Wahnvorstellungen

Allgemeine Informationen

Definition

  • Wahn (Paranoia) ist seit den Anfängen der wissenschaftlichen Psychiatrie eines der Kernphänomene psychiatrischer Krankheitslehre.1
  • Dennoch gibt es bis heute keine allgemein akzeptierte Definition von Wahn.1
    • Laut einer der gängigsten psychiatrischen Sichtweisen wird als Wahn (engl. delusion) eine Fehlbeurteilung der Realität bezeichnet, die mit erfahrungsunabhängiger und damit unkorrigierbarer Gewissheit auftritt und an der mit subjektiver Gewissheit festgehalten wird, auch wenn sie im Widerspruch zu Erfahrungen der gesunden Mitmenschen steht.2-3
  • Definition nach DSM-5:1,4
    • „Der Wahn beschreibt eine feste Überzeugung, die trotz gegenteiliger Beweise nicht
      verändert werden kann. Wahninhalte reichen von Verfolgungswahn, Beziehungswahn,
      körperbezogenem Wahn und religiösem Wahn bis hin zum Größenwahn. (...) Wahn
      wird als bizarr eingestuft, wenn er völlig unmöglich, vor dem kulturellen Hintergrund
      unverständlich und nicht aus üblichen Lebenserfahrungen ableitbar ist. Manchmal
      ist die Unterscheidung zwischen einer Wahnidee und einer fixen Idee schwierig. Sie
      hängt ab vom Ausmaß der Überzeugung, mit der die Ansicht trotz klarer Beweise gegen
      ihren Wahrheitsgehalt beibehalten wird.“
  • Zahlreiche Erkrankungen gehen mit Wahnsymptomen einher.
  • Psychosen werden traditionell in primäre (nicht-organische) und sekundäre (organische) Psychosen eingeteilt. Bei den organischen Psychosen gibt es reversible und irreversible Formen.
    • Da die Entstehung primärer Psychosen vermutlich auf einem Zusammenspiel von organischen (z. B. genetischen) Faktoren und Umwelt (z. B. psychosozialen Faktoren) beruht, ist der Begriff der nicht-organischen Psychose ungenau und wird von manchen Psychiatern gemieden.
    • Als differenzialdiagnostisches Hilfskonstrukt scheint die Unterscheidung zwischen „primären“ und sekundär (z. B. Toxine, Organerkrankungen) verursachten Psychosen weiterhin sinnvoll.
  • Klassische psychotische Symptome sind:
    • Wahnvorstellungen
    • Halluzinationen
    • evtl. zusätzliche Denkstörungen
      • formale, z. B. Denkverlangsamung, Gedankenabrisse, Gedankenschleifen (Perseverationen)
      • Inhaltliche, neben Wahnvorstellungen, die ebenfalls zu den inhaltlichen Denkstörungen zählen, z. B. Zwangsgedanken, überwertige Ideen.

Differenzialdiagnosen

Anamnese

Klinische Untersuchung

Ergänzende Untersuchungen

Maßnahmen und Empfehlungen

Patienteninformationen