Polyarteriitis nodosa

Polyarteriitis nodosa ist eine Krankheit, die die kleinen und mittleren Blutgefäße (Arterien) angreift. Es handelt sich dabei um eine seltene, schwere Erkrankung.

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Was ist Polyarteriitis nodosa?

Polyarteriitis nodosa (PN) ist eine Krankheit, die die kleinen und mittleren Blutgefäße (Arterien) angreift. Besonders die Arterien der Nieren, des Magen-Darm-Trakts, der Nerven, der Gelenke und des Herzens sind betroffen. Eine spezielle Krankheitsform, die "Kutane PN", ist vor allem auf die Haut beschränkt. Diese Verlaufsform hat eine gute Prognose.

Polyarteriitis nodosa ist eine seltene Erkrankung, die unbehandelt schwere Leiden nach sich ziehen kann. Studien haben eine Erkrankungshäufigkeit von 6 aus 100.000 Personen ergeben. Die meisten Betroffenen sind zwischen 20 und 60 Jahren alt – Männer erkranken doppelt so häufig wie Frauen.

Symptome

Anfangs sind die Symptome oft diffus. Manche Patienten klagen über Fieber, Gewichtsverlust und Müdigkeit begleitet von Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Es treten häufig verschiedene Arten von Hautausschlägen auf. Viele klagen über Bauchschmerzen. Weitere Symptome sind Sehstörungen oder Augenschmerzen, Atemnot, Brustschmerzen und Blut im Urin zählen.

Bei einigen Patienten ist nur die Haut betroffen. Diese Variante wird als kutane Polyarteriitis nodosa bezeichnet und ist nicht so schwerwiegend wie die übliche Form.

Ursache

Polyarteriitis nodosa entsteht aufgrund einer Entzündung der kleinen Blutgefäße. Die Entzündung zerstört die Gefäßwand, so dass die Blutgefäße platzen können. Gleichzeitig findet eine rasche Blutgerinnung im Gefäß statt, und es verstopft.

Die Gründe hierfür sind unklar. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Fehlermeldung durch das körpereigene Immunsystem. Bei einigen Patienten kann die Krankheit durch eine Infektion der Leber mit dem Hepatitis B Virus oder Hepatitis C Virus ausgelöst werden, welche häufig bei Drogenabhängigen anzutreffen ist.

Diagnostik

Da die Symptome anfangs oft diffus sind, ist eine Diagnosestellung oftmals schwierig. Eine Reihe von Bluttests zeigt ungewöhnliche Ergebnisse wie niedrige Blutwerte, eine hohe Blutsenkung, eine niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen, eine erhöhte Anzahl Blutplättchen und Störungen der Immunglobuline. Alle diese Tests sind jedoch unspezifisch und sagen nichts darüber aus, welche Krankheit vorliegt. Um Polyarteriitis nodosa diagnostizieren zu können ist es erforderlich, Gewebeproben zu entnehmen und diese mikroskopisch zu untersuchen. Dies geschieht normalerweise im Krankenhaus. Zusätzlich zu den Gewebeproben werden in der Regel die Blutgefäße mittels Röntgenaufnahmen untersucht (Arteriografie). Eine CT- und MRT-Untersuchung kann auch notwendig sein.

Behandlung

Das Behandlungsziel ist eine Abschwächung des Entzündungsprozesses und die Verhinderung von schweren Schäden an Organen wie Niere, Herz und Lunge. Glukokortikoide (Kortison) und Zytostatika sind in der Regel wirksame, entzündungshemmende Behandlungsmethoden. Darüber hinaus kann eine Verabreichung von verschiedenen Herzpräparaten erforderlich sein.

Prognose

Polyarteriitis nodosa ist eine Krankheit, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Etwa 15 % der unbehandelten Personen mit dieser Krankheit leben nach fünf Jahren noch. Mit Glucocorticoiden erhöht sich die Fünfjahresüberlebensrate auf 50 %, und bei zusätzlicher Einnahme von Zytostatika auf etwa 80 %. Bei der Kutanen PN ist die Überlebenswahrsch

Weiterführende Informationen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Polyarteriitis nodosa. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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