Rhesus-Isoimmunisierung

Zusammenfassung

  • Definition:Risiko bei schwangeren Rh-negativen Frauen, die einen Rh-positiven Fetus austragen. Frühere Geburten oder Fehlgeburten prädisponieren.
  • Häufigkeit:In Deutschland sind 15 % Rh-negativ. Bei etwa 10 % aller Schwangerschaften besteht die Konstellation Rh-negative Schwangere und Rh-positiver Fetus. Eine Immunisierung geschieht bei ca. 2 % bei Geburten; die Zahl liegt höher bei Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüchen. Eine Immunisierungsreaktion ist bei ca. 1 von 1.000 Lebendgeburten zu beobachten. 50 % dieser Kinder entwickeln Anämie.
  • Symptome:Keine sicheren intrauterinen Symptome. Nach der Entbindung kann das Kind Anämie und unter Umständen auch Ikterus (aufgrund von Hämolyse) entwickeln.
  • Befunde:Mithilfe von Ultraschall lässt sich die Erkrankung intrauterin durch den Nachweis von Hydrops fetalis feststellen, evtl. auch durch einen verstärkten Blutfluss in der fetalen Arteria cerebri media.
  • Diagnose:Antikörper im Blut der Mutter sowie eine nach sonografisch gesteuerter Chordozentese (Nabelschnurpunktion) nachgewiesene Anämie des Fetus werden zum Nachweis der Erkrankung angewendet. Andere Test sind positiver Coombs-Test, erhöhtes Bilirubin und eine normozytäre Anämie mit erhöhten Retikulozyten-Werten beim Kind.
  • Behandlung:Anti-D-Immunglobulin wird Rhesus-negativen Frauen während der Schwangerschaft sowie nach der Geburt bzw. nach Fehlgeburt und Schwangerschaftsabbruch verabreicht, um die Entwicklung einer Immunisierung zu verhindern. Eine Anämie des Fetus kann mit intrauteriner Transfusion behandelt werden.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Ein immunologischer Zustand, der bei Rhesus-negativen Schwangeren (Rh–) mit einem Rhesus-positiven Fetus (Rh+) eintreten kann.
  • Das Immunsystem der Mutter bildet Antikörper gegen das Rh-Antigen des Fetus. Die Antikörper durchqueren die Plazenta und zerstören die fetalen Erythrozyten und rufen damit eine fetale Anämie hervor.1
  • In schweren Fällen kann der Fetus Aszites, subkutante Ödeme sowie pleurale und perikardiale Effusionen (Hydrops fetalis) entwickeln und intrauterin absterben. Außerdem kann unkonjugiertes Bilirubin in die Basalganglien eindringen und bleibende neurologische Schäden verursachen.
  • Hydrops fetalis wurde schon 1609 zum ersten Mal beschrieben2, aber erst im Jahr 1940 entdeckten Landsteiner und Wiener das D-Antigen im Rh-System.3
    • Das Rhesus-System besteht aus ca. 50 Antigenen, das D-Antigen gehört zu den Hauptantigenen. Rh-Faktor und D-Antigen (RhD) sind synonyme Begriffe. Rh+ und Rh– werden nur gebraucht, um anzugeben, ob RhD vorkommt oder nicht.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen