Stillen und Koffein

Der Genuss von 2–3 Tassen Kaffee pro Tag in der Stillzeit wirkt sich in der Regel nur geringfügig auf das Kind aus. Eine hohe Koffeinaufnahme kann jedoch dazu führen, dass das Kind rastlos und unruhig wird und unter Koliken leidet.

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Koffein ist in einigen Getränken und Nahrungsmitteln enthalten. So enthalten u. a. Tee, colahaltige Getränke und Schokolade Koffein. Als bekannteste Koffeinquelle gilt jedoch Kaffee. Der durchschnittliche Kaffeetrinker nimmt ca. 300–400 mg Koffein pro Tag zu sich. Eine hohe Koffeinaufnahme von mehr als 750 mg Koffein täglich entspricht etwa 5 großen Tassen Kaffee pro Tag.

Bei Neugeborenen wird das Koffein äußerst langsam abgebaut. Studien zufolge benötigen Frühgeborene im Mittel 100 Stunden und Neugeborene bzw. Kinder in den ersten Lebenswochen im Mittel 80 Stunden, um jeweils die Hälfte der im Blut enthaltenen Koffeinmenge abzubauen (Halbwertzeit). Diese Prozesse laufen jedoch beim individuellen Kind sehr unterschiedlich schnell ab, es sind auch Halbwertzeiten von bis zu 140 Stunden gemessen worden. Zum Vergleich: bei Erwachsenen ist die Koffeinkonzentration bereits 3–5 Stunden nach dem Konsum um die Hälfte reduziert.

Eisenmangel in der Muttermilch

Bei Müttern, die viel Kaffee trinken, sind die Kinder mitunter besonders wach und aktiv. Sie weisen zudem einen verkürzten Schlafrhythmus auf. Dieser Zustand kann von Koliken und Verstopfung begleitet sein. In diesem Fall können koffeinfreier Kaffee sowie nicht-colahaltige Getränke ausprobiert werden.

Trinken Sie während der Schwangerschaft und in der ersten Zeit nach der Entbindung mehr als drei Tassen Kaffee pro Tag, kann sich der Eisengehalt der Muttermilch gegenüber der von nicht kaffeetrinkenden Müttern verringern.

Eine geringe Kaffeemenge wirkt sich kaum auf das Kind aus.

Koffein zählt nicht zu den Stoffen, die während der Stillzeit unbedingt zu meiden sind. Seien Sie dennoch vorsichtig, sobald das Kind eine der o. g. Auswirkungen zeigt. Sie sollten dann die Koffeinaufnahme testweise verringern. Wahrscheinlich reagieren Frühgeborene empfindlicher auf Koffein; hier sollten Sie also besonders vorsichtig sein.

Ein geringer Kaffeekonsum in der Stillzeit wirkt sich nicht auf das Kind aus. Spezialisten zufolge sollten Sie jedoch nicht mehr als 300 mg Koffein pro Tag aufnehmen. Dies entspricht in etwa 2–3 Tassen Kaffee. Berücksichtigen Sie dabei aber Ihren Konsum an Schokolade, Cola, Tee und v. a. Energy-Drinks; gerade letztere enthalten oft sehr hohe Mengen an Koffein (bis zu 160 mg/100 ml). 

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Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen