Stillen

Kinder werden häufig schon wenige Minuten nach der Geburt an die Brust angelegt. Es dauert jedoch ein paar Tage, bis die Milchproduktion richtig in Gang kommt. Darauf ist das Kind aber bestens vorbereitet. Muttermilch ist in den erste Lebensmonaten die ideale Ernährung für den wachsenden Säugling.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Die Brust schon in der Schwangerschaft aufs Stillen vorbereiten

Schon während der Schwangerschaft können Sie Ihre Brüste auf die anstehende Stillzeit vorbereiten, zum Beispiel dadurch, dass Sie Teile des Tages ganz ohne BH oder auch mit einem Still-BH verbringen, bei dem die Lasche zur Öffnung des BHs heruntergeklappt ist. So sind die Brustwarzen leichter Reibung durch die Kleidung ausgesetzt. Die Brustwarzen sollten nicht mit Seife gewaschen werden, da die Haut so austrocknet und sich das Risiko von Rissen und Wundbildung erhöht. Ziel ist es, das Gewebe der Brustwarze schon jetzt etwas unempfindlicher wird gegenüber äußeren Einflüssen und die Haut der Brust geschmeidig bleibt. Oft ist aber auch gar keine spezielle Vorbereitung nötig, damit das Stillen gut funktioniert. 

Sollten Sie Schlupf- oder Flachwarzen haben, kann es für das Kind schwierig sein, den Brustwarzenbereich richtig mit dem Mund zu umfassen. Das können Sie überprüfen, indem Sie den dunklen Bereich um die Brustwarze herum mit Zeigefinger und Daumen zusammendrücken (ca. 2,5 cm hinter dem Warzenansatz). Wenn sich die Brustwarze dabei in die Brust zurückzieht oder glättet, kann es für das Kind schwierig werden, die Brustwarze und den umgebenden Bereich gut zu fassen zu bekommen. Normalerweise kommt es bei diesem Zusammendrücken zu einer gewissen Aufrichtung der Brustwarze.

Wenn Sie Ihre Frauenärztin, eine Hebamme oder auch Familie und Freunde um Rat bitten, werden Sie sicher hilfreiche Tipps bekommen, wie Sie sich am besten auf das Stillen vorbereiten können. 

Die erste Stillphase

Kinder werden häufig schon wenige Minuten nach der Geburt an die Brust angelegt. Es dauert jedoch ein paar Tage, bis die Milchproduktion richtig in Gang kommt. Darauf ist das Kind aber bestens vorbereitet. Es bringt nämlich aus seiner Zeit in der Gebärmutter ausreichend Nährstoffe mit sich, die nun verwertet werden, bevor der Säugling ausreichend Nährstoffe über die Muttermilch erhält. Das Kind braucht auch ein wenig Zeit, bis es so effektiv und kraftvoll saugen kann, dass das Stillen wirklich gut funktioniert. Die erste Milch, die die Mutter während der ersten 72 Stunden nach der Geburt produziert, wird Kolostrum genannt und ist besonders wertvoll für das Neugeborene, da hier u. a. auch Antikörper (zur Stärkung der Infektabwehr) enthalten sind.

So früh wie möglich nach der Geburt mit dem Stillen zu beginnen, bewirkt auch, dass sich die Gebärmutter wieder zusammenzieht, sodass die nach der Geburt noch anhaltende leichte Blutung im Uterus schneller vollständig stoppt.

Säugling und Mutter lernen während der ersten Tage, sich so aufeinander einzustellen, dass das Stillen für beide angenehm ist. Ihre Hebamme oder Frauenärztin kann Ihnen erklären, wie Sie Ihr Baby so halten, dass Sie sich selbst auch entspannen können. Es kann sein, dass das Saugen des Säuglings erst etwas unangenehm ist, aber auch das lässt sich vermeiden. Mit der Zeit werden Sie auch schnell erkennen, wann Ihr Kind gestillt werden möchte und einen geeigneten Rhythmus entwickeln können.

