Gelbfieber

Gelbfieber bezeichnet eine fieberhafte Tropenkrankheit, die durch Viren verursacht wird. Diese Viren werden durch den Stich bestimmter Mückenarten auf den Menschen übertragen. Die Erkrankung äußert sich zunächst durch grippeähnliche Symptome und später durch eine schwere Lebererkrankung mit Gelbsucht. Bei seltenem, schwerem Verlauf kann die Infektion tödlich verlaufen.

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Was ist Gelbfieber?

Gelbfieber ist eine schwere Tropenkrankheit, die durch das Gelbfieber-Virus verursacht wird. Die Krankheit kann zu einer Entzündung von Lymphgewebe, Leber, Nieren und/oder Herz führen. Eine schwere Gelbfiebererkrankung kann letztendlich zu schweren Leberschäden und sogar dem Tod führen.

Mehr als 90 % aller Erkrankungen ereignen sich in Westafrika. Gelbfieber kommt jedoch auch in Südamerika (zwischen dem 15. nördlichen und südlichen Breitengrad) vor. Die WHO schätzt, dass es weltweit jährlich zu 200.000 Erkrankungen mit rund 15.000 Todesfällen kommt. In Europa sind Erkrankungen bei Reisenden dank der verfügbaren und für die Endemiegebiete vorgeschriebenen Impfung selten. In Deutschland trat 1999 eine Gelbfiebererkrankung auf, die tödlich verlief und einen nicht geimpften Mann betraf, der die Elfenbeinküste bereist hatte. Die Anzahl der Gelbfieber-Erkrankungen ist in den letzten Jahren gestiegen, jedoch wurden kaum Fälle bei geimpften Menschen registriert.

Infektion

Gelbfiebermücke (Aedes aegypti)
Gelbfiebermücke (Aedes aegypti)

Die Infektion mit Gelbfieber erfolgt durch Mückenstiche von infektiösen Mücken der Gattung Aedes oder Haemagogus. Die Mücke infiziert sich, indem sie das Blut von infizierten Menschen oder Affen saugt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur in sehr speziellen Situationen, beispielsweise durch Blutspenden möglich. Als Reservoir der Erreger dienen Affen und die Mücken selbst, da das Virus von einer Generation Mücken auf die nächste Generation übertragen wird. Mücken der Gattung Aedes stechen typischerweise in der Dämmerung, sodass es zu diesen Zeiten ratsam ist, besonders sorgfältig auf den Mückenschutz zu achten. Die Übertragung kann in bis zu 2.500 m Höhe erfolgen.

Symptome

Die ersten Symptome treten in der Regel 3–6 Tage nach der Infektion auf. Die Erkrankung kann einen leichten, grippeähnlichen Verlauf haben, es kann jedoch auch zu einer schnellen Entwicklung der schweren Krankheit kommen. Die Krankheit beginnt typischerweise mit plötzlich einsetzendem Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Übelkeit. In den meisten Fällen gehen die Symptome nach 3–4 Tagen zurück. Einige Patienten (ca. 15%) erleiden jedoch nach dieser kurzzeitigen Besserung einen Rückfall. In diesen Fällen können schwere Symptome mit Leberschäden, Gelbsucht, Blutungsneigung und Nierenversagen auftreten. In dieser Phase ist eine Intensivbehandlung im Krankenhaus notwendig.

Prävention

Es gibt einen Impfstoff gegen Gelbfieber, der nach einer einmaligen Gabe zu fast 99 % gegen die Erkrankung schützt. Die Impfung wird mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff durchgeführt. Vor Reisen in gefährdete Gebiete sollte man sich durch den Haus- oder Facharzt in Bezug auf eine Schutzimpfung beraten lassen. In vielen Ländern ist eine Impfung gegen Gelbfieber notwendig, um ein Touristenvisum oder eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Der Gelbfieberimpfstoff ist bei amtlich anerkannten Impfärzten und bei den Amtsärzten erhältlich. Es ist ebenfalls wichtig, den Impfpass auf Reisen mitzunehmen.

Die sicherste Präventionsmaßnahme ist der Schutz vor Mückenstichen. In Gebieten, in denen Gelbfieber vorkommt, sollten Sie bei Aufenthalten im Freien nach Sonnenuntergang die Haut mit Socken, langen Hosen und langärmeligen Kleidungsstücken abdecken. Darüber hinaus sollten Sie Insektenabwehrmittel auf der Haut verwenden, die Diethyltoluamid (DEET) oder einen gleichwertigen Wirkstoff enthalten.

Kleidung und Moskitonetze sollten mit Permethrin, das sowohl Mücken als auch andere Insekten wie Wanzen usw. abwehrt, imprägniert werden. Am besten sind Sie nach Sonnenuntergang in Innenräumen bei gleichzeitiger Verwendung von Moskitonetzen um das Bett und Moskitonetzen vor Türen und Fenstern geschützt. Mücken verbergen sich oft unter Betten und Möbeln sowie in Schränken. Einfache Unterkünfte, die Moskitonetze an den Fenstern haben, können von Mücken befreit werden, indem Sie den Raum mit Insektiziden besprühen und den Raum einige Stunden lang dicht verschlossen halten. Danach haben Sie selbst die Kontrolle über Türen und Fenster und können das Zimmer über Fenster, die mit Moskitonetzen versehen sind, lüften. Mücken werden in der Dämmerung von Licht angezogen. Das Licht sollte daher erst eingeschaltet werden, wenn Türen und Fenster geschlossen sind. Hotelzimmer mit Klimaanlage sind meist mückenfrei.

Diagnostik

Wenn nach einer Reise in ein Gelbfieber-Gebiet Symptome der Erkrankung auftreten, sollte zunächst ein Arzt aufgesucht werden, der eine ausführliche Untersuchung durchführt. Der eindeutige Nachweis der Erkrankung erfolgt über Blutuntersuchungen, in denen der Kontakt mit dem Virus oder Virusbestandteile direkt nachgewiesen werden können. Weitere Untersuchungen können klären, welche Organe betroffen sind. Erkrankte sollten zur weiteren Untersuchung und Behandlung in ein Krankenhaus eingewiesen werden.

Therapie

Es gibt keine spezifische Behandlung gegen Gelbfieber. Die Erkrankung wird durch ein Virus verursacht. Antibiotika helfen daher nicht. Die Therapie zielt daher darauf ab, die Symptome zu lindern und schwere Organschäden zu verhindern. Alle Personen, die sich mit Gelbfieber infiziert haben, sollten ins Krankenhaus eingewiesen werden. Nach einer überstandenen Erkrankung sind die Betroffenen lebenslang immun gegen Gelbfieber.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.
  • Thomas Fühner, PD Dr. med., Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, Hannover

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Gelbfieber. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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