Szintigrafie der Milz

Bei einer Szintigrafie werden radioaktive Isotope verwendet. Die Untersuchung der Milz wird vor allem bei Patienten mit Bluterkrankungen durchgeführt, die sich durch eine niedrige Anzahl an Blutplättchen auszeichnen, um zu überprüfen, ob nach dem Entfernen der Milz ggf. Milzgewebe zurückgeblieben ist.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Die Milz

Die Milz

Die Milz befindet sich ganz oben links im Bauch unter dem Zwerchfell und vor dem unteren Teil des Brustkorbs mit den Rippen. Im Blutkreislauf und Lymphsystem des Körpers spielt die Milz eine wichtige Rolle, sie reinigt u.a. das Blut von alten roten Blutkörperchen.

Bei einigen Blutkrankheiten wird die Milz entfernt. Selbst wenn die Milz bei einer Operation entfernt wird, kann Milzgewebe an anderen Stellen in der Bauchhöhle erneut auftauchen. Dieses Milzgewebe kann die Blutplättchen (Thrombozyten) zerstören. Dadurch neigen Patienten zu Blutungen, die aufgrund eines Mangels an Blutplättchen entstehen. Dieser Zustand nennt sich Thrombozytopenie. Unter Umständen ist es daher wichtig, dass nachgewiesen wird, ob es derartiges Milzgewebe außerhalb der ursprünglichen Milz gibt.

Was ist eine Szintigrafie?

Eine Szintigrafie ist eine Untersuchung, bei der dem Körper kleine Mengen an radioaktiven Stoffen (Isotopen) zugeführt werden. Die Untersuchung verläuft in zwei Stufen. Zunächst wird dem Patienten Blut entnommen, dann werden die roten Blutkörperchen aus dem entnommenen Blut isoliert. Die Blutkörperchen werden mit einem radioaktiven Stoff markiert und auf 40 °C erhitzt, sodass sie zwar leben, aber leicht beschädigt sind. Dann werden sie zurück in den Blutkreislauf gespritzt, wo sie sich in der Milz und im Milzgewebe ansammeln.

Anschließend werden Bildaufnahmen mit einer Gammakamera gemacht, die die radioaktive Strahlung aus der Verteilung des Spurstoffes im Körper registriert. Es wird eine Aufnahme gemacht – ein Szintigramm –, auf der das zurückgebliebene Milzgewebe zu sehen ist. Das Bild zeigt eine Ansammlung von Punkten und keine präzise Darstellung der Organe, die überprüft werden. Dennoch kann die Untersuchung nützliche Hinweise zur Lösung des medizinischen Problems liefern.

Was ist eine Szintigrafie der Milz?

Die Untersuchung wird eingesetzt, um bei Patienten mit einer niedrigen Anzahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie) Reste von Milzgewebe nachzuweisen, nachdem die Milz bereits bei einer Operation entfernt wurde.

Die Untersuchung

Das radioaktive Material, das an den eigenen roten Blutkörperchen des Patienten haftet, wird in die Blutgefäße gespritzt. Nach ca. 15 Minuten wird eine Aufnahme von Bauch und Milz gemacht. Die Untersuchung dauert etwa 3 Stunden. Für die Untersuchung muss der Patient nicht vorbereitet werden.

Welche Befunde sind möglich?

Zurückgebliebenes Milzgewebe kann nachgewiesen werden.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Szintigrafie, Milz. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Gratz K, Leisner B. Leitlinie für die hepatobiliäre Funktionsszintigraphie und die Leber-Milz-Szintigraphie. Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin. Göttingen o.D. Zugriff 11.3.2016. www.nuklearmedizin.de
  2. Yammine JN, Yatim A, Barbari A. Radionuclide imaging in thoracic splenosis and a review of the literature. Clin Nucl Med. 2003 Feb;28(2):121-3. www.ncbi.nlm.nih.gov