Fetale Schädigungen durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft (fetales Alkoholsyndrom)

Zusammenfassung

  • Definition:Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann zu unterschiedlich schweren Schädigungen des Kindes im Mutterleib führen. Die schwerwiegendste Folge ist das fetale Alkoholsyndrom (FAS).
  • Häufigkeit:Für Westeuropa wird die Prävalenz des FAS mit 0,2–8,2 je 1.000 Geburten angegeben. In Deutschland sind schätzungsweise 1 % aller Kinder von einer fetalen Alkoholspektrumstörung (Fetal Alcohol Spectrum Disorder, FASD) betroffen. Darüber hinaus ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
  • Symptome:Kinder mit FAS weisen als Neugeborene typische Gesichtszüge sowie eine peri- oder postnatale Wachstumsretardierung auf. Später fallen kognitive Störungen, eine Lernschwäche, Verhaltensstörungen und evtl. weitere Anomalien auf.
  • Befunde:Klinisch können eine kurze Lidspalte, ein flaches Philtrum (Furche zwischen Nase und Oberlippe), eine schmale Oberlippe, eine Wachstumsretardierung und evtl. Auffälligkeiten bei der neurologischen Untersuchung zu beobachten sein. Später liefern neuropsychologische Tests auffällige Ergebnisse.
  • Diagnostik: FAS-Vollbild: Wachstumsauffälligkeiten, faziale Auffälligkeiten, funktionelle ZNS Auffälligkeiten oder Mikrozephalie, evtl. bestätigte intrauterine Alkohol-Exposition. Partielles FAS: faziale Auffälligkeiten, funktionelle ZNS-Auffälligkeiten, bestätigte oder wahrscheinliche intrauterine Alkohol-Exposition. Es gibt keine FASD-spezifischen psychometrischen Tests. Es können jedoch verschiedene Tests zur Ermittlung der kognitiven Fähigkeiten zur Anwendung kommen. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um Maßnahmen für eine optimale Entwicklung ergreifen zu können.
  • Therapie: Unterschiedlich je nach Art und Ausmaß der Organschädigung, neurokognitiven Defiziten und psychischen Störungen. Therapieplanung im interdisziplinären Team, z. B. aus Allgemeinmediziner, Pädiater, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Pädagoge, Sozialarbeiter, Physiotherapeut, Ergotherapeut, Heilpädagoge, Logopäde.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Alkoholkonsum während der Schwangerschaft wirkt sich schädlich auf das Kind im Mutterleib aus und manifestiert sich bei ihm nach der Geburt auf vielfältige Weise.
  • Der Oberbegriff FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorders) oder fetale Alkoholspektrumstörungen umfasst ein Kontinuum, das von leichteren kognitiven und verhaltensbezogenen Schwierigkeiten bis hin zu extremen Ausprägungen reicht, die meist zum vorzeitigen Tod des Fetus oder zu schweren Funktionsstörungen führen.1
  • FASD ist selbst keine Diagnose, sondern beschreibt eine Gruppe spezifischer Erkrankungen:
    • fetales Alkoholsyndrom – FAS2
      • Diese Bezeichnung3 wird für die am schwersten betroffenen Kinder verwendet. Das Syndrom ist gekennzeichnet durch die Trias charakteristische faziale Auffälligkeiten, Wachstumsretardierung und eingeschränkte Entwicklung des ZNS.
      • Wenn alle 3 Kriterien zutreffen, muss keine Alkoholexposition während der Schwangerschaft nachgewiesen worden sein, um die Diagnose stellen zu können.
    • partielles fetales Alkoholsyndrom – pFAS2
      • ZNS-Auffälligkeiten, 2 faziale Auffälligkeiten und bestätigte oder wahrscheinliche intrauterine Alkoholexposition
    • neurologische Entwicklungsstörung durch pränatale Alkoholexposition1-2
      • engl. Neurodevelopmental Disorder associated with Prenatal Alcohol Exposure (ND-PAE)
      • ZNS-Auffälligkeiten und bestätigte Alkoholexposition während der Schwangerschaft

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen

Quellen