Elastografie

Die Elastografie ist eine schmerzfreie und ungefährliche Untersuchung, mit dem die Elastizität eines Gewebes abgeschätzt werden kann. Sie wird in Kombination mit einer MRT- oder einer Ultraschalluntersuchung durchgeführt.

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Elastografie – Was ist das?

Die Elastografie ist eine schnelle, schmerzfreie und ungefährliche Untersuchung, mit der sich die Elastizität bzw. die Unterschiede der Elastizität eines Gewebes einschätzen lassen. Die Untersuchung beruht auf dem gleichen Prinzip wie eine Tastuntersuchung, bei der der Arzt die Festigkeit oberflächlich liegender Gewebe abschätzt. Durch die Elastografie ist es allerdings auch möglich, tiefer liegende Strukturen und Organe auf ihre Gewebeeigenschaften zu beurteilen. Krankhafte Veränderungen lassen sich durch die Elastografie mit größerer Genauigkeit und zu einem früheren Zeitpunkt als durch eine reine Tastuntersuchung erkennen. 

Die Elastografie kann in Kombination mit einer MRT- oder einer Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Genutzt werden dabei Schallwellen des MRT- oder Ultraschallgeräts, auf die das Gewebe unterschiedlich reagiert. Aus den Messergebnissen kann per Computer berechnet werden, wie fest das untersuchte Gewebe im Vergleich zu den umliegenden Strukturen ist. Gewebe, das durch eine Krebserkrankung oder bestimmte andere Erkrankungen verändert wurde, ist meist fester als gesundes Gewebe.

Am häufigsten wird die Elastografie zur Untersuchung der Leber eingesetzt, kann aber auch zur Untersuchung von anderen Strukturen, z. B. Prostata, Schilddrüse, Brust, Pankreas, Magen-Darm-Trakt und Lymphknoten zum Einsatz kommen. Bei einem Verdacht auf folgende Erkrankungen kann die Elastografie hilfreich sein: Leberzirrhose, Brustkrebs (Mammakarzinom), Prostatakrebs (Prostatakarzinom), Morbus Crohn und Schilddrüsenknoten. Mithilfe der Elastografie können z. B. geeignete Stellen für eine Entnahme von verdächtigem Gewebe (Biopsie) bestimmt werden. Sie kann zudem zur Früherkennung von Schädigungen an Muskeln und Sehnen eingesetzt werden.

Vorbereitung

Vor der Untersuchung sollten Sie nicht gegessen haben bzw. nüchtern sein. Das medizinische Personal wird Sie hierzu im Vorfeld informieren.

Durchführung

Prinzipiell unterscheidet sich die Durchführung nicht von der jeweiligen Technik der Ultraschall- bzw. MRT-Untersuchung. Bei der Ultraschallelastografie wird der Schallkopf, der in einer bestimmten Frequenz vibriert, auf die Haut aufgesetzt. Das Aussenden der Schallwelle kann wie ein leichtes Klopfen zu spüren sein. Es werden mehrere Messungen durchgeführt. Anschließend werden die Ergebnisse am Computer ausgewertet. Die Untersuchung ist schmerz- und nebenwirkungsfrei.

Je nach Ergebnis können sich eine Biopsie des verdächtigen Gewebes sowie Blutuntersuchungen und weitere bildgebende Untersuchungen (z. B. CT, MRT, Ultraschall) anschließen.

Die Elastografie ist keine Kassenleistung. Es handelt sich bei diesem Verfahren um eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL).

Weitere Informationen

Autoren

  • Marleen Mayer, Ärztin, Mannheim

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Elastografie. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Österreichische Röntgengesellschaft ÖRG. Elastographie im Ultraschall. 2017. www.oerg.at
  2. EFSUMB Guidelines and Recommendations on the Clinical Use of Ultrasound Elastography. Part 1: Basic Principles and Technology. Ultraschall in Med 2013. www.dx.doi.org
  3. EFSUMB Guidelines and Recommendations on the Clinical Use of Ultrasound Elastography. Part 2: Clinical Applications. Ultraschall in Med 2013. www.dx.doi.org
  4. Imtiaz S. Breast elastography: A new paradigm in diagnostic breast imaging. Applied Radiology 2018. www.appliedradiology.com
  5. Pressemitteilung der DEGUM. Schilddrüsenknoten – gutartig oder bösartig? Ultraschall-basierte Methode verbessert die Diagnostik deutlich. 2017. www.degum.de
  6. Dietrich CF, Barr RG, Farrokh A et al. Strain Elastography - How To Do It?. Ultrasound Int Open 2017. dx.doi.org