MRT-Untersuchung

Das bildgebende Verfahren der Magnetresonanztomografie wird MRT abgekürzt. Das MRT-Gerät besteht aus einem starken Magneten (magnetische Spule), einem Sender, einem Empfänger (Antenne) und einem Computer.

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Was ist MRT?

Das bildgebende Verfahren der Magnetresonanztomografie wird MRT abgekürzt. Das MRT-Gerät besteht aus einem starken Magneten (magnetische Spule), einem Sender, einem Empfänger (Antenne) und einem Computer. Diese Komponenten erzeugen zusammen Abbildungen aus dem Inneren des Körpers. Das Gerät ist an beiden Seiten offen und gut beleuchtet. Während der Untersuchung liegen Sie in dem Gerät in einem starken Magnetfeld. Es sendet Radiowellen an die Stellen des Körpers, die untersucht werden sollen. Je nachdem auf welches Gewebe sie im Körper treffen, werden unterschiedliche Mengen der Radiowellen aufgenommen. In dem starken Magnetfeld werden diese von der Empfängerspule im Gerät erkannt. Die Signale, die auf diese Weise aufgefangen werden, werden an den Computer geschickt, der die Bilder erstellt.

Im Gegensatz zu CT und Röntgen wird keine ionisierende Strahlung genutzt. Es gibt keine nachgewiesenen schädlichen Wirkungen des Magnetfeldes und der Radiowellen auf den Menschen.Die Technologie ermöglicht die Aufnahme der Bilder auf verschiedenen Ebenen, ebenso wie dreidimensionale Bilder. Es gibt viele Varianten und Spezialtechniken, die eingesetzt werden können, um die MRT-Signale zu beeinflussen und bestimmte Gewebetypen hervorzuheben. Unter den Kliniken gibt es Unterschiede, hinsichtlich der Durchführung der MRT-Untersuchung. MRT wird kontinuierlich weiterentwickelt und verbreitet.

Verschiedene MRT-Untersuchungen

Eine MRT vom Gehirn liefert detaillierte Bilder von Hirngewebe, Gehirnhöhle und Hirnhäuten. Eine MRT des Rückens stellt das Rückenmark und den Raum rund um den Magen dar, ohne dass intravenös Kontrastmittel gespritzt werden müssen. Die Untersuchung ist besonders nützlich, um Bandscheibenvorfälle, Erkrankungen im Rückenmark und Zustände, bei denen Rückenmark und Nervenwurzeln eingeklemmt sind, nachzuweisen. Die Bildqualität des Zentralnervensystems kann verbessert werden, wenn zur MRT-Untersuchung ein Kontrastmittel gespritzt wird.

Eine MRT von Gliedmaßen und Gelenken liefert eine genaue Darstellung von Fett, Muskeln, Sehnen, Gelenkbändern, Nerven, Blutgefäßen und Knochenmark. Die Untersuchung eignet sich besonders, um Weichteilverletzungen in Knie, Schulter, Handgelenken usw. festzustellen. Darüber hinaus kann sie die Ausbreitung von Tumoren im Knochengewebe und eine mögliche Ausbreitungvon bösartigen Tumoren auf die Knochen zeigen. Die MRT des Herzens zeigt die Struktur im Herzen mit Klappen und Herzmuskeln. Eine MRT von Bauch und Becken zeigt Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz, Nebennieren, Nieren, Blutgefäße und innere Geschlechtsorgane. Die MRT der Blutgefäße (Angiografie) gibt Auskunft über den Zustand der Blutgefäße und des Blutstroms.

Patientenvorbereitungen

Gewöhnlich sind besondere Ernährungsvorschriften und andere Vorbereitungen nicht notwendig. Patienten mit Herzschrittmacher, Cochlea Implantat (Hörprothese) und Clips in den Blutgefäßen des Gehirns nach der Operation aufgrund einer Subarachnoidalblutung (Hirnblutung), können keine MRT-Untersuchung erhalten. Dies gilt ebenso für Patienten mit implantierten Medikamentenpumpen und Geräten zur Nervenstimulation. Wer z. B. einen Metallsplitter im Auge hat, sollte von einer MRT absehen. Bei anderen Metallimplantaten sollte der Arzt oder das Personal der Röntgenabteilung gefragt werden, ob sie von Bedeutung sind.

Hörgeräte, Zahnprothesen, Schmuck, Piercings, Haarnadeln, Perücken usw. sollten vor der Untersuchung entfernt werden. Bestimmte Kosmetika (Mascara) enthalten Metallfragmente und können zu Unbehagen führen. Sie sollten vor der Untersuchung kein Make-up auflegen.

Die Untersuchung

Die meisten MRT-Geräte haben die Form eines Tunnels mit Öffnungen an beiden Enden. Modernere Geräte sind kürzer und breiter als die älteren Versionen. Deshalb ist Klaustrophobie (Raumangst /umgangssprachlich Platzangst) bei MRT-Untersuchungen kein großes Problem mehr. Während der Untersuchung entstehen im Gerät laute Klopfgeräusche. Ohrenstöpsel und/oder Kopfhörer werden routinemäßig genutzt, um den Lärm zu dämpfen Wenn nur ein kleiner Köperbereich abgebildet werden soll, wird an der Stelle, die untersucht werden soll, direkt auf die Haut eine Spule gelegt, die die Radiowellensignale auffängt. Bei Untersuchungen des Kopfes hat die Spule die Form eines Käfigs ("Vogelkäfig"), in den der Kopf gesteckt wird.

Obwohl moderne Geräte offener sind und seltener klaustrophobische Gefühle verursachen als ältere Versionen, fühlen sich einzelne Patienten während der Untersuchung unwohl. Um die Raumangst zu verringern, kann es bei einigen Patienten hilfreich sein, Beruhigungsmittel zu geben. Es wird eine Zwei-Wege-Kommunikation mit den Untersuchenden aufgebaut. Sie können also mit ihnen reden, auch wenn diese im Kontrollraum neben dem Untersuchungszimmer sitzen. Versuchen Sie sich so gut wie möglich zu entspannen. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

Sie liegen auf einer besonders konstruierten, motorisierten Liege. Wenn Sie bequem liegen, beginnt sich die Liege im Gerät zu bewegen. Es ist besonders wichtig, dass Sie während der Untersuchung ruhig liegen bleiben, damit die Aufnahmen scharf werden. In einigen Fällen wird eine Kontrastflüssigkeit in die Blutgefäße gegeben, um bessere Bilder zu bekommen. Die Untersuchungszeit variiert, in der Regel dauert es 20-45 Minuten.

Nach welchen Veränderungen wird gesucht?

Bei einer MRT des Gehirns sucht man u. a. nach Geschwüren, Hirnblutungen, Blutgerinnseln, Herzinfarkten, Ausbuchtungen der Blutgefäße (Aneurysmen), Infektionskrankheiten (z. B. HIV-assozierte neurologische Probleme), Multiple Sklerose. Der Rücken wird auf mögliche Prolaps (Schaden an der Bandscheibe), Tumoren, Entzündungskrankheiten, Multiple Sklerose, angeborene Schäden untersucht. Eine MRT des Herzens gibt Auskunft über dessen Verfassung, deckt Schwächen in der Herzmuskulatur auf, zeigt angeborene Herzkrankheiten, Tumoren und Blutgerinnsel sowie Verengungen der Blutgefäße und den Zustand operierter Blutgefäße. Eine MRT von Gliedmaßen und Gelenken kann Tumoren, akute und chronische Weichteilverletzungen, Schäden an Gelenkbändern und Sehnen - im Knie z. B. am Meniskus, Kreuzband oder den Gelenkbändern - rheumatische Gelenkveränderungen, Infektionen, Knochenmarkserkrankungen nachweisen. Beim MRT von Bauch und Becken wird vor allen Dingen nach Tumoren gesucht. Sehen Sie die Schilderung MRT der weiblichen Geschlechtsorgane. Eine MRT-Angiografie wird angewandt, um Aneurysmen (Arterienerweiterungen), Gefäßverengungen und Gerinnsel nachzuweisen und um Operationen an den Blutgefäßen zu kontrollieren.

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Illustrationen

MRT-Gerät
MRT-Gerät

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel MRT. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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