Röntgen der Speiseröhre

Beim Röntgen der Speiseröhre handelt es sich um eine Untersuchung mit Kontrastmittel, bei der normalerweise eine bariumhaltige Flüssigkeit und unter Umständen ein Brausepulver zum Einsatz kommt. Barium ist eine Substanz, die auf Röntgenbildern sichtbar wird.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Speiseröhre

Über die Speiseröhre (Ösophagus) wird die Nahrung vom Mund und Hals durch die Brust in den Magen transportiert. Die Speiseröhre ist ein elastischer Kanal. Die Muskulatur in der Wand der Speiseröhre „schiebt“ die Nahrung mithilfe einer wellenförmigen Muskelbewegung (Peristaltik) nach unten. Die Peristaltik beginnt oben und setzt sich nach unten bis zum untersten Teil der Speiseröhre fort, was zum Beispiel dann hilfreich ist, wenn man im Liegen isst oder trinkt. Am Übergang in den Magen befindet sich ein Schließmuskel, der verhindert, dass der Inhalt des Magens in die Speiseröhre zurückschwappt. Da die Speiseröhre lediglich aus Weichteilgewebe besteht, muss Kontrastmittel eingesetzt werden, um die Speiseröhre im Röntgenbild darstellen zu können.

Was ist das Röntgen der Speiseröhre?

Beim Röntgen der Speiseröhre handelt es sich um eine Untersuchung mit Kontrastmittel, bei der normalerweise eine bariumhaltige Flüssigkeit und unter Umständen ein Brausepulver zum Einsatz kommt. Barium ist eine Substanz, die auf Röntgenbildern sichtbar wird. Beim Trinken des Kontrastmittelbreis wird die Passage durch die Speiseröhre auf einem Monitor verfolgt. Die Untersuchung erfolgt oft im Rahmen einer größeren Untersuchung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm.

Bei einem normalen Befund stellt sich die Speiseröhre glatt, ohne Tumoren und mit längs verlaufenden Schleimhautfalten dar (siehe Abbildung). Es ist zu sehen, wo die Hauptschlagader und der linke Hauptbronchus die Speiseröhre überkreuzen. Bei der Durchleuchtung können die Peristaltikwellen beobachtet werden, also die temporären Kontraktionen der Speiseröhre.

Die Untersuchung erfolgt vor allem zur Untersuchung von Schluckbeschwerden.

Wann wird ein Röntgen der Speiseröhre durchgeführt?

Die Untersuchung erfolgt beim Verdacht auf Erkrankungen der Speiseröhre, häufig wird aber einer endoskopischen Untersuchung der Vorzug gegeben. Manchmal erfolgt die Röntgenuntersuchung nach einer Endoskopie mit oder ohne Befund. Häufig wird das Röntgen bei Schluckbeschwerden und einem Verdacht auf Störungen der Peristaltik durchgeführt. Das Gleiche gilt für den Verdacht, dass sich ein Fremdkörper in der Speiseröhre festgesetzt hat, z. B. ein Knochen oder eine Gräte. Andere Gründe für die Durchführung von Röntgenaufnahmen sind eine Perforation der Speiseröhre oder eine Fistelbildung, eine Art Kanal aus der Speiseröhre hinaus, z. B. bei Krebserkrankungen oder bei Morbus Crohn. Nach Operationen an der Speiseröhre wird das Ergebnis mit Röntgenaufnahmen kontrolliert.

Patientenvorbereitungen

Sie dürfen vier Stunden vor der Untersuchung nichts mehr essen und trinken. Wichtige Medikamente dürfen Sie mit ein wenig Wasser einnehmen.

Die Untersuchung

Die Art der Durchführung kann von Röntgenabteilung zu Röntgenabteilung variieren. Die Informationen, die Sie dort erhalten, wo Sie untersucht werden, sind für Sie gültig. In den meisten Fällen verläuft die Untersuchung so ab wie unten erklärt.

Sie werden im Stehen, möglicherweise im Sitzen, und/oder in verschiedenen Positionen liegend untersucht. Sie schlucken einen Kontrastmittelbrei und möglicherweise ein Brausepulver unter Durchleuchtung und Bildaufnahme. Das Brausepulver bildet ein Gas (Kohlendioxid), das im Körper gehalten werden muss. Daher müssen Sie ein mögliches Bedürfnis, aufzustoßen, unterdrücken. Es ist wichtig, dass Sie die Anweisungen, die Sie erhalten, sorgfältig einhalten, da die Koordination zwischen Schlucken und Bildaufnahme sehr wichtig ist. Wenn die Untersuchung erfolgreich sein soll, müssen Sie gut mitarbeiten. Um unscharfe Bilder zu vermeiden, ist es vorteilhaft, wenn Sie während der Bildaufnahme den Atem anhalten. Metallische Gegenstände wie Schmuck und Knöpfe müssen abgelegt werden.

Beim Verdacht, dass sich ein Fremdkörper weit oben in der Speiseröhre oder im unteren Teil des Rachens festgesetzt hat, wird eher eine Laryngoskopie als eine Röntgenaufnahme empfohlen. Es erfolgt eine Übersichtsaufnahme, um den Bereich auf strahlenundurchlässige Fremdkörper zu überprüfen. Beim Verdacht auf eine festsitzende Fischgräte oder Ähnliches schlucken die Patienten einen Wattebausch, der mit Kontrastmittel getränkt ist, um zu erkennen, ob dieser am Fremdkörper hängen bleibt.

Welche Befunde können sich ergeben?

Bei einem Röntgen der Speiseröhre können viele Veränderungen und Erkrankungen erfasst werden. Zu den häufigsten und wichtigsten Erkrankungen der Speiseröhre gehören Einengungen der Speiseröhre, sogenannte Strikturen, die verschiedene Ursachen haben können. Wenn eine solche Striktur im unteren Teil der Speiseröhre gefunden wird, ist die Ursache fast immer eine lang anhaltende Verätzung durch Magensäure, die in diesen Teil der Speiseröhre aufgestiegen ist (Ösophagitis durch gastroösophageale Refluxkrankheit). Bei Personen, die Säure oder Lauge verschluckt haben, kann es zu längs verlaufenden Narben kommen, die über einen längeren Zeitraum schrumpfen und die Speiseröhre nach und nach verengen. Der Grund für Strikturen können auch Strahlenschäden nach einer Bestrahlung der Brust sein. Bei jüngeren Menschen kann die Erkrankung Achalasie vorkommen, bei der der untere Teil der Speiseröhre verengt und der Teil darüber erweitert ist. Bei einem Tumor aufgrund einer Krebserkrankung ist der gesamte Umfang der Speiseröhre verändert, der Kanal ist über eine Partie von mehreren Zentimetern unregelmäßig und es ist deutlich eine Raumforderung zu sehen. Eine CT liefert bessere Bilder des Tumors und seines möglichen Einwachsens in die benachbarten Organe sowie einer möglichen Ausbreitung in die Lymphknoten, die Leber oder die Lunge.

Weitere Untersuchungen bei Befunden in der Speiseröhre sind in der Regel eine Endoskopie, CT oder MRT.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Røntgen av øsofagus. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Johns Hopkins Medicine. Barium swallow. Accessed July 4, 2014.