CT des Gehirns

Die Computertomografie (CT) des Gehirns ist eine dreidimensionale Röntgendarstellung des Kopfes/des Gehirns. Konventionelle Röntgenaufnahmen sagen vor allem etwas über den Schädel aus (Knochen, die das Gehirn umgeben), aber die CT stellt auch Hirngewebe, Häute und Blutgefäße im Inneren dar.

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Das Gehirn

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Gehirn, Längsschnitt

Das Gehirn liegt gut geschützt innerhalb des Schädels, dem Kranium. Das Gehirn umfasst das Großhirn (Cerebrum), das aus zwei Hälften (Hemisphären) besteht, sowie dem Kleinhirn (Cerebellum) und dem Hirnstamm (siehe Abbildung). Die Hemisphären machen einen Anteil von knapp 90 % des Hirngewebes aus. Jede Hemisphäre misst ca. 15 cm in Längsrichtung und etwa 11 cm in der Gesamtbreite. Der äußere Teil des Großhirns wird als Hirnrinde (Kortex) bezeichnet. Hier befinden sich Bereiche, die unsere Bewegungen, Gedanken, Gefühle usw. steuern (siehe Abbildung). Die Oberfläche der Hirnrinde besteht aus einer Reihe an Falten des Nervengewebes, sodass die Gesamtoberfläche sehr groß ist. Das Kleinhirn, das die Koordination der Muskeln steuert, liegt unter dem hinteren Teil der Hemisphären. Auch das Cerebellum besteht aus Nervenzellen und ist in zwei Hemisphären unterteilt. Der Hirnstamm, der etwa 75 mm lang ist, verbindet den Rest des Gehirns mit dem Rückenmark und enthält die Nervenzentren, die die automatischen Funktionen wie Atmung und Herzschlag kontrollieren. Innerhalb des Gehirns gibt es vier Hohlräume (Ventrikel), die miteinander verbunden und mit Flüssigkeit, Zerebrospinalflüssigkeit, gefüllt sind (siehe unten). Die Ventrikel haben eine offene Verbindung mit dem langen, dünnen Hohlraum, der nach unten im Wirbelkanal und mit dem Hohlraum zwischen dem weichen Hirngewebe und dem Kranium (siehe unten) verläuft. Alle diese Hohlräume enthalten Zerebrospinalflüssigkeit.

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Ventrikelsystem, Längsschnitt

Ventrikelsystem, Querschnitt
Ventrikelsystem, Querschnitt

Was ist eine CT?

CT-Bild einer Hirnblutung
CT-Bild einer Hirnblutung

Die CT-Aufnahmen werden mit den gleichen Röntgenstrahlen aufgenommen wie konventionelle Röntgenaufnahmen. Die CT-Technik unterscheidet sich vom Röntgen dadurch, dass man eine fortgeschrittenere Methode zum Aufzeichnen von Strahlen als normale Filme benutzt. Ein Computer wird verwendet, um die Daten zu einem Bild zusammenzufügen. Röntgenquellen und die Abschnitte, die die Strahlen auffangen, Röntgenempfänger oder Detektoren, bewegen sich um das Gebiet, das dargestellt werden soll, sodass die Darstellung im Querschnitt und dreidimensional möglich ist. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie sehr kleine Veränderungen erkennen kann, und es können Aufnahmen vom Weichgewebe dargestellt werden, im Gegensatz zum Röntgen, wo in erster Linie Knochengewebe abgebildet wird.

Die Strahlenbelastung ist größer als bei herkömmlichen Röntgenuntersuchungen, allerdings werden mithilfe der CT wesentlich bessere Aufnahmen erzielt.

CT des Gehirns

Die CT des Gehirns wird in der Fachsprache als kraniale CT bezeichnet. Die Aufnahmen werden verwendet, um das Hirngewebe, die Häute und Blutgefäße im Kopf darzustellen. Weichgewebe mit unterschiedlicher Dichte kann voneinander unterschieden werden und im Gehirn können z. B. Hirnrinde und Hirnmark (graue und weiße Substanz) von der Rückenmarksflüssigkeit unterschieden werden.

Die Aufnahmen werden in verschiedenen Grautönen angezeigt. Je heller der Schatten, desto höher ist die Dichte des Gewebes oder der Strukturen. Knochen werden weiß, während Luft schwarz wird. Die Zugabe von Röntgenkontrastmittel über das Blut kann zu besseren Bildinformationen führen, z. B. lassen sich große Blutgefäße leichter nach der Zugabe von Kontrastmittel in die Gefäße darstellen.

Indikationen

Die CT wird bei Verdacht auf Erkrankungen oder Veränderungen im Gehirn durchgeführt. Dies gilt insbesondere bei der Untersuchung von Schlaganfällen oder um zu untersuchen, ob ein Gehirntumor vorliegen könnte. Die CT wird auch bei der Untersuchung unklarer Kopfbeschwerden durchgeführt, wie z. B. lang anhaltende Kopfschmerzen.

Untersuchung

Herkömmliche CT

Dieses Verfahren zur Erzeugung von CT-Aufnahmen ist in erster Linie von historischer Bedeutung, da die Mehrzahl der Maschinen heute die Spiraltechnologie einsetzt.

Die Organe, die untersucht werden, werden in vielen horizontalen Schichten, den sogenannten Querschnittsaufnahmen, dargestellt. Eine Querschnittsaufnahme nach der anderen wird aufgenommen. Herkömmliches Röntgen liefert eine zweidimensionale Aufnahme, bei der das Organ im vorderen Teil des Körpers von den Organen im hinteren Teil „überschattet“ wird. Die CT erzeugt Aufnahmen, ohne dass die Organe Schatten auf die anderen Organe werfen. Mit der Verarbeitung der Bildsignale in einem Computer können die Schnitte zu einer dreidimensionalen Aufnahme zusammengesetzt werden. Mittels einer zusätzlichen Kontrastmittelinjektion, können Tumore und entzündliche Erkrankungen durch das Sichtbarmachen der Blutversorgung gesehen werden.

Spiral-CT

Die Spiral-CT beinhaltet, dass der Patient kontinuierlich durch das Strahlenfeld geschoben wird, während die Röntgenquelle und die Detektoren um den Patienten herum kreisen und die Aufzeichnungen in einer Spirale entwickeln. Auf diese Weise werden Informationen als kontinuierliches Volumen auf einem Computer gespeichert. Dies bedeutet, dass größere Bereiche während einer Sitzung in kürzerer Zeit gescannt werden können. Die Volumendaten werden dann vom Computer verwendet, um Schnittaufnahmen und möglicherweise dreidimensionale Aufnahmen zu erzeugen. Damit die Untersuchung schneller und präziser wird, benutzt man üblicherweise CT-Geräte mit mehreren Röntgensendern und Detektoren in einem Ring, der den Patienten umgibt.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Dies kann von Radiologie zu Radiologie variieren. Die Informationen, die Ihnen die Radiologie gibt, in der sie untersucht werden sollen, haben Gültigkeit. Meist verläuft die Untersuchung wie unten erklärt ab.

Der Patient wird liegend auf einem motorisierten Tisch untersucht, mit dem er in eine ringförmige Öffnung geschoben wird. Er muss während der Untersuchung ganz ruhig liegen, damit die Aufnahmen nicht unscharf werden.

Die Apparate, Röntgenquellen und Röntgenempfänger, im Ringtunnel bewegen sich um den Patienten herum, während Aufnahmen erstellt werden. Die Aufnahmen werden auf einem Monitor beim Röntgenpersonal angezeigt. Wenn es notwendig ist, einen Bereich heller darzustellen, wird eine Kontrastmittelinjektion in die Blutbahn gegeben. Viele haben das Gefühl eines Wärmeempfindens im Körper, wenn das Kontrastmittel eingespritzt wird. Einige reagieren mit Unwohlsein, Übelkeit und möglicherweise Erbrechen. Durch langsames und tiefes Atmen können Sie die Beschwerden mildern.

Patientenvorbereitung

In der Regel wird empfohlen, 2–4 Stunden vor der Untersuchung nichts zu essen, wenn ein Kontrastmittel verabreicht werden soll. Dies wird gemacht, um einem möglichen Unwohlsein vorzubeugen.

Sind Sie schwanger, müssen Sie dies sagen, da eine CT während der Schwangerschaft nur ungern durchgeführt wird. Sowohl der überweisende Arzt als auch die Radiologieabteilung werden die Notwendigkeit der Untersuchung beurteilen.

Klaustrophobische Reaktionen können vorkommen, aber die meisten führen die Untersuchung ohne große Beschwerden durch. Patienten, die sehr ängstlich sind, erhalten eine Beruhigungsspritze. Patienten mit starken Schmerzen können Schmerzmittel bekommen.

Metallgegenstände wie Knöpfe, Reißverschlüsse, Gürtel, Schmuck etc. müssen aus dem Arbeitsbereich entfernt werden, um die bestmögliche Bildqualität zu gewährleisten.

Bei einem eventuellen Einsatz von Kontrastmitteln

Wenn Sie Allergien haben, müssen Sie die Radiologieabteilung informieren, sodass sie die Notwendigkeit der Verwendung von Kontrastmitteln bewerten und/oder vorbeugende Maßnahmen gegen eine mögliche allergische Reaktion vorbereiten können. Dies gilt insbesondere, wenn Sie bereits früher allergisch auf Kontrastmittel reagiert haben.

Wenn Sie Diabetes (Zuckerkrankheit) haben und Medikamente wie Glucophage/Metformin Orabet benötigen und ein Kontrastmittel aufgrund der CT verabreicht werden soll, wird Ihnen mitgeteilt, ob Sie diese Tabletten vorübergehend absetzen sollen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Nieren nicht überlastet werden.

Auch bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung oder einem multiplen Myelom ist ein spezieller Plan der Radiologie erforderlich.

Fehlerquellen

Hirnblutungen lassen sich nur schwierig visualisieren, besonders wenn die Blutung schon länger her ist (Tage, Wochen). Ein Blutgerinnsel im Gehirn (kann zu einem Schlaganfall führen) kann übersehen werden, wenn erst eine kurze Zeit, also wenige Stunden, seit Auftreten der Verletzung vergangen ist. Bewegungen des Patienten reduzieren die Qualität der Aufnahmen.

Welche Befunde sind möglich?

Eine Vielzahl von Veränderungen im Gehirn können durch eine CT erfasst werden. Die häufigsten Krankheiten, die man finden kann, sind Hirnschäden durch Schlaganfall (Blutung oder Blutgerinnsel, Thrombose), Tumore, die Ausbreitung von Karzinomen von anderen Stellen im Körper, Entzündungen, Demenzveränderungen und verschiedene Schäden nach Kopfverletzungen.

Bei Bedarf kann es nach weiteren Untersuchungen angezeigt sein, eine MRT oder eine PET des Gehirns durchzuführen.

Weiterführende Informationen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel CT, Gehirn. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Ødegård A, Nesje L. `"CT av hjernen". In: T. Johannessen (edt). Norsk Elektronisk Legehåndbok (NEL), Ed. 2015 legehandboka.no
  2. Kress B, Gottschalk A. Schädel-Hirn-Trauma: Röntgen, CT oder MRT?. Der Allgemeinarzt 2015; 37 (5): 45-48. www.allgemeinarzt-online.de