MRT des Gehirns

Das bildgebende Verfahren der Magnetresonanztomografie wird mit MRT abgekürzt. Das MRT-Gerät besteht aus einem Magneten, einem Sender, einem Empfänger und einem Computer. Es unterstützt die Untersuchung einer Vielzahl von Erkrankungen.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Gehirn

Das Gehirn macht zusammen mit dem Hirnstamm und dem Rückenmark das Zentralnervensystem des Körpers aus. Der Hirnstamm ist die Bezeichnung für den Übergang zwischen dem Gehirn und dem Rückenmark. Hier liegen Zentren, die unter anderem die Herz- und Atemfunktionen steuern. Das Gehirn ist durch das Kranium und einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum um die Hirnmasse herum geschützt. Das Gehirn besteht aus einer rechten und einer linken Gehirnhälfte. Der äußere Teil des Gehirns, die Großhirnrinde oder graue Substanz, steuert die meisten Körperfunktionen wie Sehen, Hören, Sprechen, Denken, Bewegungen usw. Der innere Teil des Gehirns, die weiße Substanz, besteht hauptsächlich aus Nervenbahnen, die die verschiedenen Teile des Gehirns miteinander verbinden und die die Nervenimpulse nach oben und unten im Rückenmark leiten.

Die Nervenbahnen aus der Hirnrinde verlaufen zur gegenüberliegenden Seite in die weiße Substanz. Schäden in der linken Gehirnhälfte führen somit zu einem Funktionsverlust der rechten Körperseite. Umgekehrt verursachen Schäden in der rechten Hemisphäre einen Funktionsverlust in der linken Seite des Körpers. Das Gehirn ist von einer Flüssigkeit, der Zerebrospinalflüssigkeit, umgeben, die ebenfalls das Rückenmark umgibt. Bei einem Einstich in den unteren Rücken kann ein Teil dieser Flüssigkeit abfließen, sodass sich Krankheitsanzeichen im Zentralnervensystem überprüft werden können.

Was ist eine MRT?

Das bildgebende Verfahren der Magnetresonanztomografie wird mit MRT abgekürzt. Das MRT-Gerät besteht aus einem Magneten (mehrere magnetische Spulen), einem Sender, einem Empfänger (Antenne) und einem Computer. Diese Komponenten erzeugen zusammen Abbildungen aus dem Inneren des Körpers. Das Gerät ist an beiden Seiten offen und gut beleuchtet. Während der Untersuchung liegen Sie in dem Gerät in einem starken Magnetfeld. Es sendet Radiowellen an die Stellen des Körpers, die untersucht werden sollen. Je nachdem, auf welches Gewebe sie im Körper treffen, werden unterschiedliche Mengen der Radiowellen aufgenommen. In dem starken Magnetfeld werden diese von der Empfängerspule im Gerät erkannt. Die Signale, die auf diese Weise aufgefangen werden, werden an den Computer gesendet, der die Bilder erstellt.

Die Technologie ermöglicht die Aufnahme der Bilder auf verschiedenen Ebenen, ebenso wie dreidimensionale Bilder. Es gibt viele Varianten und Spezialtechniken, die eingesetzt werden können, um die MRT-Signale zu beeinflussen und bestimmte Gewebetypen hervorzuheben. Unter den Kliniken gibt es Unterschiede hinsichtlich der Durchführung der MRT-Untersuchung. Die MRT wird kontinuierlich weiterentwickelt und verbreitet.

Im Gegensatz zu einer CT und zum Röntgen wird keine ionisierende Strahlung eingesetzt. Es gibt keine nachgewiesenen schädlichen Wirkungen des Magnetfeldes und der Radiowellen auf den Menschen.

MRT des Gehirns

Auch die Verfahren zu MRT-Aufnahmen des Gehirns variieren von Abteilung zu Abteilung. Die Bilder werden aus verschiedenen Richtungen aufgenommen. Fließendes Blut kann erkannt werden, indem große Arterien (Pulsadern) und Venen ohne Kontrastmittelgabe deutlich angezeigt werden. Die weiße und graue Hirnsubstanz lässt sich unterscheiden; beide werden außerdem mit einer anderen Dichtheit als die Zerebrospinalflüssigkeit angezeigt. Der Bedarf an Kontrastverstärkung mit intravenösen Kontrastmitteln ist bei der MRT kleiner als bei der CT. Aber besondere MRT-Kontrastmittel können auf Wunsch verwendet werden. Diese Kontrastmittel sind in ihrer Anwendung sehr sicher.

Bei einer allgemeinen Untersuchung sind normale Verhältnisse im Weichgewebe, wie dem Gehirn, dem Raum um das Gehirn, den Nerven und den Blutgefäßen zu finden. Eine normale MRT-Untersuchung zeigt auch, dass die Blutgefäße eine normale Größe, ein normales Aussehen und einen normalen Blutfluss haben.

Patientenvorbereitungen

Gewöhnlich sind besondere Ernährungsvorschriften und andere Vorbereitungen nicht notwendig. Bei Patienten mit Herzschrittmachern, Cochlea-Implantaten (Hörprothese) und Metallclips in den Blutgefäßen des Gehirns nach der Operation aufgrund einer Subarachnoidalblutung (Hirnblutung) können keine MRT-Untersuchungen durchgeführt werden. Dies gilt ebenso für Patienten mit implantierten Medikamentenpumpen und Geräten zur Nervenstimulation. Wer z. B. einen Metallsplitter im Auge hat, sollte von einer MRT absehen. Bei anderen Metallimplantaten sollte beim Arzt oder dem medizinischen Personal nachgefragt werden, ob die Implantate von Bedeutung sind.

Hörgeräte, Zahnprothesen, Schmuck, Piercings, Haarnadeln, Perücken usw. sollten vor der Untersuchung entfernt werden. Bestimmte Kosmetika (Mascara) enthalten Metallfragmente und können zu Unbehagen führen. Sie sollten vor der Untersuchung kein Make-up auflegen.

Untersuchung

Die meisten MRT-Geräte haben die Form eines Tunnels mit Öffnungen an beiden Enden. Modernere Magnete sind kürzer und breiter als die älteren Versionen. Deshalb ist Klaustrophobie bei MRT-Untersuchungen kein großes Problem mehr. Während der Untersuchung entstehen im Gerät laute Klopfgeräusche. Ohrstöpsel und/oder Kopfhörer werden routinemäßig genutzt, um den Lärm zu dämpfen. Wenn nur ein kleiner Körperbereich abgebildet werden soll, wird an der zu untersuchenden Stelle direkt auf die Haut eine Spule gelegt, die die Radiowellensignale auffängt. Bei Untersuchungen des Kopfes hat die Spule die Form eines Käfigs („Vogelkäfig“), in den der Kopf gesteckt wird.

Obwohl moderne Geräte offener sind und seltener klaustrophobische Gefühle verursachen als ältere Versionen, fühlen sich einzelne Patienten während der Untersuchung unwohl. Um die Raumangst zu verringern, kann es bei einigen Patienten hilfreich sein, Beruhigungsmittel zu verabreichen. Es wird eine Zwei-Wege-Kommunikation mit den Untersuchenden aufgebaut. Sie können also mit ihnen reden, auch wenn diese im Kontrollraum neben dem Untersuchungszimmer sitzen. Versuchen Sie sich so gut wie möglich zu entspannen. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

Sie liegen auf einer besonders konstruierten, motorisierten Liege. Wenn Sie bequem liegen, beginnt sich die Liege im Gerät zu bewegen. Es ist besonders wichtig, dass Sie während der Untersuchung ruhig liegen bleiben, damit die Aufnahmen scharf werden. In einigen Fällen wird intravenös ein Kontrastmittel verabreicht, um bessere Bilder zu erhalten. Die Untersuchungszeit variiert, in der Regel dauert sie 20–45 Minuten.

Welche Befunde können sich bei einer MRT des Gehirns ergeben?

Die Studie ist für die Untersuchung einer Vielzahl von Erkrankungen relevant: Hirntumore, Krebsabsiedelungen im Gehirn (Metastasen), Multiple Sklerose, Schlaganfall und Gerinnsel, Infektionen im Kranium (bspw. Enzephalitis), Epilepsie, Krankheiten in bestimmten Bereichen des Gehirns, angeborene Schäden, unklare neurologische Erkrankungen, Tumore des Hörnervs. Bei einer normalen Untersuchung können in den meisten Fällen derartige Krankheiten ausgeschlossen werden.

Weiterführende Informationen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel MRT, Gehirn. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Arbeitsgruppe „Orientierungshilfe Radiologie“ der Bundesfachgruppe Radiologie der Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Röntgengesellschaft. Orientierungshilfe Radiologie, 4. Auflage. Wien 2011.orientierungshilfe.vbdo.at
  2. Strahlenschutzkommission SSK. Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen, Bonn 2011.www.ssk.de