren beeinflusst.

Hormone sind chemische Stoffe, die Signale von einem Teil des Körpers über die Blutbahn an einen anderen Teil weiterleiten. Bei Angstsymptomen (z. B. Herzrasen, Schwitzen) produziert der Körper möglicherweise zu viel eines bestimmten Hormons, z. B. Schilddrüsenhormone.

Vegetatives Nervensystem

Das vegetative Nervensystem besteht aus einem Netzwerk von Nerven, die automatische Prozesse im Körper steuern, wie beispielsweise Herzschlag oder Körpertemperatur. Dieses System kann außer Kontrolle geraten und eine Vielzahl von Symptomen wie Herzrasen, erhöhte Atemfrequenz, Schwitzen usw. verursachen. Es wird angenommen, dass dieses System bei Menschen mit einer Angststörung schlechter funktioniert und empfindlicher ist.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Generalisierte Angststörung. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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