Gesundheitliche Schädigung durch Rauchen

Jedes Jahr verlieren Menschen wertvolle Lebensjahre an die Zigarette. Wer früh angefangen hat zu rauchen, lebt durchschnittlich 23 Jahre kürzer. Wer aufhört zu rauchen, senkt sein Risiko erheblich.

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"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

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Warum ist Rauchen so ungesund?

Längst ist bekannt, das das Rauchen seinen sozialen Stellenwert verloren hat, denn das Rauchen schädigt nahezu alle Organe des Körpers und verursacht eine Vielzahl von Erkrankungen.

Rauchen erhöht das Risiko für koronare Herzerkrankungen um das 2- bis 4-Fache. Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist für Männer gegenüber Nichtrauchern sogar um das 23-Fache und für Frauen um das 13-Fache erhöht. Rauchen erhöht das Risiko, an einer COPD (eine Erkrankung, die die Lungenstruktur zerstört und damit u. a. das Atmen erschwert) zu sterben, um das 12- bis 13-Fache. Fast 90 % aller Lungenkrebstode bei Männern und 65 % aller Lungenkrebstode bei Frauen werden durch Rauchen verursacht. Ca. 90 % der mit COPD verbundenen Todesfälle werden durch Rauchen verursacht.

 Tabakkonsum und seine gesundheitliche Folgen1

Rauchen kann viele Arten von Krebs verursachen

Erwiesenermaßen spielt das Rauchen eine Rolle bei der Entwicklung der folgenden Krebsarten:

Gefährlich für den Fetus

Rauchen erhöht außerdem das Risiko für Unfruchtbarkeit, Frühgeburten, Totgeburten, niedriges Geburtsgewicht und plötzlichen Kindstod.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jedes Jahr 5,4 Millionen Menschen durch kardiovaskuläre Erkrankungen, Lungenkrebs und andere Erkrankungen als Folge von Tabakkonsum sterben. Der Tabakkonsum nimmt in den ärmeren Ländern zu. Es wird außerdem geschätzt, dass die Hälfte der Raucher früher stirbt, als wenn sie nicht geraucht hätten. Tabak ist ein Risikofaktor für sechs der acht aktuell verbreitetsten Todesursachen.

Auch optisch müssen Raucher Einbußen in Kauf nehmen. Die Haut altert frühzeitig und sieht in späteren Jahren so dünn aus, wie Pergamentpapier. Rauchen verengt die Blutgefäße, und dies bewirkt, dass die Haut nicht in der Lage ist, genügend Sauerstoff und wichtige Nährstoffen aufzunehmen.

Rauchen führt außerdem zu:

  • verringertem Trainingseffekt und schlechterer sportlicher Leistung
  • höherem Erkrankungsrisiko und langsamerer Genesung
  • erhöhtem Risiko für Erkältungen, Grippe, Bronchitis und Lungenentzündungen
  • Verfärbung der Zähne, Mundgeruch und schlechtem Geruch der Kleidung und der Umgebung, in der Sie rauchen.

Sie können das Risiko verringern

Alle Arten von Tabak sind schädlich und machen süchtig. Wasserpfeifen und E-Zigaretten sind ebenfalls schädlich.

Rauchen schädigt auch andere in Ihrer Umgebung. Hier erfahren Sie mehr zu diesem Thema: Passivrauchen.

Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, verringert sich das Risiko für die vielen Erkrankungen, die in diesem Artikel genannt werden. Dies gilt auch für diejenigen, die viele Jahre lang geraucht haben. So verbessert sich schon nach etwa 5 rauchfreien Jahren das Risikoprofil für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach 10-jährigem Verzicht hat sich das Lungenkrebsrisiko halbiert! Dass Sie nebenher Geld sparen, weniger infektanfällig sind und eine bessere Kondition entwickeln können, kommt zusätzlich hinzu.

Es gibt viele Möglichkeiten der Raucherentwöhnung. Ihr Arzt berät Sie gerne.

Weiterführende Informationen

Literatur

  1. Pötsche-Langer M. et al. Tabakatlas Deutschland 2015. Deutsches Krebsforschungszentrum 2015. www.dkfz.de

Autoren

  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg