Depression

Die Depression ist eine Erkrankung, die durch eine gedrückte Stimmungslage, Interesse- und Freudlosigkeit sowie durch Energiemangel oder erhöhte Ermüdbarkeit gekennzeichnet ist. Etwa 25 % der Frauen und mindestens 15 % aller Männer bekommen im Laufe ihres Lebens eine Depression.

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Was ist eine Depression?

Hauptsymptome

Depression heißt wörtlich übersetzt „niederdrücken" und damit ist schon das erste Hauptmerkmal dieser Erkrankung genannt:

  • Gedrückte Stimmung
    • Man fühlt sich über längere Zeit bedrückt, niedergeschlagen, melancholisch.
    • Die Welt erscheint grau und trostlos. 

Weitere Hauptmerkmale der Depression:

  • Lustlosigkeit, Interesselosigkeit
    • Der Betroffene hat an nichts mehr Freude, nicht einmal an den Dingen, die ihn früher sehr begeistern konnten.
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit
    • Wer eine Depression hat, ist häufig müde, fühlt sich abgeschlagen, kraftlos, nicht richtig anwesend.
    • Manche beschreiben das Gefühl, wie in Watte gepackt zu sein, oder ständig eine zentnerschwere Last mit sich herumzutragen.

Zusatzsymptome

Folgende Beschwerden können eine Depression begleiten:

  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle, Gewissensbisse
  • Schwarzsehen, Pessimismus
  • Gedanken oder Absichten, sich das Leben zu nehmen
  • Schlafstörungen, meist in Form von Durchschlafstörungen oder frühem Erwachen
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

Definition

Eine Depression liegt vor, wenn folgende Kriterien zutreffen:

  • mindestens zwei der drei Hauptsymptome – gedrückte Stimmung, vermindertes Interesse und Antriebslosigkeit
  • dazu mindestens zwei der genannten Zusatzsymptome
  • Die Beschwerden halten seit mindestens zwei Wochen fast ununterbrochen an.

Körperliche Beschwerden

Auch viele sehr unterschiedliche körperliche Symptome können auf eine Depression hinweisen. Häufig sind dabei

Solche Beschwerden können auf eine Depression, aber auch auf eine andere Erkrankung hindeuten. Deswegen ist es eine sorgfältige Abklärung beim Hausarzt und gegebenenfalls zusätzlich bei einem ärztlichen oder psychologischen Spezialisten notwendig.

Schweregrad

Der Schweregrad einer Depression wird anhand der Zahl der Haupt- und Nebensymptome bestimmt:

  • leicht: zwei Haupt- und zwei Nebensymptome
  • mittelgradig: zwei Haupt- und drei bis vier Nebensymptome
  • schwer: drei Haupt- und vier oder mehr Nebensymptome.

Verlaufsformen

Eine Depression kann sehr unterschiedlich verlaufen:

  • Depressive Episode
    • Die Beschwerden halten über eine begrenzte Zeit an und klingen dann wieder ab.
      • ohne Behandlung meist nach mehreren Wochen
      • bei etwa der Hälfte aller Betroffenen innerhalb eines halben Jahres
      • Manchmal halten die Beschwerden über ein Jahr lang an.
    • chronifizierte depressive Episode
      • Die Depression hält in seltenen Fällen mehr als zwei Jahre lang an.
    • Depressive Episoden können einmalig auftreten  oder wiederkehrend (rezidivierend).
      • In vielen Fällen, besonders ohne Behandlung, treten nach einer depressiven Episode später weitere auf. 
  • Dysthymie
  • Mütterliche Depression vor oder nach der Entbindung

Häufigkeit

Depression ist die häufigste psychische Erkrankung und eine der häufigsten Krankheiten überhaupt: Jeder Fünfte bis Sechste erkrankt im Laufe seines Lebens mindestens einmal daran.

Frauen häufiger betroffen als Männer?

  • Etwa zwei Drittel der Menschen, bei denen eine Depression festgestellt wurde, sind Frauen.
    • Daraus kann man jedoch nicht schließen, dass Männer viel seltener depressiv sind als Frauen.
    • Eine mögliche Erklärung für den Unterschied ist, dass sich Frauen eher in Behandlung begeben als Männer.
    • Auch hinter Suchterkrankungen, die bei Männern häufiger sind, kann sich eine Depression verbergen.

Spielt das Alter eine Rolle?

  • Depressionen können Menschen in jedem Lebensalter betreffen.
    • Etwas häufiger als im Durchschnitt sind sie in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen.
    • Etwas weniger häufig bei Menschen unter 30 und bei Menschen über 70.
    • Lebenskrisen können eine Depression auslösen.

Ursachen

Depressionen entstehen wie die meisten anderen psychischen Erkrankungen aufgrund eines Zusammenspiels ungünstiger biologischer, seelischer und zwischenmenschlicher Einflüsse. Dieses Zusammenspiel ist so komplex, dass man es bisher nur teilweise verstanden hat. Wenn eines oder beide Elternteile eine Depression haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Kinder ebenfalls an einer Depression erkranken, höher als in der Allgemeinbevölkerung. Bestimmte Eigenschaften der Gene scheinen für Depressionen anfälliger zu machen.

Diagnostik

Das Gespräch an erster Stelle

Die meisten Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, suchen ihren Arzt wegen anderer, meist körperlicher Beschwerden auf. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, dann sind Sie vielleicht zunächst überrascht, wenn Ihr Arzt Sie fragt, wie Ihre Stimmung in letzter Zeit war, ob Sie sich oft lust- und antriebslos fühlten. Um festzustellen, ob Sie an einer Depression leiden, die möglicherweise mit Ihren anderen Beschwerden eng zusammenhängt, ist aber ein eingehendes Gespräch über Ihr seelisches und körperliches Befinden unverzichtbar. Nehmen Sie die Fragen Ihres Arztes zum Anlass, sich noch einmal in Ruhe die letzten Wochen in Erinnerung zu rufen. Gegen Depressionen gibt es wirksame Therapien. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist allerdings die richtige Diagnose, und die gelingt nur, wenn Sie mit dem Arzt oder Psychologen Ihres Vertrauens offen über Ihre Beschwerden sprechen können.

Was Ihr Arzt über Sie wissen sollte

Neben den oben beschriebenen Haupt- und Zusatzsymptomen der Depression sind folgende Themenfelder von Bedeutung und können Ihnen als Vorbereitung und Gedächtnisstütze für Ihren nächsten Arztbesuch dienen.

  • Wie haben Sie sich in letzter Zeit gefühlt?
  • Haben Sie Ihre Aktivitäten in Beruf und Freizeit eingeschränkt, weil es Ihnen nicht so gut ging?
  • Wie ist Ihr Verhältnis zu Angehörigen, Freunden, Nachbarn, Berufskollegen?
    • Fühlen Sie sich von ihnen unterstützt?
  • Wie zufrieden sind Sie grundsätzlich mit Ihrer Arbeit?
  • Haben Sie finanzielle Sorgen?
  • Hatten Sie bereits früher depressive Episoden?
  • Wurde bei Ihnen bereits eine andere psychische oder körperliche Erkrankung festgestellt?
  • Gibt es psychisch erkrankte Familienangehörige?
  • Wie viel Alkohol trinken Sie?
  • Rauchen Sie?
    • Falls ja: wie viel?
  • Haben Sie Erfahrung mit illegalen Drogen?
  • Nehmen Sie Medikamente?
    • vom Arzt verordnete
    • rezeptfreie, z. B. Schmerz- oder Schlafmittel, Johanniskrautpräparate

Fragebogen als Ergänzung

Wenn Ihr Arzt den Verdacht hat, dass Sie unter einer Depression leiden, führt er möglicherweise zusätzlich einen Fragebogentest mit Ihnen durch oder er bietet Ihnen an, Sie dazu an einen ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten zu überweisen.

Von Wissenschaftlern erarbeitete Fragebögen können helfen,

  • die Diagnose zu sichern.
  • zwischen einer Depression und anderen Erkrankungen zu unterscheiden.
  • die Schwere der Erkrankung zu bestimmen.
  • das Ansprechen auf eine Behandlung einzuschätzen.

Behandlung

Wenn eine Depression festgestellt wurde, dann schätzt Ihr Arzt im nächsten Schritt ein, ob eine Behandlung erforderlich ist und, falls ja, welche Art der Behandlung.

Für die Frage, ob eine rein psychotherapeutische oder zusätzlich eine medikamentöse Behandlung in Frage kommt, ist unter anderem entscheidend, wie schwer die Erkrankung ist, wie lange sie bereits besteht und nicht zuletzt auch davon, auf welche Behandlung sich der Betroffene einlassen kann und will.

Was Sie selbst tun können

  • Nutzen Sie Informations- und Beratungsangebote.
    • Selbsthilfeorganisationen und Beratungsstellen kontaktieren.
    • Psychoedukation: In Kursen und Informationsmaterial erfahren Sie viel Nützliches über Ihre Erkrankung und deren Behandlung.
    • Selbsthilfegruppen für Patienten und Angehörige: Geteiltes Leid ist halbes Leid.
  • Bleiben Sie in Bewegung.
    • Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Stimmung und macht emotional stabiler.
    • Egal ob Joggen, Fußball, Tennis, Yoga, Pilates oder Taichi: Entscheidend ist, dass Sie etwas finden, was sie über längere Zeit regelmäßig ausüben.
    • Wenn Sie sich dabei im Freien aufhalten, dann tanken Sie Licht, was zusätzlich gegen Depressivität wirken kann. 
  • Pflegen Sie aktiv Kontakte.
    • Das lindert die Depression und führt im günstigsten Fall zu einer Aufwärtsspirale: Die verbesserte Stimmung weckt Freude an Begegnungen, und die verbessern weiter die Stimmung.
    • Am Anfang kostet es vielleicht Überwindung. Verbuchen Sie auch kleine Fortschritte – ein Anruf, eine Verabredung – als Teilerfolge.
  • Wenn sich Ihre Stimmung deutlich verschlechtert, sollten Sie zeitnah Kontakt zu Ihrem Arzt oder Psychologen aufnehmen.
    • Das gilt ganz besonders, wenn bei Ihnen Gedanken oder Impulse aufkommen, sich das Leben zu neben.
    • Auch wenn Sie im Moment so verzweifelt sind, dass Sie keinen Ausweg sehen: Darüber reden hilft. Rund um die Uhr erreichbar sind:
  • Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Alkohol, Nikotin, Medikamente, Drogen und deren Entzug
    • Können depressive Symptome verstärken. Das gilt auch für manche Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmittel.
    • Können unter Umständen zu Wechselwirkungen mit manchen Antidepressiva führen.
    • Sollte bei Ihnen bereits eine Abhängigkeit vorliegen, dann steht deren fachgerechte Behandlung an erster Stelle. 

Am Ball bleiben

Die volle Wirkung einer psychotherapeutischen oder medikamentösen Behandlung auf die depressiven Symptome setzt erst nach einigen Wochen ein. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn Sie nicht sofort eine Wirkung spüren. Wichtig ist, dass Sie dann nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und etwa die Einnahme Ihrer Medikamente vorschnell abbrechen. Das sollten Sie ohnehin nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt tun, denn ein zu abruptes Beenden der Antidepressiva-Behandlung kann zu unangenehmen und manchmal sogar gefährlichen Absetzsymptomen führen. Deswegen sollten Sie Ihre Medikamente auch regelmäßig einnehmen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, was Sie tun können, wenn Sie die Einnahme einmal vergessen sollten.

Behandlungsabschnitte

  • Akuttherapie (etwa 6–12 Wochen)
    • Depressive Beschwerden so schnell und so gut wie möglich behandeln, bis sie weitestgehend verschwunden sind.
    • Wieder am normalen Leben teilhaben können.
  • Erhaltungstherapie (4–12 Monate)
    • Fortsetzung der Behandlung, um den Zustand zu stabilisieren.
    • Gefahr eines frühen Rückfalls verringern.
  • Rückfallverhütung (Rezidivprophylaxe) über mindestens ein weiteres Jahr
    • Soll das Auftreten einer erneuten depressiven Episode verhindern.
    • Nicht in jedem Fall erforderlich, sondern nur für Betroffene, die
      • schon mehrere Rückfälle erlebt haben.
      • während der depressiven Phase sehr stark eingeschränkt waren.

Behandlungsmethoden

Psychotherapie

Depressionen können meist mit Erfolg psychotherapeutisch behandelt werden. Bei schweren Depressionen ist die Kombination von Psychotherapie und Medikamenten der alleinigen medikamentösen oder psychotherapeutischen Behandlung überlegen. Im Rahmen der therapeutischen Gespräche lernen Sie, eigene Denk- und Verhaltensmuster, die mit der Depression in Verbindung stehen, zu erkennen und nach und nach besser zu verstehen. Das erfordert ein bisschen Mut, die Bereitschaft, sich aktiv mit Ihren Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen, Geduld und die vertrauensvolle Beziehung zu einem Psychotherapeuten. In aller Regel lohnt sich die Mühe, denn Sie lernen nach und nach, anders mit ihrer Erkrankung umzugehen. Problemlösestrategien, die Sie sich im Rahmen der Therapie angeeignet haben, sind Ihnen auch nach deren Abschluss weiterhin hilfreiche Begleiter.

  • Psychotherapie kann unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen stattfinden: 
    • ambulant oder stationär
    • als Einzel-, Paar- oder Gruppentherapie.
  • Verfahren mit nachgewiesener Wirksamkeit:
    • kognitive Verhaltenstherapie
    • psychodynamische Kurzzeittherapie
    • analytische Langzeitpsychotherapie
    • interpersonelle Psychotherapie
    • Gesprächspsychotherapie nach Rogers, auch „klientenzentrierte Psychotherapie“.
  • Bei den ersten drei der oben genannten Verfahren übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Behandlung.
  • Bei privaten Krankenversicherungen sind die Regelungen sehr unterschiedlich. Am besten Sie informieren sich vorab bei Ihrer Versicherung, welche Psychotherapierichtungen erstattet werden und ob die Zahl der Therapiestunden dabei begrenzt ist.
  • Folgende Berufsgruppen kommen als Psychotherapeuten für Erwachsene in Frage:
    • ärztliche Psychotherapeuten
      • Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
      • Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie
      • Ärzte mit Zusatzbezeichnung (fachgebundene) Psychotherapie
    • psychologische Psychotherapeuten

Medikamente (Antidepressiva)

  • Vor allem zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Depressionen geeignet.
    • Bei schweren Depressionen ist die Kombination mit einer Psychotherapie wirksamer als die alleinige medikamentöse Behandlung.
  • Es gibt viele verschiedene wirksame Antidepressiva, die sich vor allem in ihrem Verträglichkeits- und Sicherheitsprofil unterscheiden.
    • Das heißt, bei jeder Substanz  können andere Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten.
    • Ihr Arzt wählt das für Sie am besten geeignete Mittel aus. Er berücksichtigt dabei unter anderem:
      • Ihr Alter
      • evtl. Begleitkrankheiten
      • sonstige Medikamente, die Sie einnehmen.
  • Berichten Sie Ihrem Arzt alle Beschwerden, die unter der Behandlung neu auftreten.
  • Nebenwirkungen von Antidepressiva sind oft in den ersten Tagen der Behandlung am stärksten und klingen danach ab.
    • Sollte das nicht der Fall sein, dann kann der Wechsel auf ein anderes Medikament erforderlich werden.
  • Benötigen Sie zusätzlich zu Ihren Antidepressiva weitere Medikamente oder hormonelle Verhütungsmittel („die Pille“), dann ist unbedingt eine vorherige Absprache mit Ihrem Arzt erforderlich, um unerwünschte und gefährliche Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Mitteln zu vermeiden.
    • Das gilt besonders auch für das pflanzliche Antidepressivum Johanniskraut.

Lichttherapie

  • Hat sich vor allem als ergänzende Behandlung jahreszeitlich schwankender Depressionen (Winterdepression) bewährt.
    • Sie kann auch bei anderen Formen der Depression eingesetzt werden.
  • Sie blicken dabei auf einen speziellen Leuchtschirm.
    • erforderliche Lichtstärke: 10.000 Lux
    • Behandlungsdauer: mindestens 30 Minuten täglich über 2–4 Wochen
    • Zeitpunkt: Meist morgens unmittelbar nach dem Aufwachen. Das gilt besonders für Menschen, die dazu neigen, morgens lange zu schlafen.
    • Die Lichttherapie kann mit einer medikamentösen Therapie und Psychotherapie kombiniert werden.
  • Verträglichkeit
    • Die Lichttherapie ist in aller Regel gut verträglich
    • Menschen mit Augenerkrankungen sollten sich vorher mit ihrem Augenarzt absprechen.

Wachtherapie

  • Kann die Stimmung noch am selben Tag verbessern.
  • Kommt unter Umständen als Begleittherapie in Frage, zusätzlich zur Psychotherapie oder medikamentösen Therapie.
  • Kann auch mit der Lichttherapie kombiniert werden. Die Wirkung hält dann möglicherweise länger an.
  • Dabei wird nach einem festgelegten Schema die nächtliche Schlafdauer reduziert oder nächteweise gar nicht geschlafen.
  • Bei Betroffenen, deren Stimmung häufig innerhalb eines Tages oder von Tag zu Tag schwankt, scheint die Wachtherapie besonders gut zu wirken.
  • Die Therapie ist nach fachgerechter Anleitung leicht durchzuführen und hat kaum Nebenwirkungen.
  • Erwünschte Nebeneffekte sind verbesserter Schlaf und Stabilisierung des Schlaf-Wach-Rhythmus.

Entspannungs- und Stressreduktionstechniken

Ähnlich wie bei verschiedenen Formen der körperlichen Aktivität ist auch bei diesen Verfahren entscheidend, ob sie regelmäßig und über einen längeren Zeitraum praktiziert werden. Unter dieser Voraussetzung kommen z. B. folgende Verfahren als begleitende Behandlung von Depressionen in Frage:

  • Muskelentspannung nach Jacobson
  • autogenes Training
  • Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR)
  • Yoga
  • Tai Chi
  • Qigong.

Elektrokrampftherapie (EKT)

  • Dabei wird unter Vollnarkose durch kontrollierte elektrische Stimulation des Gehirns über Elektroden an der Schädeloberfläche ein sehr kurzer Krampfanfall (epileptischer Anfall) ausgelöst.
    • Der Krampfanfall ist von außen nicht sichtbar.
      • Weil die Muskeln mithilfe von Medikamenten völlig entspannt sind, kommt es zu keinerlei Muskelkrämpfen oder -zuckungen wie sonst bei einem epileptischen Anfall.
    • Er hält nur über 30 bis 90 Sekunden an.
  • Die EKT kommt nur bei schweren Depressionen in Frage, die auf verschiedene Behandlungen nicht angesprochen hat.
  • Voraussetzung ist das schriftliche Einverständnis des Betroffenen und möglichst auch von dessen Angehörigen nach ausführlicher Aufklärung über die Chancen, möglichen Risiken und Nebenwirkungen des Verfahrens.
    • Einzige Ausnahme sind lebensbedrohliche Zustände, die nicht auf anderem Weg behoben werden können.
  • Wenn sie fachgerecht durchgeführt wird und mögliche Gegenanzeigen beachtet werden, ist die EKT eine sichere Methode.
    • Das Komplikationsrisiko ist sehr niedrig, in etwa vergleichbar mit einer Routine-Operation unter Vollnarkose.
  • Häufige Nebenwirkungen nach EKT sind:
    • Kopfschmerzen
    • Schwindel
    • Muskelkater
    • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.
  • Selten kann die EKT einen Zustand übersteigerter Hochstimmung (Hypomanie) auslösen.

Verlauf

  • Depressionen haben meist einen schwankenden Verlauf.
  • Viele Betroffene bleiben nach erfolgreicher Behandlung über einen langen Zeitraum beschwerdefrei.
  • Eine weitere Episode einer Depression kann plötzlich auftreten, zum Beispiel nach einem seelisch erschütternden Vorfall, dem Verlust eines geliebten Menschen oder einem Unfall.
  • Bei richtiger Diagnose und Behandlung tritt meistens innerhalb von 6 Monaten eine deutliche Besserung oder Beschwerdefreiheit ein.

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Patienteninformationen bei Deximed

Illustrationen

Infografik_Depression_2017.png
Infografik Depression (MyTherapy)

 Autoren

  • Thomas M. Heim, Dr. med., Wissenschaftsjournalist, Freiburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Depression. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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