Stillen und Alkohol

Trinken Sie während der Schwangerschaft viel Alkohol, kann dies das Kind längerfristig schädigen. Sobald der Säugling etwas größer ist, dürfen Sie in Ausnahmefällen ein Glas Wein oder Bier trinken, ohne dass das Kind dadurch geschädigt wird. Halten Sie sich dazu an die Ratschläge, die wir Ihnen in diesem Dokument vermitteln.

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Stillende Mütter sollten weitestgehend auf Alkohol und vollständig auf Drogen verzichten, da diese Substanzen in die Muttermilch übergehen. Dies kann sich nachteilig auf die Milchproduktion auswirken; zudem können Alkohol und Drogen den Säugling schon in kleinen Mengen direkt schädigen. Alle Drogen können dazu führen, dass das Neugeborene apathisch/schläfrig wird. Wenn die Mutter Alkohol konsumiert und/oder andere Drogen nimmt, erhöht sich für den Säugling zudem das Risiko für einen plötzlichen Kindstod (SIDS, Sudden Infant Death Syndrome). 

Studien haben gezeigt, dass innerhalb von 30 Minuten nach Alkoholgenuss der Inhalt eines Glases Wein oder Bier ausreichen, um den Geruch/Geschmack der Muttermilch zu verändern. Zudem ist ein leicht betäubender Effekt auf den Säugling zu verzeichnen. Große Alkoholmengen können dazu führen, dass das Kind apathisch wird, tief schläft und schwach ist. Das apathische und schläfrige Kind kann zudem einen Teil seiner Saugkraft einbüßen und somit die Fähigkeit, ausreichend Muttermilch aufzunehmen. 

Am empfindlichsten reagieren darauf die kleinsten Säuglinge

Zu Beginn sollte gänzlich auf Alkohol verzichtet werden. Ein Glas eines alkoholischen Getränks pro Tag kann bereits ausreichen, um das Kind langfristig zu schädigen. So ist beispielsweise die Gefahr für motorische Entwicklungsstörungen bei den Kindern höher, die Alkohol ausgesetzt waren, als bei denen, die keinem Alkohol ausgesetzt waren. Ein solches Kind lernt beispielsweise später laufen als andere Kinder.

Innerhalb des ersten Lebensjahres entwickelt sich das Gehirn des Kindes stark weiter. Dieser Reifungsprozess ist äußerst vielschichtig und komplex. Daher können sämtliche Drogen, die sich auf diese Vorgänge auswirken, ungeahnte langfristige Folgen haben.

Während der ersten Lebenswochen des Säuglings benötigt dieser doppelt so lange wie ein Erwachsener, um den Alkohol abzubauen. Der Alkohol wird in der Leber abgebaut. Diese ist erst ab einem Lebensalter von mehreren Monaten ausgereift. Stillt eine Mutter mit Alkohol im Blut, so kann das Kind eine Alkoholvergiftung erleiden und über mehrere Tage apathisch und schwer krank sein. Jüngere Säuglinge reagieren deutlich empfindlicher auf Alkohol als etwas ältere Säuglinge.

Alkohol wirkt sich auch auf die Mütter aus. Sie sind müde, reagieren möglicherweise langsamer oder gereizt auf das Kind. Dies wirkt sich in der Regel nachteilig auf die Beziehung zwischen Mutter und Kind aus.

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Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen