Ecstasy

Die Wirkung von Ecstasy tritt 30 Minuten nach der Einnahme ein, steigert sich und erreicht innerhalb der darauffolgenden 4 Stunden ihren Höhepunkt. Die Droge wirkt gleichzeitig stimulierend und halluzinogen.

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Was ist Ecstasy?

Die bekannteste chemische Substanz, die als Ecstasy bezeichnet wird, ist MDMA (3,4-Methylendioxymethamphetamin). Darüber hinaus findet der Name auch für weitere, chemisch verwandte Stoffe wie z. B. MDA (3,4-Methylendioxyamphetamin) und MDEA (3,4-Methylendioxyethylamphetamin) Verwendung. Daneben wurden auch andere psychoaktive Substanzen wie beispielsweise Amphetamin, Methamphetamin, Koffein, Ephedrin oder Ketamin identifiziert.1

Bei den genannten Substanzen handelt es sich um sogenannte Designerdrogen, die illegal in chemischen Labors hergestellt werden.

Ecstasy wirkt gleichzeitig stimulierend und halluzinogen. Die Rauschwirkung ähnelt der von Amphetamin, kann aber auch gewisse Ähnlichkeiten mit der von LSD aufweisen.

Bei den genannten Substanzen handelt es sich um mit Amphetamin verwandte Verbindungen. MDMA wurde bereits 1912 entwickelt und war ursprünglich als Rohstoff für die Herstellung eines Medikaments zum Stoppen von Operationsblutungen angedacht. In den 1980er-Jahren kam es in den USA immer häufiger zum Missbrauch des Stoffes, weshalb Ecstasy nach einer Anzahl von Todesfällen und Überdosierungen dort verboten wurde. Der illegale Konsum hat sich allerdings weiter ausgebreitet und wurde Anfang der 1990er-Jahre in der House- und Raveszene zunehmend populär.

Der fertige Stoff liegt normalerweise als weißes Pulver vor. Er wird entweder als solches verkauft oder in Form von farbenfrohen, mit einem charakteristischen Logo versehenen Tabletten oder Kapseln vertrieben.

Wirkung

Nach der oralen Einnahme tritt die berauschende Wirkung nach etwa 30 Minuten ein und hält für 4–8 Stunden an. Die Droge wirkt gleichzeitig stimulierend und halluzinogen. 

Wie jedes Psychopharmakon hat Ecstasy zwar auch gewisse typische Wirkungen, sehr oft wird aber vergessen, dass viele Faktoren an der Wirkentfaltung beteiligt sind. Neben der Zusammensetzung der Pille und der Dosierung der Wirksubstanzen, haben aber auch die Atmosphäre der unmittelbaren Umgebung und die Konsumierenden selbst - ihre aktuelle Stimmung und ihre Erwartungen - Einfluss auf die Wirkung.

Daher kann es passieren, dass manche Personen unter Ecstasyeinfluss tanzen wollen und kommunikativer werden, während andere sich eher schwer und mundfaul fühlen. Aber auch bei ein und derselben Person können die Wirkungen sehr unterschiedlich sein. Selbst bei identischer Pillenzusammensetzung werden zwei Pillen niemals zu einem absolut identischen Rausch führen.1

Angenehme Effekte

  • aufputschend, gesteigerte Energie und vermindertes Zeitgefühl
  • gesteigertes Körperempfinden
  • Verringerung von Appetit und Müdigkeit
  • Verschärfung der Sinne, Eindrücke werden oftmals als positiv wahrgenommen
  • Energiekick (häufig verwendete Droge, um mehrere Stunden am Stück durchtanzen zu können)
  • Glücks- und Liebesgefühle, die Umgebung wird als harmonisch wahrgenommen

Gefährliche Wirkungen

  • Halluzinationen (Sinnestäuschungen) und Illusionen sind bei niedriger Dosierung von MDMA eher selten. Bei steigender oder häufig wiederholter Dosis nimmt das Risiko von Verwirrungszuständen und psychotischen Reaktionen (normalerweise vorübergehend) zu. Optische und akustische Halluzinationen und Paranoia können vorkommen. Auch massive Angstzustände und Panikattacken sind möglich. Dies kann unkontrollierte Handlungen und damit ernste Verletzungen bis hin zu Todesfällen zur Folge haben.
  • Der Puls ist beschleunigt, Blutdruck und Körpertemperatur sind erhöht, Muskelspannung und Muskelaktivität nehmen zu. Dies kann zu Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, gefährlicher Überhitzung (siehe weiter unten), Krämpfen und schlimmstenfalls zu Organversagen führen.
  • Ecstasy wirkt sich auf die Fähigkeit des Körpers zur Temperaturregulation aus, die Körpertemperatur erhöht sich. Vermehrte körperliche Aktivität und erhöhte Körpertemperatur gehen mit erhöhtem Flüssigkeitsverlust und drohender Dehydrierung einher. Selbst bei normaler Dosierung kann es dadurch zum Tod infolge eines Hitzschlags mit Fieber bis zu 43° C kommen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann die Dehydrierung zwar in Grenzen halten, allerdings besteht dann das Risiko einer Wasservergiftung mit Bewusstlosigkeit, Koma, Krämpfen und lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.
  • Mundhöhle und Rachen fühlen sich trocken und wund an.
  • Es kann zu Muskelanspannungen, Muskelzuckungen und Kieferblockade (der Mund kann aufgrund von Muskelkrämpfen der Kiefermuskulatur nicht ordentlich geöffnet werden) kommen.
  • Insbesondere nach lang andauerndem MDMA-Rausch folgt normalerweise eine Phase der Müdigkeit, Trägheit, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit ohne jegliche Rauschwirkung.
  • Drogenkonsum während der Schwangerschaft kann zu physischen und psychischem Schäden beim Ungeborenen führen.

Abhängigkeit und Therapie

Wiederholter oder lang andauernder Ecstasykonsum kann zu einer gewissen Abhängigkeit führen, die aber weniger stark ist als bei anderen Drogen. Wird Ecstasy über einen längeren Zeitraum konsumiert, kann sich dies negativ auf das Erinnerungsvermögen und die Bewältigung bestimmter Aufgaben – einfache Problemlösungen, Informationsverarbeitung, Entschlussfähigkeit – auswirken und zu verstärkter Impulsivität, Angstzuständen, Depressionen, Schlaf- und Essstörungen führen. Dies lässt sich durch eine Schädigung einzelner Nervenzellen im Gehirn erklären. Solche Probleme können auch nach Beendigung des Konsums noch über einen längeren Zeitraum (Monate bis Jahre) anhalten, die zugrundeliegenden Mechanismen sind allerdings noch nicht vollständig geklärt.

Eine spezifische Therapie zur Behandlung der Ecstasysucht existiert nicht. Vergiftungen, die mit Hitzschlag, Elektrolytmangel, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall einhergehen, müssen stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Todesfälle

In Zusammenhang mit dem Konsum von Ecstasy kann es auch zu Todesfällen kommen. Die meisten registrierten Todesfälle, die auf ausschließlich auf Ecstasy-Konsum zurückgeführt werden, sind allerdings überwiegend eine Folge von Überhitzung und dem nachfolgenden Nieren- oder Leberversagen. Besonders unter ungünstigen Bedingungen, beispielsweise in schlecht klimatisierten und heißen Räumen sowie bei starker körperlicher Beanspruchung wie es bei ausdauerndem Tanzen der Fall ist, steigt die Gefahr der lebensgefährlich erhöhten Körpertemperatur.

Ein unkalkulierbares Risiko ist zudem mit dem Mischkonsum verbunden. Die meisten registrierten Todesfälle in Zusammenhang mit Ecstasy gehen hierauf zurück. Denn in der Regel wird Ecstasy nicht allein konsumiert, sondern oft zusammen mit Alkohol und anderen Drogen.

In einigen Fällen ist es nach dem Ecstasykonsum auch zu einer tödlichen Wasservergiftung gekommen. Die Personen sind verstorben, weil sie zur Vermeidung einer Überhitzung zu viel Wasser getrunken hatten. Bei der Wasservergiftung kommt es zu einer so starken Verdünnung des Bluts, dass sich Ödeme in Gehirn bilden, die zum Tode führen können.1

Vorsichtsmaßnahmen bei Missbrauch

Nachfolgend finden Sie einige Hinweise und Empfehlungen, die das Risiko von Todesfällen infolge des Ecstasymissbrauchs senken können. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass diese Ratschläge in keinerlei Weise das Risiko ernster Erkrankungen und Todesfälle eliminieren können. Sie schützen nicht vor den negativen Langzeitwirkungen von Ecstasy.

  • Die übliche Dosis besteht aus einer Tablette á 50–150 mg. Um eine Überdosierung zu vermeiden, sollte die Dosis so gering wie möglich gehalten werden. Allerdings lässt sich die genaue Zusammensetzung der Tabletten nicht kontrollieren, weshalb das Risiko, ungewollt auch andere schädliche Stoffe (LSD, Heroin oder Amphetamin) zu sich zu nehmen, selbst bei geringer Dosierung sehr hoch ist.
  • Wer Ecstasy konsumiert, sollte stets reichlich Wasser trinken.
  • Auch auf eine ausreichende Salzzufuhr sollte geachtet werden.
  • Überdies empfiehlt es sich, beim Tanzen Pausen einzulegen, auch wenn man das Gefühl hat, „ewig“ durchhalten zu können.
  • Alkohol kann die Wirkung von Ecstasy beeinflussen, es kann zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen.

Weiterführende Informationen

Literatur

  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Drogenlexikon: Ecstasy. Köln o.D., Zugriff: 24.5.2016. www.drugcom.de

 

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln