Computertomografie (CT) des Brustkorbs (Thorax)

Die Computertomografie des Brustkorbs (Thorax) liefert detaillierte Querschnittsbilder und dreidimensionale Bilder der Lunge, der Bronchien (Luftröhre), des Brustfells (Pleura), der Strukturen im Mittelfellraum (Mediastinum) und im Herzen.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Was ist eine Computertomografie?

Normale Lungen und Bronchien
Normale Lungen und Bronchien

CT ist die Abkürzung für Computed Tomography (Computertomografie). Für die Computertomografie werden dieselben Röntgenstrahlen wie beim normalen Röntgen verwendet. Die CT-Technik unterscheidet sich vom Röntgen jedoch durch eine modernere Methode zur Registrierung der Strahlen und durch die Tatsache, dass ein Computer die Daten zu einem dreidimensionalen Bild zusammensetzt. Die Röntgenquelle und die Bereiche, die die Strahlen empfangen, die Röntgenempfänger oder Detektoren, bewegen sich um die abzubildende Umgebung herum, sodass ein Querschnitt und eine dreidimensionale Darstellung erstellt werden können. Der Vorteil dieser Methode ist, dass auch sehr kleine Veränderungen dargestellt werden können, und dass weiches Gewebe mit gleicher Dichte unterschieden werden kann.

Die Bilder der Computertomografie sind schwarzweiß. Die Organe werden in unterschiedlichen Graustufen dargestellt. Gewebe mit niedriger Dichte, wie beispielsweise in einem luftgefüllten Hohlraum, wird als dunkle oder schwarze Bereiche abgebildet. Gewebe mit größerer Dichte wird in helleren Grautönen dargestellt. Je höher die Dichte desto heller das Grau. Knochengewebe wird weiß dargestellt.

Die Strahlenbelastung ist höher als bei den meisten üblichen Röntgenuntersuchungen, was aber mit dem diagnostischen Vorteil abgewogen werden muss, der jedoch üblicherweise überwiegt – die Bilder sind einfach besser.

Computertomografie des Brustkorbs

Da die Computertomografie zwischen unterschiedlichen inneren Organen, den Weichteilen, unterscheiden kann, kann die Computertomografie des Brustkorbs (Thorax) detaillierte Querschnittsbilder und dreidimensionale Bilder der Lunge, der Bronchien (Luftröhre), des Brustfells (Pleura) und der Strukturen im Mittelfellraum (Mediastinum) und im Herzen liefern. Die Bilder werden in unterschiedlichen Grautönen dargestellt. Je heller das Grau desto dichter ist das Gewebe. Knochen werden weiß dargestellt, während die Abbildung von Luft schwarz ist. Die Bildqualität lässt sich durch eine Injektion von Kontrastmittel noch verbessern.

Wann wird eine Computertomografie des Brustkorbs durchgeführt?

Eine Computertomografie des Brustkorbs wird in erster Linie verwendet, wenn andere Diagnosemethoden nicht ausreichen. Insbesondere wird sie eingesetzt, um Tumore und Entzündungen der Lunge oder Bronchien oder eine Thrombose in der Lunge erkennen zu können.

Die Untersuchung

Die Computertomografie kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden: entweder als Serie einzelner Bilder oder als zusammenhängende Aufnahme bei einer so genannten Spiral-Computertomografie.

Serie einzelner Bilder

Der Brustkorb mit der Brusthöhle wird in Form von vielen horizontalen Schnitten dargestellt, sogenannten Querschnittsbildern. Die Querschnittsbilder werden eins nach dem anderen aufgenommen. Während beim herkömmlichen Röntgen ein „flaches“ zweidimensionales Bild erstellt wird, auf dem die Organe im Vordergrund über den weiter hinten liegenden Organen dargestellt werden, entstehen bei der Computertomografie Bilder, auf denen hinten liegende Organe nicht verdeckt werden. Durch Bearbeitung am Rechner werden die Schnittbilder dann zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt. In Kombination mit einer Kontrastmittelinjektion können Tumore und Entzündungskrankheiten häufig besser dargestellt werden, da auch die Durchblutung sichtbar gemacht wird.