Stilltechniken

Viele Probleme, die im Zusammenhang mit dem Stillen auftreten können – wie wunde Brustwarzen, zu wenig Milch, ein unangenehmes Gefühl beim Stillen – können mit einfachen Mitteln verhindert oder durch geeignete Techniken gelöst werden. Dabei geht es um die optimale Stillposition, die richtige Position des Kindes, die beste Lage der Brust, die richtige Saug- und Atemtechnik des Kindes beim Stillen, die korrekte Unterstützung der Brust und den möglichst schonenden Abschluss des Stillvorgangs. Zu Beginn scheint es möglicherweise, als ob viel zu viel Neues zu begreifen und zu lernen wäre; den allermeisten Mütter und Säuglingen gelingt ein für beide Seite angenehmes Stillen jedoch recht schnell.

  • Stillposition: Ob Sie sich entscheiden, auf der Seite liegend im Bett zu stillen oder in einem Stuhl zu sitzen – die richtige Stillposition ist immer von großer Bedeutung. Dank der Unterstützung durch Kissen oder Stillkissen müssen sich Mutter und Kind beim Stillen nicht anstrengen.
  • Position des Kindes: Insbesondere in der frühen Kindheit fühlt sich das Baby bei direktem Hautkontakt besonders sicher und geborgen. Daher darf der Säugling beim Stillen gern kaum oder gar keine Kleidung tragen. Das Kind sollte so gerade wie möglich liegen, sodass es sich nicht drehen oder winden muss, um die Brustwarze zu erreichen. Sie können mit verschiedenen Positionen experimentieren. Vor allem Frühgeborene (aber auch viele andere) haben möglicherweise Probleme damit, richtigen Halt an der Brust zu finden. Eine Umlagerung des Säuglings beim Stillen kann dazu beitragen, dieses Problem zu lösen.
  • Brust geben: Es ist zu empfehlen, zunächst ein paar Tropfen Milch herauszudrücken, um die Brustwarze zu befeuchten, bevor sie dem Säugling gegeben wird. Wenn Sie die Brust mit der Hand unterstützen, sorgt das für Erleichterung. Außerdem wird das Gewicht der Brust dadurch nicht zur Belastung für das Kind. Mit zunehmendem Alter des Säuglings wird das immer weniger wichtig.
  • Saug- und Atemtechnik: Die Mutter kann die Lippen des Kindes ein wenig mit der milchfeuchten Brustwarze berühren, falls das Baby nicht spontan mit der Nahrungsaufnahme beginnt. Wenn das Kind den Mund öffnet, um die Brustwarze einzusaugen, sollte es ein bisschen näher an die Brust herangedrückt werden, sodass seine Lippen den ganzen dunklen Bereich um die Brustwarze (Areola oder Warzenhof) herum und nicht nur die Brustwarze selbst umschließen. Für den Milchfluss ist es sehr wichtig, dass der Säugling den Bereich um die Brustwarze herum und nicht nur die Brustwarze selbst ansaugt. Wenn nur die Brustwarze vom Mund des Säuglings umfasst wird, werden die Brustwarzen zudem leichter wund.
  • Abschluss des Stillvorgangs: Sie sollten die Brustwarze nicht herausziehen, solange das Kind noch saugt. Stattdessen können Sie einen Finger in den Mund des Babys schieben, sodass der Sog abgebaut wird, bevor die Brustwarze herausgezogen wird. Dies trägt dazu bei, zusätzliche Belastungen und eine mögliche Wundbildung an der Brust zu verhindern.
  • Freies Stillen: Empfohlen wird das sogenannte freie Stillen nach Bedarf des Kindes. Natürlich ist es nicht für alle Mütter angenehm, mehrmals pro Nacht stillen zu müssen, denn das kann sehr ermüden und äußerst anstrengend sein. In der Generation unserer Großmütter galt noch die Regel, Kinder nach strengem Takt alle vier Stunden zu stillen, auch wenn das Kind vor Hunger schrie, bevor vier Stunden ohne Milch vorüber waren. Stillen mit mehreren Stunden Zwischenraum kann aber auch ohne diese strikte Regel für manche Frauen die beste Lösung sein. Eine Untersuchung konnte zeigen, dass der Säugling auf diese Art mehr Nährstoffe aufnimmt. In der Regel müssen Neugeborene in den ersten Lebenswochen etwa 8-mal am Tag (24 Stunden) gestillt werden (oder sogar häufiger), mit zunehmendem Lebensalter verringern sich die Häufigkeit und auch die Dauer des Stillens. Ungefähr ab dem 3./4. Monat kommen viele Babys gut damit zurecht, etwa 6-mal Muttermilch zu erhalten; später auch seltener.

Milchproduktion

Die Brüste werden während der Schwangerschaft größer. Dies beruht darauf, dass die Milchdrüsen, in denen die Milch produziert wird, wachsen. Die Größe der Brüste vor der Schwangerschaft ist in erster Linie vom Fettgewebe und nicht vom milchbildenden Gewebe bestimmt. Mütter mit kleinen Brüsten produzieren daher nicht weniger Milch als Frauen mit großen Brüsten. Je öfter Mütter ihr Baby stillen – vorausgesetzt, dass Stillen wird korrekt durchgeführt –, desto mehr Milch produzieren die Brustdrüsen. Solange das Kind normal wächst, gibt es keinen Anlass, sich Sorgen zu machen, die Milch könnte womöglich nicht ausreichen.

Es wird empfohlen, Neugeborene nicht mit der Flasche zu füttern, insbesondere nicht mit Säuglingsnahrung, da sich das Kind daran gewöhnt und das Stillen erst später richtig in Gang kommt. Diese Empfehlung darf aber nicht übertrieben streng interpretiert werden. Viele Kinder benötigen in den ersten Lebenstagen etwas zusätzlichen Tee oder auch etwas Nahrung, weil die Milchproduktion oder das Stillen selbst noch nicht optimal funktioniert. Nach einigen Tagen hat sich das (vorausgesetzt, Mutter und Säugling bekommen genügend Unterstützung, sodass das Stillen immer wieder probiert wird) meist eingespielt und es ist keine zusätzliche Flüssigkeitsgabe oder Ernährung außer der Muttermlich mehr nötig.

Milchstau und Brustentzündung

Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Milchgänge verstopfen. Dies ist daran zu erkennen, dass kleine schmerzende Knötchen innerhalb der Brüste entstehen, die auch gerötet sein können. Normalerweise ist der Grund dafür eine unzureichende Entleerung der Brust, sodass Reste von Milch die Milchgänge verstopfen. Wird diese Verstopfung nicht behoben, kann es zu einer Brustentzündung kommen. Die beste Abhilfemaßnahme ist die Erhöhung des Milchflusses. Dafür gibt es verschiedene Methoden, zum Beispiel häufigeres Stillen. Beginnen Sie das Stillen immer zunächst an der Brust mit Milchstau. Falls das Baby die Brust nicht leert, muss der letzte Rest abgepumpt werden (mechanische oder auch elektrische Milchpumpe). Achten Sie darauf, dass kein Druck auf die Brust ausgeübt wird und dadurch die Milchgänge zusammengedrückt werden, z. B. durch zu enge BHs. Hören Sie in dieser Zeit nicht auf zu stillen, denn dadurch können sich die Beschwerden noch verschlimmern.

Häufig ist es wirksam, ein warmes, feuchtes Handtuch oder Ähnliches um die Brust zu legen. In dieses feuchte Handtuch kann auch eine Wärmflasche eingelegt werden, sodass sich die Wärme länger hält. Die Wärme bewirkt, dass der Bereich besser durchblutet wird und sich die Milchgänge ein wenig ausdehnen können. Auch eine Brustmassage unter der warmen Dusche kann hilfreich sein. Anderen Frauen tun eher kühle Umschläge oder auch Quark auf der Brust gut. Auch hier kann die Hebamme viele Informationen geben.

Manchmal weigern sich Kinder, an der betroffenen Brust zu saugen. Die Milch kann nämlich aufgrund der verstopften Milchgänge ein wenig sauer geworden sein. Pumpen Sie dann die Brust ab und entleeren Sie sie so gut wie möglich. Setzen Sie mit dem Abpumpen der Brust fort, bis das Problem behoben ist und das Kind auch wieder an der beschwerlichen Brust saugt.

Suchen Sie ärztliche Hilfe, wenn sich zunehmende Schmerzen der Brust, Fieber, Schüttelfrost oder Schwitzen oder eine stärkere Schwellung oder Rötung der Brust entwickeln. Möglicherweise sind dann Antibiotika nötig, weil sich inzwischen eine bakterielle Infektion entwickelt hat (Brustentzündung). Es ist gut, dennoch weiterhin so viel wie möglich mit der entzündeten Brust zu stillen. Pumpen Sie die Brust außerdem nach Möglichkeit nach dem Stillen ganz leer, damit sie so schnell wie möglich heilt. Das Gleiche gilt für die Anwendung heißer Umschläge und warmer Duschen, am besten häufiger als viermal am Tag. In einigen Fällen kann sich durch eine Brustdrüsenentzündung ein Abszess bilden, der möglicherweise entleert werden muss. Unter diesen Umständen wird das Stillen von der betroffenen Brust natürlich eingestellt. Es ist trotzdem wichtig, die Brust abzupumpen, damit das Stillen wieder aufgenommen werden kann, wenn die Symptome zurückgehen.

Wunde Brustwarzen

Wunde oder schmerzende Brustwarzen sollten so häufig wie irgend möglich der Luft ausgesetzt werden. Manchen Frauen hilft es, die Brustwarzen nach dem Stillen mit einem Fön (auf niedrigster Stufe) zu trocknen. Die Brust sollte auch nur mit Wasser gewaschen werden, nicht mit Seife oder Feuchttüchern auf Alkoholbasis. Falls eine ausgeprägte Rissbildung der Brustwarzen vorliegt, können bestimmte Cremes ohne Parfüm angewendet werden. Kosmetika und parfümierte Pflegeprodukte sollten vermieden werden.

Positive Effekte des Stillens

Mit Ausnahme von Vitamin D enthält die Muttermilch alles, was das Baby ernährungsphysiologisch benötigt, um sich in den ersten Monaten normal zu entwickeln. Stillen hat auch eine positive Wirkung auf das Immunsystem, denn die Muttermilch enthält unter anderem Antikörper der Mutter, die das Kind vor Infektionen schützen. Darüber hinaus hat das Stillen positiven Einfluss auf die Entwicklung und Reifung des eigenen Immunsystems beim Kind und auch andere positive langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit. Auch der enge körperliche und emotionale Kontakt zwischen Mutter und Kind spielt eine wichtige positive Rolle für die Entwicklung des Kindes. Stillen kann sich auch positiv auf die Gesundheit der Mutter auswirken – es gibt unter anderem starke Hinweise darauf, dass Stillen das Risiko von Brustkrebs vor der Menopause reduziert.

In Bezug auf die Vermeidung von Allergien gilt: Kinder sollten möglichst 4 Monate lange voll gestillt werden. Mit Beginn des 5. Monats sollten Sie zusätzliche Nahrung einführen, aber dennoch auch weiter stillen. Während früher galt, möglichst erst nur Nahrungsmittel anzubieten, die in der Regel keine Allergien auslösen (Karotten, Kartoffeln etc.), haben Studien der letzten Jahre gezeigt, dass dies nicht nötig ist. Es gibt vielmehr sogar Hinweise darauf, dass es günstig ist, verschiedene Nahrungsmittel recht früh anzubieten und dass z. B. die frühe Ernährung mit Fisch vor einer späteren Allergie schützen kann. Auch Säuglinge mit einem erhöhten Risiko für Allergien (etwa weil die Eltern Allergiker sind), sollten zunächst gestillt werden. Falls die Muttermilch nicht ausreicht, steht für diese Kinder spezielle Säuglingsnahrung zur Verfügung, die hypoallergen ist (sogenannte HA-Nahrung), also keine allergenen Bestandteile der Kuhmilch enthält. Hier gibt es verschiedene Zubereitungen im Angebot, von denen sich aber nicht alle in Studien als wirksam zur Allergievorbeugung erwiesen haben. Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt beraten.

Langes Stillen trägt auch zu einem gesunden Körpergewicht bei: Stillkinder zeigen ab dem Alter von 2–3 Monaten bis zum Ende des ersten Lebensjahres im Durchschnitt eine geringere Gewichtszunahme als Kinder, die Säuglingsnahrung erhalten. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sich durch Stillen das Risiko späterer Fettleibigkeit reduziert.

Vitamine und Ernährung der Mutter

Während Sie Ihr Kind ausschließlich stillen, sollten Sie selbst auf eine gesunde, ausgewogene und ausreichende Ernährung und genügend Flüssigkeitszufuhr (etwa 2 l/Tag) achten. Es ist sinnvoll, zusätzlich Jod (oder jodiertes Salz) einzunehmen. Auf getrocknete Algen, die zur Jodversorgung auch angeboten werden, sollten Sie aber verzichten: diese enthalten zu viel Jod. Möglicherweise wird die Frauenärztin Ihnen auch die Einnahme von Folsäure während der Stillzeit empfehlen. Ansonsten sind genügend Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Reis, Getreide, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, etwas Fleisch und Fisch (je 1- bis etwa 2-mal/Woche) sowie ausreichend Milchprodukte (etwa 0,5 l Milch pro Tag bzw. Naturjoghurt und Käse) zu empfehlen. Es hat keinen Nutzen in Bezug auf die Vorbeugung von Allergien beim Kind, auf allergene Nahrungsmittel zu verzichten: Nehmen Sie also weiterhin z. B. Kuhmilch, Nüsse, Eier, Fisch (Seefisch, aber keinen Raubfisch wegen der Schadstoffbelastung) zu sich. Manche gestillte Kinder reagieren auf blähende Nahrungsmittel (Kohl, Zwiebeln etc. in der Nahrung der Mutter) mit Bauchschmerzen oder auf Zitrusfrüchte mit einem wunden Po: dies ist von Kind zu Kind verschieden, Sie sollten es ausprobieren.

Möchten Sie sich vegetarisch ernähren, ist dies in der Regel kein Problem für das gestillte Baby, solange Sie Milchprodukte und Eier essen. Bei einer veganen Ernährung jedoch besteht ein großes Risiko für Defizite in der Versorgung Ihres Säuglings, die zu Entwicklungsstörungen führen können. Hier sind Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine (v. a. Vitamin B) wichtig; eine Ernährungsberatung beim Experten ist sehr zu empfehlen.

Sie sollten sich während der Stillzeit so ernähren, dass Sie Ihr Gewicht halten bzw. langsam abnehmen. Von Diäten ist deutlich abzuraten.

Säuglinge sollten Vitamin D zusätzlich erhalten (in der Regel 500 mg/Tag); die Dosis richtet sich nach der Jahreszeit (v. a. im Winter nötig).

Väter/Partner und Stillen

Es ist wichtig zu bedenken, dass auch Väter bzw. Partner oder Partnerinnen eine wichtige unterstützende Rolle spielen, auch wenn das Stillen selbstverständlich ein exklusives Privileg der Mutter ist. Wenn Väter bzw. Partner oder Partnerinnen die Mutter unterstützt, funktioniert das Stillen besser. Ihr Vertrauen in die Fähigkeit der Mutter zu stillen, ihre Unterstützung und praktische Hilfestellung erleichtern es, so häufig wie möglich gute Gelegenheiten zum Stillen wahrzunehmen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen