Depression, Diagnose

Bei Verdacht auf eine Depression sollten Sie einen Arzt aufsuchen; es gibt verschiedene wirksame Therapieangebote. Zu beachten ist, dass bestimmte Medikamente, manche Krankheiten und Infektionen die gleichen Symptome wie bei einer Depression auslösen können.

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Der Arzt kann durch Gespräche, Untersuchungen und eventuell Labortests feststellen, ob es sich um eine Depression oder (evtl. zusätzlich) eine körperliche Erkrankung handelt.

Psychologische Beurteilung

Konnte der Arzt eine körperliche Ursache für die Depression ausschließen, erfolgt eine psychologische Beurteilung. Eventuell führt der Arzt diese Untersuchung selbst durch oder überweist den Patienten an einen Psychiater oder Psychologen.1

Eine Depression kann nicht durch Labortests nachgewiesen werden. Zur Feststellung einer Depression und deren Schwere stellt der Arzt Fragen zur Gefühlswelt des Betroffenen und wie er im alltäglichen Leben „funktioniert“. Um einen allerersten Eindruck zu gewinnen, kann der Arzt folgende Fragen stellen:

  • Waren Sie in den letzten Wochen niedergeschlagen und deprimiert und haben Sie oft das Gefühl, dass alles hoffnungslos ist?
  • Haben Sie in den letzten Wochen oft das Gefühl, dass Sie das, was Sie tun, nicht interessiert oder es Ihnen keine Freude bereitet?

Antwortet der Patient auf eine der beiden Fragen mit Ja, dann lässt sich eine Depression vermuten. Der Arzt wird wohl fragen, ob der Patient Hilfe in Anspruch nehmen möchte und wahrscheinlich weitere, genauere Fragen stellen. Mit diesen Fragen nimmt der Arzt eine vollständige Anamnese auf und stellt fest, wann die Krankheit begann, wie lange sie andauert, wie schwer sie ausgeprägt ist, ob sie bereits früher aufgetreten ist und ob in diesem Fall eine Therapie erfolgt ist. Der Arzt fragt den Betroffenen auch nach dem Alkoholkonsum und der Verwendung von Medikamenten, ob er schon einmal an Suizid gedacht hat und ob andere Familienmitglieder an Depression litten/leiden und wie diese behandelt wurden. Es wird auch der psychische Zustand des Betroffenen beurteilt, um festzustellen, ob Sprache, Gedanken und Gedächtnis von der Depression betroffen sind. Dies können Anzeichen für eine depressive oder manisch-depressive Erkrankung (bipolare Störung) sein.

Der Arzt kann auch verschiedene, von Experten entwickelte Fragebögen zur Einschätzung der Schwere der Depression verwenden.

Definition einer Depression

Um die Diagnose stellen zu können, sollten die entsprechenden Symptome mindestens zwei Wochen angedauert haben, ohne dass eine körperliche Erkrankung, Drogenmissbrauch oder Medikamenteneinnahme vorliegen, die die Beschwerden erklären könnten. Zu den körperlichen Krankheiten zählen z. B. Herzkrankheiten, schwere Lungenkrankheiten, HIV, Krebs, chronische Schmerzen, Schlaganfall oder auch Demenz. Depressive Symptome sind bei diesen Krankheiten recht häufig anzutreffen, aber natürlich kann beim Einzelnen zusätzlich eine „echte" Depression vorliegen. Die Diagnose ist hier oft nicht einfach zu stellen.

Liegt ein kürzlich erlebter großer Verlust oder traumatisches Erlebnis vor, werden die Ärzte wahrscheinlich erst einmal den weiteren Verlauf der Symptome abwarten, bevor sie die Diagnose einer Depression stellen.

Für die Diagnose Depression müssen mindestens zwei Hauptsymptome vorliegen:

  • Depressive Stimmung
  • Interesseverlust und Freudlosigkeit
  • Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit

Zusatzsymptome können sein:

  • Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle und Gefühle von Minderwertigkeit
  • Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Suizidgedanken oder -handlungen
  • Schlafstörungen
  • Verminderter oder veränderter Appetit

Leichte Depression

Der Patient leidet unter zwei Hauptsymptomen und zwei Zusatzsymptomen. Die Symptome sind nicht schwer ausgeprägt. Der Betroffene kann, auch wenn es ihm schwer fällt, am Sozial- und Arbeitsleben teilnehmen.

Mittelschwere Depression

Der Patient leidet unter zwei Hauptsymptomen und mindestens vier Zusatzsymptomen. Einige Symptome sind schwer ausgeprägt. Der Patient kann in der Regel nur mit größeren Schwierigkeiten am Sozial- und Arbeitsleben teilnehmen.

Schwere Depression

Der Patient leidet unter mehreren, stark ausgeprägten oben genannten Symptomen. Der Patient kann nicht am Sozial- und Arbeitsleben teilnehmen und hat in der Regel Probleme, seine täglichen Aufgaben zu erledigen. Häufig denkt der Betroffene über Suizid nach, oft liegen zusätzliche körperliche Beschwerden vor.

Schwere Depression mit psychotischen Symptomen

Die Symptome einer schweren Depression können begleitet sein von Halluzinationen und/oder Wahnvorstellungen (sog. psychotische Symptome). Dabei kann der Patient auch in Phasen einer völligen Passivität fallen, sodass sogar Verhungern oder Verdursten drohen.

Dysthymie

Hierbei handelt es sich um eine anhaltende depressive Verstimmung über mehrere Jahre. Die einzelnen Episoden sind nicht schwer oder lang genug, um die Kriterien für die Diagnose einer leichten, mittelschweren oder schweren wiederkehrenden Depression zu erfüllen.

Rezidivierende und persistierende depressive Störung

Wiederholen sich depressive Episoden mehrmals über mehrere Jahre, sprechen Ärzte von redidivierender Depression. Dazu zählt auch die Winterdepression.

Halten entweder leichte oder schwere depressive Symptome länger als 2 Jahre an, handelt es sich um eine persistierende depressive Störung.

Wochenbettdepression

Aufgrund der hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft und Geburt leiden sehr viele junge Mütter an starken Stimmungsschwankungen kurz nach der Geburt. Meist verschwinden diese innerhalb von 2 Wochen, bei einigen jedoch entwickelt sich eine postpartale Depression.

Weitere Informationen

Selbsthilfeorganisationen

Literatur

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Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Depression. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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