Szintigrafie des Skeletts

Bei der Skelettszintigraphie wird ein phosphathaltiges, radioaktives Mittel (Tracer) verwendet. Nach dem Injizieren des Stoffs in die Blutbahn wird dieser von den Knochen aufgenommen. Die Untersuchung kann genutzt werden, um Erkrankungen im Knochengewebe nachzuweisen.

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Was ist eine Szintigrafie?

Eine Szintigrafie ist eine Untersuchung, bei der dem Körper kleine Mengen an radioaktiven Stoffen (Isotopen) zugeführt werden. Die Untersuchung verläuft in zwei Stufen. Zunächst werden die radioaktiven Stoffe direkt ins Blut gespritzt. Diese Stoffe sind so beschaffen, dass sie sich vor allem in den Organen im Körper ansammeln, die man untersuchen möchte (z.B. das Skelett). Dies kann einige Zeit dauern, es entsteht also Wartezeit zwischen dem Spritzen der Isotope und der Aufnahme. Mithilfe eines Apparates, der die radioaktive Strahlung der Stoffe registriert (Gammakamera), wird ein Bild gemacht – ein sogenanntes Szintigramm. Das Bild zeigt eine Ansammlung von Punkten und keine präzise Darstellung der Organe, die überprüft werden. Die Untersuchung kann aber dennoch nützliche Hinweise zur Lösung Ihres medizinischen Problems liefern.

Was ist eine Skelettszintigrafie?

Bei der Skelettszintigraphie wird ein phosphathaltiges, radioaktives Mittel (Tracer) verwendet. Nach dem Injizieren des Stoffs in die Blutbahn wird dieser von den Knochen aufgenommen. Besonders große Konzentrationen dieser Isotope finden sich in Knochenbereichen mit erhöhter Blutzufuhr und einer hohen Aktivität in Verbindung mit dem Ab- und Aufbau eines Knochens. Dies sind Bereiche, bei denen eine Erkrankung oder Verletzung vorliegt. Der Test wird vor allem zum Nachweis und zur Beobachtung einer Krebsausbreitung im Skelett (Skelettmetastasen) verwendet. Insbesondere Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs und Lymphkrebs können sich auf die Knochen ausbreiten. Eine Skelettszintigrafie kann krankhafte Veränderungen bis zu 6 bis 12 Monate nachweisen, bevor diese im Röntgen sichtbar sind. Der Test wird außerdem zur Diagnose zahlreicher anderer Erkrankungen eingesetzt. Die Untersuchung kann auch verwendet werden, um bei Reparaturen von Schäden und Entzündungsreaktionen bei Infektionen den Zeitpunkt festzustellen und diese sichtbar zu machen. Bei einer normalen Untersuchung sind die radioaktiven Stoffe gleichmäßig im Skelett verteilt und es gibt keine Bereiche oder Flecken mit größeren Konzentrationen.

Indikationen

Häufig dient die Untersuchung dem Nachweis einer Krebsausbreitung (Metastasen) oder um die Entwicklung einer Krebsausbreitung zu beobachten. Dies ist wichtig für die Einteilung der Krebserkrankungen in Stadien und damit auch von entscheidender Bedeutung für die Wahl der Behandlung. Die Methode wird auch bei der Untersuchung unklarer Knochenschmerzen eingesetzt und um festzustellen, ob eine Erkrankung im Knochen an einer Stelle auch an anderen Stellen auftreten kann. Eine andere Indikation kann die Diagnostik bei Knochengeschwulsten, Gelenkentzündungen, Knochenentzündungen (Osteomyelitis), abnormen Heilungen von Knochenbrüchen, Entzündungen an der Knochenhaut, Knochenbrüchen mit Zusammenfall von Wirbeln im Rücken, Sportverletzungen (vor allem sogenannte Stress- oder Ermüdungsbrüche), bei Verdacht auf Knochenbrüche, selbst wenn das Röntgenbild keinen Befund ergibt, bei ungeklärten Hüftschmerzen bei Kindern, bei Verdacht auf Kindesmisshandlungen etc. sein.

Die Untersuchung

Ein radioaktiv markierter Stoff, der besonders vom Knochen aufgenommen wird (ein Phosphat), wird bei der Bildaufnahme des Skelettes verwendet. Dieser Stoff wird in die Blutgefäße, z.B. im Arm, gespritzt. Nach einer Wartezeit von ca. 2,5 Stunden, in der sich der Stoff im Knochengewebe konzentriert, wird die Bildaufnahme vorbereitet. Während der Wartezeit werden Sie aufgefordert, vier bis sechs Gläser Wasser zu trinken und häufig Wasser zu lassen. Bevor die Aufnahme beginnt, werden Sie gebeten, die Blase zu entleeren, weil sonst Veränderungen im Becken verdeckt werden könnten. Das Scannen selbst dauert 30 bis 60 Minuten Während der Aufnahme müssen Sie still liegen, damit man eine Ganzkörperuntersuchung vornehmen kann. Gelingt es den Patienten nicht, so lange still zu liegen, kann man stattdessen auch mehrere Einzelaufnahmen machen. Um einen Befund abzuklären, kann es erforderlich sein, „Nahaufnahmen“ oder Aufnahmen aus speziellen Winkeln zu machen.

Bei einer Variante der Untersuchung wird die Aufnahme gemacht, während der radioaktive Stoff gespritzt wird. Diese Methode ermöglicht es, Blutzufuhr und Durchblutung der jeweiligen Bereiche einzuschätzen.

Abnormale Aktivitäten wie ein erhöhter Blutfluss zu den Knochen oder erhöhter Ab- oder Aufbau von Knochengewebe konzentriert den radioaktiven Stoff in größerem oder geringerem Umfang, als es normale Knochen tun. Bei Verdacht auf eine Knochenentzündung (Osteomyelitis) werden Aufnahmen gemacht, während der radioaktive Stoff gespritzt wird. So kann die Blutversorgung zu den Knochen dargestellt werden.

Wie zuverlässig ist die Untersuchung?

Der Test funktioniert bei Kindern besser als bei Erwachsenen, um Veränderungen im Skelett abzubilden. Frühere Knochenerkrankungen und Heilungen werden bei einer Skelettszintigrafie nachgewiesen, lange bevor sie im Röntgen sichtbar sind. Bei einer Osteomyelitis können Veränderungen bereits nach 2 bis 3 Tagen nachgewiesen werden, es kann jedoch 10 bis 14 Tage dauern, bevor die Veränderungen im Röntgen sichtbar sind. Das Verfahren ist empfindlich und zeigt krankhafte Veränderungen. Es ist aber recht unspezifisch und kann häufig keine genaue Antwort auf die Frage geben, was die Ursache ist. In diesem Fall ist es erforderlich, andere Untersuchungen wie Röntgen, CT und MRT durchzuführen.

Patientenvorbereitungen

Für die Untersuchung sind keine Vorbereitungen erforderlich. In der Wartezeit, nachdem die Spritze gesetzt wurde, können Sie sich normal bewegen. Sie sollten viel trinken und vor der Untersuchung die Blase entleeren.

Weitere Informationen

Autoren

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Szintigrafie, Skelett. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin. Skelettszintigraphie. AWMF- Leitlinie Nr. 031-022, Stand 1.4.2013. www.awmf.org
  2. Hillner BE, Siegel BA, Hanna L, et al. Impact of 18F-fluoride PET in patients with known prostate cancer: initial results from the National Oncologic PET Registry. J Nucl Med 2014; 55:574. PubMed
  3. Arbeitsgruppe „Orientierungshilfe Radiologie“ der Bundesfachgruppe Radiologie der Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Röntgengesellschaft. Orientierungshilfe Radiologie, 4. Auflage. Wien 2011. orientierungshilfe.vbdo.at
  4. Strahlenschutzkommission SSK. Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen, Bonn 2011. www.ssk.de