MRT des Kniegelenks

Die MRT spielt bei der Diagnostik von Skelett- und Weichteilverletzungen eine äußerst wichtige Rolle und ist heute in vielen Fällen das bevorzugte bildgebende Untersuchungsverfahren, insbesondere bei Weichteilverletzungen.

Willkommen auf den Seiten der Deximed-Patienteninformationen!

Unsere Patienteninformationen in laiengerechter Sprache stehen Ihnen auch ohne ein Abonnement zur Verfügung.

Sind Sie Arzt? Dann testen Sie unsere Experteninformationen 30 Tage lang kostenlos.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin – ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

30 Tage kostenlos testen!

Kniegelenk

Kniegelenk mit Menisken

Das Kniegelenk verbindet den Oberschenkelknochen (Femur) mit dem Schienbein (Tibia). Es ist ein Scharniergelenk, das hauptsächlich Bewegungen nach vorn (Extension) und nach hinten (Flexion) zulässt. Wenn das Kniegelenk gebeugt ist, lässt es sich bis zu einem gewissen Grad auch nach innen und außen drehen. Die Gelenkflächen im Inneren des Kniegelenks sind mit Knorpel bedeckt. Zwischen den beiden Knochen befinden sich zwei kleinere Knorpelscheiben – die Menisken (siehe Abbildung). Durch das Zentrum des Kniegelenks verlaufen zwei starke Bänder, die die beiden Knochen fest miteinander verbinden. Da sich diese Bänder kreuzen, werden sie als Kreuzbänder (vorderes und hinteres) bezeichnet (nicht im Bild gezeigt). Die Gelenkhöhle ist von einer schützenden Gelenkkapsel umgeben, die ebenfalls zur Verbindung der beiden Knochen beiträgt. Die Gelenkkapsel besteht unter anderem aus starken seitlichen Bändern, die dem Kniegelenk zusammen mit den Kreuzbändern Festigkeit und Stabilität verleihen.

MRT – Was ist das?

Das bildgebende Verfahren der Magnetresonanztomografie wird als MRT abgekürzt. Das MRT-Gerät besteht aus einem starken Magneten (mehreren magnetischen Spulen), einem Gerät zum Empfang von Signalen sowie einem Computer mit entsprechender Software. Diese Komponenten wirken auf eine solche Weise zusammen, dass Abbildungen des Körperinneren erzeugt werden können. Das MRT-Gerät ist an beiden Seiten offen und gut beleuchtet. Während der Untersuchung liegen Sie im Gerät in einem starken Magnetfeld. Durch das Magnetfeld bzw. die elektromagnetischen Wellen werden die elektrisch geladenen Wasserstoffatome in Ihrem Körper für kurze Zeit gleich ausgerichtet, fallen dann aber unter Aussendung von Energie wieder in ihren natürlich Zustand zurück. Diese Signale sind je nach Gewebe und auch Erkrankung unterschiedlich; sie werden von einem Empfänger im MRT aufgenommen, per Computer ausgewertet und zu mehreren Bildern zusammengesetzt.

Die computergestützte Technik ermöglicht die Darstellung in vielen verschiedenen Ebenen und auch dreidimensionale Bilder. Eine Reihe besonderer MRT-Typen und -Techniken kann angewendet werden, um die MRT-Signale so zu verarbeiten, dass bestimmte Gewebetypen hervorgehoben werden. Zusätzlich können auch spezielle Kontrastmittel verwendet werden. Je nachdem, welches Organ in Bezug auf welche Krankheit untersucht werden soll, kommen verschiedene spezielle Verfahren zum Einsatz. Die MRT wird kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.

Im Gegensatz zur CT und zum Röntgen kommt keine radioaktive Strahlung zum Einsatz. Schädliche Wirkungen des bei der MRT hergestellten Magnetfelds auf den Menschen sind nicht bekannt. Allerdings ist zu beachten, dass Metallteile, die in den Bereich des MRT gelangen, zu gefährlichen Unfällen führen können. Hier ist äußerste Vorsicht geboten.

MRT des Kniegelenks

Verletzungen

Die MRT spielt bei der Diagnostik von Skelett- und Weichteilverletzungen eine äußerst wichtige Rolle und ist heute in vielen Fällen das bevorzugte bildgebende Untersuchungsverfahren, insbesondere bei Weichteilverletzungen (Muskeln, Bänder, Sehnen). Darüber hinaus eignet sich die MRT oft auch besser als andere bildgebende Verfahren zur Untersuchung von Komplikationen nach einem Knochenbruch.

