Q-Fieber

Das Q-Fieber ist eine sogenannte Zoonose, d. h. eine von Tier zu Mensch übertragbare Erkrankung. Es handelt sich um eine bakterielle Infektion, die grippeähnliche Symptome und eine Lungenentzündung hervorrufen kann. Die Erkrankung geht häufig von allein vorüber oder wird mit Antibiotika behandelt.

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Q-Fieber – Was ist das?

Das Q-Fieber ist eine seltene bakterielle Erkrankung, die durch das Bakterium Coxiella burnetii hervorgerufen wird. Sie kann zu unterschiedlichen Beschwerden führen, am häufigsten sind jedoch Fieber, Schüttelfrost und Husten. Es handelt sich um eine Zoonose, d. h. eine Erkrankung von Tieren, die auch auf den Menschen übertragen werden kann. Das Bakterium kommt vor allen Dingen in Schafen, Ziegen und Rindern vor. Das Q-Fieber ist in Südeuropa weit verbreitet, tritt jedoch auch in allen anderen Regionen der Welt auf. Die meisten in Mitteleuropa auftretenden Fälle sind auf eine Ansteckung in Spanien samt den Kanarischen Inseln zurückzuführen. im Zeitraum 2007‒2010 ist es zu einer großen Epidemie in niederländischen Schaf- und Ziegenbeständen gekommen, bei der sich auch 3.700 Menschen angesteckt haben. Die meisten von ihnen standen in beruflichem Kontakt zu Schafen und Ziegen.

Die in Deutschland gemeldeten Erkrankungen haben in den letzten Jahren zugenommen. Im Jahr 2014 wurden 262 Fälle von Q-Fieber gemeldet.

Ansteckung

Der Mensch kann sich bei infizierten Tieren anstecken, vor allem bei Schafen, Ziegen und Rindern. Die Bakterien verbreiten sich vorrangig über die Luft, können jedoch auch lange in Staub oder unzureichend pasteurisierter Milch überleben. Die Gefahr einer Ansteckung besteht vor allem bei Personen, die mit Tieren arbeiten, beispielsweise bei Landwirten, Schlachthof-Mitarbeitern und Tierärzten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr selten.

Symptome

Die Symptome treten in der Regel zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung auf. Nur etwa die Hälfte der infizierten Patienten zeigen überhaupt Beschwerden. Das Q-Fieber ist durch Fieber mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen gekennzeichnet. Bei einem Fünftel der Betroffenen ist im Rahmen der Erkrankung auch ein Hautausschlag zu beobachten. Mitunter entwickelt sich auch eine Lungenentzündung mit trockenem Husten. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Leberentzündung und Gelbsucht kommen. Ebenfalls selten ist eine Herzklappenentzündung (Endokarditis), eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) und Nierenversagen im Rahmen der Erkrankung. Gefährlich kann die Infektion jedoch für Personen mit vorbestehenden Herzfehlern oder künstlichen Herzklappen sein, da sie ein erhöhtes Risiko für eine Herzklappenentzündung haben.

Die Erkrankung lässt sich anhand einer Blutuntersuchung nachweisen, bei der Antikörper gegen den Krankheitserreger oder Teile des Krankheitserregers direkt bestimmt werden. Eventuell wird die Untersuchung durch eine Röntgenaufnahme und eine Gewebeuntersuchung ergänzt.

Vorbeugende Maßnahmen

Es stecken sich vorrangig Personen an, die mit Tieren arbeiten. Grundsätzlich sollte man den Kontakt zu infizierten Tieren oder kontaminiertem Staub vermeiden, sofern dies bekannt ist. In der Praxis heißt das, dass keine Bauernhöfe besucht werden sollten, bei denen Q-Fieber im Tierbestand nachgewiesen wurde. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass verwendete Milch ausreichend pasteurisiert wurde. Besonders schwangere Frauen und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten besonders vorsichtig sein. In Endemiegebieten sollte beim Umgang mit Tierprodukten ein Mundschutz getragen werden. Eine Impfung für beruflich exponierte Personen als auch für Tiere steht in einigen Ländern zur Verfügung, ist aber in Deutschland noch nicht zugelassen.

Behandlung

Das Q-Fieber ist in der Regel ungefährlich und geht häufig von selbst vorüber. In manchen kann die Erkrankung jedoch einen schweren Verlauf nehmen. Suchen Sie deshalb umgehend einen Arzt auf, falls Sie vermuten, sich angesteckt zu haben. Patienten mit Q-Fieber können wirksam mit Antibiotika behandelt werden. Bei einer schweren Erkrankung mit seltenen Komplikationen, beispielsweise einer Herzklappenentzündung, kann eine längerfristige antibiotische Therapie notwendig sein.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.
  • Thomas Fühner, PD Dr. med., Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, Hannover

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Q-Fieber. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Robert-Koch-Institut. Q-Fieber. RKI-Ratgeber für Ärzte. Stand 2012. www.rki.de
  2. Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Pneumonie, ambulant erworben, Behandlung und Prävention von erwachsenen Patienten. AWMF-Leitlinie Nr. 020-020. Stand 2015. www.awmf.org
  3. Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie. Infektiöse Endokarditis und Endokarditisprophylaxe im Kindes- und Jugendalter. AWMF-Leitlinie Nr. 023-024. Stand 2014. www.awmf.org
  4. Raoult D. Treatment and prevention of Q fever. UpToDate, last updated Apr 26, 2013. UpToDate
  5. Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Atypische erregerbedingte Meningoenzephalitiden. AWMF-Leitlinie Nr. 030-061. Stand 2012. www.awmf.org