Spiral-Computertomografie

Die Spiral-Computertomografie ist eine Form der Computertomografie, bei der die Patienten kontinuierlich durch das Strahlenfeld bewegt werden, sodass die kreisenden Bewegungen der Röntgenquelle und der Detektoren elektrische Signale in einer Spiralbewegung registrieren. Auf diese Weise werden die Informationen als kontinuierlicher Strom auf einem Rechner gespeichert. Das bedeutet, dass in kürzerer Zeit ein größerer Bereich mit einem Mal abgebildet werden kann. Die Volumendaten werden dann auf dem Rechner bearbeitet, um Schnittbilder oder auch dreidimensionale Bilder zu erstellen.

Die Untersuchung

Die Vorgehensweise bei der Untersuchung kann je nach Röntgenabteilung abweichen. Im Allgemeinen läuft diese Untersuchung aber wie nachfolgend beschrieben ab.

Der Patient liegt bei der Untersuchung auf einer motorisierten Liege, die ihn oder sie in eine röhren- oder tunnelförmige Öffnung bewegt. Der Patient muss während der Untersuchung ganz still liegen, damit die Bilder nicht unscharf werden. Während der Aufnahme wird der Patient gebeten, die Luft anzuhalten.

Die Geräte, die Quelle mit den Röntgenstrahlen und der Röntgenempfänger in dieser „Röhre“ bewegen sich während der Aufnahme der Bilder rund um den Patienten. Gleichzeitig sind die Bilder auf einem Bildschirm zu sehen. Wenn ein Bereich detaillierter dargestellt werden muss, wird ein Kontrastmittel ins Blut injiziert. Viele Patienten verspüren bei der Injektion des Kontrastmittels ein Wärmegefühl, das sich im Körper verteilt. Einige reagieren mit Unwohlsein oder auch Erbrechen auf das Mittel. Durch tiefes und langsames Atmen lässt sich das Unwohlsein des Patienten jedoch meist beheben.

Vorbereitung des Patienten

Üblicherweise erhalten Sie die Anweisung, vier Stunden vor der Untersuchung und der Anwendung des Kontrastmittels nichts mehr zu essen und zu trinken. Auf diese Weise wird die Übelkeit aufgrund der Kontrastmittelinjektion gemindert.

Eine Schwangerschaft muss vor der Untersuchung unbedingt bekannt gegeben werden, da eine Computertomografie während der Schwangerschaft – wenn möglich – vermieden werden sollte. Sowohl der überweisende Arzt als auch die Röntgenabteilung müssen abwägen, wie notwendig die Untersuchung wirklich ist.

Auch über eine Allergie müssen Sie die Röntgenabteilung informieren, damit beurteilt werden kann, ob die Verwendung eines Kontrastmittels notwendig ist und/oder ob weitere Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden müssen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie bereits früher allergisch auf ein Kontrastmittel reagiert haben.

Wenn Sie an Diabetes leiden, werden bestimmte Medikamente verabreicht. Muss für die Untersuchung ein Kontrastmittel verwendet werden, müssen Sie in den ersten Tagen nach der Untersuchung Ihre Tabletten absetzen, bis die Nierenfunktion (Kreatinin) unter Kontrolle ist.

Auch wenn Sie eine verschlechterte Nierenfunktion haben oder an einem Plasmozytom leiden, ist eine besondere Planung der Röntgenabteilung erforderlich.

Es kann zu klaustrophobische Reaktionen kommen, bei der Mehrzahl der Patienten erfolgt die Untersuchung jedoch ohne größere Probleme. Für sehr unruhige Patienten kann ein Beruhigungsmittel verwendet werden. Patienten mit starken Schmerzen kann ein Schmerzmittel verabreicht werden.

Gegenstände aus Metall wie Knöpfe, Reißverschlüsse, Gürtel, Schmuck und so weiter müssen aus dem Untersuchungsbereich entfernt werden.

Was kann nachgewiesen werden?

Die Untersuchung gibt eine gute Vorstellung von Knoten, Tumoren und Zysten im Lungengewebe und im Gewebe rund um die Lunge und zwischen den Lungenflügeln. Die Computertomografie kann verschiedene Veränderungen nachweisen, die auf einem gewöhnliche Röntgenbild nicht zu sehen sind. Das Kontrastmittel, das ins Blut injiziert wird, kann dabei die Bildqualität verbessern.

Wollen Sie mehr darüber erfahren?

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln
  • Günter Ollenschläger, Professor für Innere Medizin, Uniklinikum Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel CT, Thorax. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Stark P. Principles of computed tomography of the chest. UpToDate, last updated Jan 06, 2014. UpToDate
  2. Flohr TG, Schaller S, Stierstorfer K, et al. Multi-detector row CT systems and image-reconstruction techniques. Radiology 2005; 235:756. Radiology