MRT des Rückens

Die Magnetresonanztomografie (MRT) stellt einen bedeutenden diagnostischen Fortschritt in der Untersuchung der Wirbelsäule und von deren Komponenten dar. Die MRT erzeugt Bilder der Wirbel, der Bandscheiben, des Spinalkanals, des Rückenmarks und der Nerven.

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Rücken

Der Rücken besteht aus der knöchernen Wirbelsäule, der Zerebrospinalflüssigkeit und dem Rückenmark mit Nerven. Die Wirbelsäule besteht aus 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln, 5 Lendenwirbeln und dem Kreuz- und Steißbein. Zwischen jedem der Wirbel befindet sich eine Bandscheibe. Diese Scheibe wirkt wie ein Stoßdämpfer. In einigen Fällen kann die Scheibe reißen, der Inhalt herausfließen und auf die Nerven drücken. Das Rückenmark liegt in der Wirbelsäule und ist geschützt durch Knochengewebe und die Zerebrospinalflüssigkeit, die das Rückenmark umgibt. Aus dem Rückenmark treten Nerven aus, die für die Nervenversorgung des Körpers unterhalb des Kopfes verantwortlich sind. Die Nerven treten paarweise aus, jeweils einer rechts und einer links, entsprechend jedes Segments der Wirbelsäule. So gibt es acht Paar Halsnerven (einer „extra“ zwischen dem Kranium und dem ersten Halswirbel), zwölf Paar Brustnerven, fünf Paar Kreuzbeinnerven und ein Paar Steißbeinnerven. Jeder Nerv versorgt einen bestimmten Bereich des Körpers mit Gefühlsnerven, den sensorischen Nerven, die Signale an das Zentralnervensystem senden, und Muskeln und Sehnen im gleichen Gebiet, die motorischen Nerven, die Signale aus dem Zentralnervensystem senden.

Was ist eine MRT?

Das bildgebende Verfahren der Magnetresonanztomografie wird mit MRT abgekürzt. Das MRT-Gerät besteht aus einem starken Magneten, einem Sender, einem Empfänger (Antenne) und einem Computer. Diese Komponenten erzeugen zusammen Abbildungen vom Inneren des Körpers. Das Gerät ist an beiden Seiten offen und gut beleuchtet. Während der Untersuchung liegen Sie in dem Gerät in einem starken Magnetfeld. Es sendet Radiowellen an die Stellen des Körpers, die untersucht werden sollen. Je nachdem, auf welches Gewebe sie im Körper treffen, werden unterschiedliche Mengen der Radiowellen aufgenommen. In dem starken Magnetfeld werden diese von der Empfängerspule im Gerät erkannt. Die Signale, die auf diese Weise aufgefangen werden, werden an den Computer geschickt, der die Bilder erstellt.

Die Technologie ermöglicht die Aufnahme der Bilder auf verschiedenen Ebenen, ebenso wie dreidimensionale Bilder. Es gibt viele Varianten und Spezialtechniken, die eingesetzt werden können, um die MRT-Signale zu beeinflussen und um bestimmte Gewebetypen hervorzuheben. Unter den Kliniken gibt es Unterschiede hinsichtlich der Durchführung der MRT-Untersuchung. Die MRT wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Im Gegensatz zu einer CT und zum Röntgen wird keine ionisierende Strahlung eingesetzt. Es gibt keine nachgewiesenen schädlichen Wirkungen des Magnetfeldes und der Radiowellen auf den Menschen.

MRT des Rückens

Die MRT stellt einen bedeutenden diagnostischen Fortschritt in der Untersuchung der Wirbelsäule und von deren Komponenten dar. Die MRT erzeugt Bilder der Wirbel, der Bandscheiben, des Spinalkanals, des Rückenmarks und der Nerven. Obwohl das kompakte Knochengewebe keine Signale durch die MRT zulässt, wird die Wirbelsäule durch Signale aus dem Knochenmark und der Bandscheiben dennoch dargestellt.

Eine normale MRT der Wirbelsäule zeigt Knochenmark, Knorpel, Bänder, Rückenmark, Nervenwurzeln.

Indikationen

Eine MRT der Wirbelsäule wird durchgeführt, um Bilder vom Knochenmark, von den Bandscheiben, vom Rückenmark und von den Nerven zu erhalten. Die Untersuchung stellt das Rückenmark und den Bereich um das Rückenmark herum ohne Anwendung von Kontrastmitteln dar. Besonders hilfreich ist die Untersuchung, um Schäden an den Bandscheiben im Rücken (Prolaps) und Schäden des Rückenmarks nachzuweisen.

Patientenvorbereitungen

Normalerweise sind besondere Ernährungsvorschriften und andere Vorbereitungen nicht notwendig. Bei Patienten mit Herzschrittmachern, Cochlea-Implantaten (Hörprothese) und Metallclips in den Blutgefäßen des Gehirns nach einer Operation aufgrund einer Subarachnoidalblutung (Hirnblutung) können keine MRT-Untersuchungen durchgeführt werden. Dies gilt ebenso für Patienten mit implantierten Medikamentenpumpen und Geräten zur Nervenstimulation. Wer z. B. einen Metallsplitter im Auge hat, sollte von einer MRT absehen. Bei anderen Metallimplantaten sollte beim Arzt oder Personal nachgefragt werden, ob die Implantate von Bedeutung sind.

Hörgeräte, Zahnprothesen, Schmuck, Piercings, Haarnadeln, Perücken usw. sollten vor der Untersuchung entfernt werden. Bestimmte Kosmetika (Mascara) enthalten Metallfragmente und können zu Unbehagen führen. Sie sollten vor der Untersuchung kein Make-up auflegen.

Untersuchung

Die meisten MRT-Geräte haben die Form eines Tunnels mit Öffnungen an beiden Enden. Modernere Magnete sind kürzer und breiter als die älteren Versionen. Deshalb ist Klaustrophobie (Raumangst, umgangssprachlich Platzangst) bei MRT-Untersuchungen kein großes Problem mehr. Während der Untersuchung entstehen im Gerät laute Klopfgeräusche. Ohrstöpsel und/oder Kopfhörer werden routinemäßig eingesetzt, um den Lärm zu dämpfen. Wenn nur ein kleiner Körperbereich abgebildet werden soll, wird an der zu untersuchenden Stelle direkt auf die Haut eine Spule gelegt, die die Radiowellensignale auffängt. Bei Untersuchungen des Kopfes hat die Spule die Form eines Käfigs („Vogelkäfig“), in den der Kopf gesteckt wird.

Obwohl moderne Geräte offener sind und seltener klaustrophobische Gefühle verursachen als ältere Versionen, fühlen sich einzelne Patienten während der Untersuchung unwohl. Um die Raumangst zu verringern, kann es bei einigen Patienten hilfreich sein, ein Beruhigungsmittel zu verabreichen. Es wird eine Zwei-Wege-Kommunikation mit den Untersuchenden aufgebaut. Es kann also mit ihnen gesprochen werden, auch wenn das Personal im Kontrollraum neben dem Untersuchungszimmer sitzt. Versuchen Sie sich so gut wie möglich zu entspannen. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

Sie liegen auf einer besonders konstruierten, motorisierten Liege. Wenn Sie bequem liegen, beginnt sich die Liege im Gerät zu bewegen. Es ist besonders wichtig, dass Sie während der Untersuchung ruhig liegen bleiben, damit die Aufnahmen scharf werden. In einigen Fällen wird intravenös eine Kontrastflüssigkeit verabreicht, um bessere Bilder zu erhalten. Die Untersuchungszeit variiert, in der Regel dauert sie 20–45 Minuten.

Welche Befunde sind möglich?

Es können viele Veränderungen und Krankheitszustände abgebildet werden, wie beispielsweise Schäden an Bandscheiben, Zusammenbruch der Wirbel, Tumore, Metastasen an den Wirbelkörpern, Infektionen, Verletzungen des Rückenmarks, degenerative Veränderungen, angeborene Anomalien.

Bei einem Bandscheibenschaden wird der Zwischenraum zwischen zwei Wirbeln schmaler sein. Die reduzierte Scheibenhöhe tritt durch degenerative Veränderungen oder Schäden an der Scheibe auf. Die beschädigte Scheibe kann reißen, sich vorwölben und gegen das Rückenmark oder die Nervenwurzeln drücken. Ein solcher Vorfall ist am häufigsten im unteren Teil des Halses und im lumbalen Teil des Rückens. Niedrige und vorgewölbte Scheiben können auch bei Personen mit gesundem Rücken auftreten. Die Befunde müssen deshalb immer zusammen mit den Beschwerden und den vom Patienten beschriebenen Symptomen in Betracht gezogen werden.

Der Zusammenbruch der Wirbel ist ein häufiger Befund, insbesondere bei älteren Frauen. Die Höhe der Rückenwirbel ist reduziert Die Gründe dafür sind meistens eine Osteoporose, aber auch Verletzungen, Metastasen im Rücken und Infektionen.

Die MRT ist die beste diagnostische Methode bei Tumoren und Metastasen. Sie bietet eine präzise Darstellung von Tumorgewebe und kann Schäden am Rückenmark oder Druck an den Nervenwurzeln nachweisen. Die MRT ist bei akuten Rückenverletzungen nicht so gut geeignet wie eine CT, kann aber Blutungen und Verletzungen des Rückenmarks aufdecken.

Schäden am Rückenmark können zu Druck und Kompressionen führen. Das ist schwerwiegend und nur selten reparabel. Es kann zu einer Lähmung der Nerven unterhalb der Verletzung kommen. Die häufigsten Ursachen sind Metastasen, besonders schwere Prolapse im Halsbereich, Verkehrsunfälle sowie Stürze aus großen Höhen.

Weitere Informationen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel MRT, Rücken. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Arbeitsgruppe „Orientierungshilfe Radiologie“ der Bundesfachgruppe Radiologie der Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Röntgengesellschaft. Orientierungshilfe Radiologie, 4. Auflage. Wien 2011. orientierungshilfe.vbdo.at
  2. Strahlenschutzkommission SSK. Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen, Bonn 2011. www.ssk.de