Weichteilverletzungen können durch die MRT sehr gut abgebildet werden. Bei Verdacht auf eine Meniskus- oder Kreuzbandverletzung kann eine MRT sinnvoll sein und in einigen Fällen eine Arthroskopie (minimalinvasive Gelenkspiegelung) überflüssig machen.

Bei Verdacht auf eine Skelettverletzung ist die herkömmliche Röntgenuntersuchung das bevorzugte bildgebende Verfahren und in den meisten Fällen auch vollkommen ausreichend. Bestimmte Arten von Brüchen im Kniegelenk oder bestimmte Knochenverletzungen lassen sich mit der MRT jedoch genauer abbilden.

Besteht der Verdacht, dass ein bereits operierter Meniskus erneut gerissen ist, kann es sehr schwierig sein, zwischen einer Narbe im Meniskus und einem neuen Riss zu unterscheiden. In solchen Fällen kann eine MR-Arthrografie durchgeführt werden. Bei der MR-Arthrografie wird ein verdünntes Kontrastmittel in das Kniegelenk eingebracht und dann ein MRT durchgeführt.

Sonstige Veränderungen im Knie

Eine MRT des Kniegelenks kann außerdem angezeigt sein, um Knochen- und Weichteiltumoren, Knorpelverletzungen und -verschleiß oder Infektionen zu diagnostizieren und untersuchen.

Patientenvorbereitung

Normalerweise sind keine besonderen Vorgaben in Bezug auf die Ernährung zu beachten und auch sonst keine Vorbereitungen zu treffen. Bei Patienten, die einen Herzschrittmacher oder ein Cochlea-Implantat (Hörprothese) haben oder bei denen Blutgefäße des Gehirns aufgrund einer Subarachnoidalblutung mit Clips versehen wurden, darf keine MRT-Untersuchung durchgeführt werden. Das Gleiche kann für Patienten mit implantierten Medikamentenpumpen und Geräten zur Nervenstimulation gelten. Auch Patienten, die z. B einen Metallsplitter im Auge haben, dürfen nicht im MRT-Gerät untersucht werden. Bei anderen Metallimplantaten sollte der Arzt oder das Pflegepersonal gefragt werden, ob eine MRT-Untersuchung möglich ist.

Hörgeräte, Zahnprothesen, Schmuck, Piercings, Haarnadeln, Perücken usw. müssen vor der Untersuchung entfernt werden. Bestimmte Kosmetika (Mascara) enthalten Metallpartikel und können zu Unbehagen führen. Deshalb sollten Sie vor der Untersuchung kein Make-up auflegen.

Die Untersuchung

Die meisten MRT-Geräte haben die Form eines Tunnels und sind an beiden Enden offen. Modernere Magnete sind dabei kürzer und breiter als die älteren Bauformen. Deshalb ist Klaustrophobie (Angst vor Enge) bei MRT-Untersuchungen heute kein so großes Problem mehr. Während der Untersuchung macht das Gerät laute Klopfgeräusche. Ohrstöpsel und/oder Kopfhörer werden eingesetzt, um das Gehör zu schonen. Wenn nur ein kleinerer Bereich abgebildet werden soll, wird direkt auf die zu untersuchende Stelle ein Empfänger (Spule) aufgelegt, der die Signale aufnimmt. Bei Untersuchungen des Kopfes hat der Empfänger die Form einer Art Käfig, in den der Kopf gelegt wird.

Moderne MRT-Geräte haben zwar eine größere Öffnung und rufen seltener klaustrophobische Gefühle hervor als ältere Bauformen, manche Patienten empfinden die Untersuchung aber dennoch als unangenehm. Um die Klaustrophobie in solchen Fällen zu lindern, sind bei einzelnen Patienten Beruhigungsmittel erforderlich. Mit dem Untersuchungspersonal wird eine Kommunikationsverbindung aufgebaut. Sie können also mit dem Personal sprechen, auch wenn es sich im Steuerungsraum nebenan befindet. Versuchen Sie, sich so gut wie möglich zu entspannen. Die Untersuchung verursacht keine Schmerzen.

Sie liegen dabei auf einer speziellen Liege, die bewegt werden kann. Wenn Sie bequem liegen, fährt die Liege in das Gerät hinein. Es ist sehr wichtig, dass Sie während der Untersuchung still liegen, damit die Bilder scharf werden. Manchmal wird ein Kontrastmittel verabreicht, um die Qualität der Bilder zu erhöhen. Die Dauer der Untersuchung ist unterschiedlich, meist dauert sie jedoch 20 bis 45 Minuten.

Weiterführende Informationen

Quellen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel MRT, Kniegelenk. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Englund M, Guermazi A, Gale D et al. Incidental meniscal findings on knee MRI in middle-aged and elderly persons. N Engl J Med 2008; 359: 1108-15. New England Journal of Medicine