Knochendichtemessung

Die Knochendichte ist ein Maß für die Festigkeit des Knochens und damit den Grad einer eventuell bestehenden Osteoporose. Bei der Knochendichtemessung wird die Dichte bzw. der Mineralgehalt des Knochens bestimmt. Dazu werden verschiedene Röntgenverfahren eingesetzt.

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Knochendichte – Was ist das?


Die Knochendichte ist ein Maß für den Grad der Osteoporose. Bei der Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) wird die Dichte bzw. der Mineralgehalt des Knochens bestimmt. Dazu werden verschiedene Röntgenverfahren eingesetzt. Das wichtigste und empfohlene Verfahren heißt DXA (Dual-Röntgen-Absorptiometrie). Die Knochendichte zu messen, ist grundsätzlich sinnvoll, weil sich das menschliche Skelett im Laufe der Zeit verändert. Die Knochendichte ist im Alter von 20 bis 30 Jahren am höchsten; wenn wir älter werden, nimmt der Kalkgehalt (Kalziumgehalt) der Knochen ab, d.h. sie verlieren an Festigkeit, was als Osteoporose bezeichnet wird. Als Folge brechen Knochen eher auch schon bei leichten Unfällen; Wirbelkörper können sogar langsam in sich zusammensacken, ohne dass ein Sturz oder Ähnliches vorausging. Gerade im Alter erhöht sich also das Osteoporoserisiko, wobei Frauen grundsätzlich ein höheres Risiko als Männer tragen.

Wie läuft die Knochendichtemessung ab?

Beim DXA-Verfahren werden die Hüfte und die Lendenwirbelsäule geröntgt. Dabei werden Aufnahmen von einem bestimmten Bereich des Knochens angefertigt und die Gesamtkalziummenge innerhalb dieses Bereichs bestimmt.

Während der Untersuchung, die bis zu 20 Minuten dauern kann, müssen Sie ruhig liegen. Mithilfe der Röntgenstrahlung lässt sich der Mineralgehalt des Hüftknochens und der Wirbelkörper je Flächeneinheit (g/cm2) ermitteln. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge liefert dieses Verfahren zuverlässigere Ergebnisse als andere bisher übliche Verfahren. Zudem ist es nur mit einer geringen Strahlenbelastung, keinerlei Schmerzen oder Unwohlsein und relativ geringen Kosten verbunden.

Grundsätzlich lassen sich auch an der Hand oder Ferse Aufnahmen zur Messung der Knochendichte anfertigen; die Beurteilung der Knochendichte an diesen Stellen ist jedoch weniger genau als die DXA an den oben genannten Knochen.

Es gibt auch noch andere Messverfahren, bei denen CT, MRT oder Ultraschall eingesetzt werden. Das DXA-Verfahren ist jedoch die bevorzugte Methode.

Ab wann ist die Knochendichte reduziert?

Um Aussagen darüber treffen zu können, ob Ihre gemessene Knochendichte normal ist oder nicht, wird diese mit der Knochendichte junger, gesunder Personen gleichen Geschlechts verglichen. In jungen Jahren ist die Knochendichte nämlich am höchsten. Wenn Ihre Knochendichte deutlich unter diesen Vergleichswerten liegt, spricht die Messung für eine Osteoporose. Doch selbst wenn bei der Untersuchung herauskommen sollte, dass Sie Osteoporose haben, muss sie bei Ihnen nicht unbedingt auch zu Beschwerden führen. Das Risiko von Knochenbrüchen aufgrund von Osteoporose ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Es spielen hierfür neben erblichen Faktoren auch Ernährung und andere Parameter des Lebensstils eine Rolle. Mangel an Kalzium und Vitamin D (z.B. wegen unausgewogener Ernährung), wenig körperliche Bewegung oder Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum erhöhen wahrscheinlich das Risiko für eine Osteoporose.

Wie hoch das Risiko für einen Knochenbruch bei Ihnen persönlich ist, können Experten anhand der Knochendichte in Kombination mit zahlreichen anderen Faktoren mithilfe spezieller Modelle beurteilen.

Wann wird die Knochendichte gemessen?

Routinemäßige Messungen der Knochendichte werden nicht empfohlen, da der Nutzen der Messergebnisse in solchen Fällen zweifelhaft ist. Die Untersuchung sollte nur dann durchgeführt werden, wenn das Ergebnis auch tatsächlich Auswirkungen in Bezug auf die Behandlung oder vorbeugende Maßnahmen hätte.

Eine Knochendichtemessung wird zum Beispiel bei (älteren) Personen empfohlen, die eine sogenannte Niedrigenergie-Fraktur erlitten haben. Niedrigenergie-Frakturen sind Knochenbrüche, die infolge einer relativ leichten Krafteinwirkung entstanden sind. Außerdem werden regelmäßige Knochendichtemessungen bei Personen empfohlen, bei denen aufgrund bestimmter Erkrankungen oder der Anwendung bestimmter Medikamente ein erhöhtes Osteoporoserisiko besteht. In Bezug auf Medikamente spielt hier besonders eine bestehende oder geplante Therapie mit Glukokortikoiden (Kortison) für länger als 3 Monate eine Rolle. Daneben gibt es weitere Gründe für eine Knochendichtemessung, etwa bei Personen, die besonders häufig stürzen oder im Falle einer deutlichen Unterernährung bzw. eines sehr niedrigen Body-Mass-Index als Zeichen für Untergewicht.

Regelmäßige Knochendichtemessungen werden zudem bei Patienten durchgeführt, die wegen einer Osteoporose behandelt werden, um so die Wirkung der Behandlung beurteilen zu können.

Patientenvorbereitung

Für die Untersuchung müssen Sie keine besonderen Vorbereitungen treffen. Tragen Sie möglichst Kleidung ohne Metallteile. Die Messung ist nicht mit Schmerzen oder Unwohlsein und nur mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden.

Weiterführende Informationen

Illustrationen

Bruchstelle bei Osteoporose
Häufige Bruchstellen bei Osteoporose

Quellen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Knochendichtemessung. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. The WHO study group on osteoporosis. Assessment of fracture risk and its application to screening for postmenopausal osteoporosis. Geneva: WHO, 1994.
  2. Marshall D, Johnell O, Wedel H. Meta-analysis of how well measures of bone mineral density predict occurrence of osteoporotic fractures. BMJ 1996;312: 1254-9. British Medical Journal