Die Behandlung von Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew)

Eine Kombination aus regelmäßiger Bewegungstherapie und Einnahme von Medikamenten erzielt bei den meisten Patienten mit Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) gute Effekte, kann sich aber sehr zeitaufwändig und schwierig gestalten. Die Behandlung sollte in Absprache mit Ärzten und Physiotherapeuten entwickelt werden.

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Was sind die Ziele der Behandlung von Morbus Bechterew?

Die Behandlung von Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) zielt darauf ab, Schmerzen und Steifigkeit zu lindern, die Gelenkentzündungen zu reduzieren, Fehlstellungen vorzubeugen, eine Verschlechterung des Allgemeinzustands zu verhindern und den Patienten zu ermöglichen, ihre gewohnten Aktivitäten fortzusetzen.

Was können Sie selbst tun?

Das Wichtigste bei der Behandlung von Morbus Bechterew ist der Beitrag, den die Betroffenen selbst leisten. Regelmäßige körperliche Aktivität ist in der Behandlung am wichtigsten. Dadurch wird die Gefahr von Steifigkeit und Schmerzen im Rücken verringert. Die Patienten sollten in regelmäßigem Kontakt mit Physiotherapeuten stehen, die ihnen Ratschläge dazu geben, welche Übungen durchgeführt werden sollten.

Die ersten Übungen sollten die Patienten bereits am Morgen ausführen, vorzugsweise nach einer warmen Dusche. Übungen für den Rücken sind besonders wichtig, vor allem Dehnübungen und Beweglichkeitstraining. Auch regelmäßige Atemübungen sind sehr wichtig, um Steifigkeit im Brustkorb zu verhindern. Schwimmtraining in einem beheizten Pool ist eine ausgezeichnete Aktivität für Patienten mit Morbus Bechterew.

Patienten sollten sich eine geeignete Körperhaltung bei der Arbeit angewöhnen. Ideal sind Berufe mit hoher körperlicher Aktivität und häufig abwechselnden Körperhaltungen. Langes Sitzen in derselben Position sollte vermieden werden.

Wegen der Gefahr von Infektionen der Lunge und von reduzierter Lungenkapazität ist es äußerst wichtig, dass Patienten mit Morbus Bechterew auf das Rauchen verzichten.

Welche Medikamente können bei der Behandlung verwendet werden?

Die medikamentöse Therapie von Morbus Bechterew dient in erster Linie der Linderung von Schmerzen. Am häufigsten werden sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verwendet, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.

Es gibt eine Vielzahl verschiedener NSAR. Zur Behandlung von Morbus Bechterew werden insbesondere NSAR mit Langzeitwirkung eingesetzt. Wenn sie abends eingenommen werden, ergibt sich eine gute Wirkung während der gesamten Nacht und der Effekt auf die Steifigkeit und Schmerzen hält auch noch am nächsten Morgen an. Beispiele für solche Medikamente sind Ketoprofen und Ibumetin als Retard-Kapseln.

Die Liste möglicher Nebenwirkungen von NSAR ist lang, aber ernste Probleme kommen selten vor. Die häufigsten Probleme sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Sehstörungen. NSAR können auch eine negative Wirkung auf Leber und Nieren haben. Zudem können NSAR zu einer erhöhten Säureproduktion und verringerten Schleimproduktion im Magen führen, was Magengeschwüre und schwere Magenblutungen zur Folge haben kann. Bei Menschen, die über eine längere Zeit NSAR einnehmen müssen, kann die Einnahme von Medikamente, die vor Magengeschwüren schützen, notwendig werden. Diese Substanzen unterteilen sich in zwei Gruppen: Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol und Esomeprazol, und H2-Rezeptor-Antagonisten, wie Ranitidin oder Famotidin. Patienten, die Geschwüre oder Blutungen im Magen oder eine Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe haben, sollten keine NSAR einnehmen. Patienten mit Blutgerinnungsstörungen, Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen sollten Vorsicht walten lassen und während der letzten drei Schwangerschaftsmonate wird von der Einnahme von NSAR abgeraten.

Selektive cyclooxygenase-2-Hemmer (COX-2-Hemmer), wie z.B. Celecoxib können gegebenenfalls eine weniger starke Wirkung auf den Magen haben, und die Gefahr von Magengeschwüren und Blutungen ist etwas geringer. Allerdings erhöhen diese Medikamente das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weshalb bei diesen Mitteln auch Vorsicht geboten ist.

In manchen Fällen können stärkere entzündungshemmende Arzneimittel verwendet werden, vor allem dann, wenn andere Gelenke als die Wirbelsäule von der Entzündung betroffen sind. Zu diesen Mitteln gehören beispielsweise Sulfasalazin und Methotrexat, sie werden u.a. auch zur Behandlung von rheumatoider Arthritis eingesetzt. Für diese Behandlung sind Fachärzte der Rheumatologie zuständig.

Tumornekrosefaktor-alpha-Hemmer (TNF-alpha-Hemmer)

Haben Betroffene eine sehr aktive Form der Morbus Bechterew, gibt es weitere Therapiemöglichkeiten mit Arzneimitteln, die den entzündungsfördernden Botenstoff Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) hemmen. Diese relativ neue Gruppe biologischer Hemmstoffe mindert die Krankheitsaktivität und kann ein Fortschreiten der Morbus Bechterew verzögern oder verhindern. Diese sogenannten TNF-alpha-Hemmer dämpfen das Immunsystem. Das ist therapeutisch erwünscht, allerdings bringt die Behandlung eine erhöhte Infektionsgefahr mit sich. Zur Frage, ob durch die Therapie mit TNF-alpha-Hemmern das Risiko für Krebserkrankungen erhöht sein könnte, gibt es widersprüchliche Daten. Es ist mit dem behandelnden Arzt abzuwägen, ob und zu welchem Krankheitszeitpunkt eine TNF-alpha-Therapie sinnvoll ist.

Bewegungstraining

Bewegungstraining ist die wichtigste Komponente bei der Behandlung aller Patienten. Eine Sammelstudie zeigte, dass Bewegungstherapie hilfreich ist, aber es ist nicht klar, welches spezifische Behandlungsprotokoll am besten befolgt werden sollte. Perioden mit intensivem körperlichem Training, auch Training im Wasser, können das allgemeine regelmäßige Bewegungstraining ergänzen.

Der wichtigste Faktor ist, dass Patienten Übungen und Trainingsmethoden von Physiotherapeuten erlernen, die sie regelmäßig selbstständig ausführen können.

Chirurgische Behandlung

Ein chirurgischer Eingriff kann in seltenen Fällen notwendig sein, z. B. wenn schwere Fehlstellungen der Wirbelsäule vorliegen. Die Operationen sind jedoch häufig mit großen Risiken verbunden. Einige Patienten profitieren davon, wenn steife und zerstörte Gelenken operativ durch Prothesen ersetzt werden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew). Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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