Röntgen des Skeletts

Die Röntgenuntersuchung des Skeletts dient dazu, Verletzungen oder Erkrankungen des Knochengewebes zu erkennen. Die Untersuchung ist dabei normalerweise auf bestimmte Knochen oder Gelenke ausgerichtet.

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Skelettröntgen – Was ist das?

Röntgenaufnahme eines Kniegelenks

Das Röntgen des Skeletts beinhaltet die Untersuchung bestimmter Knochen, Knochengruppen oder Gelenke. Die Knochen des Körpers haben folgende Funktionen:

  • Sie bilden das Gerüst des Körpers und ermöglichen Bewegungen.
  • Sie schützen darunter liegende Gewebe und Organe.
  • Sie enthalten das Knochenmark, das die Blutzellen bildet.
  • Sie dienen als Depot für Kalzium (Kalk).

Das Knochengewebe kann auf Röntgenbildern deutlich abgebildet werden. Die Weichteile rund um das Knochengewebe sind als Schatten unterschiedlicher Dichte zu sehen, und Schwellungen und Verkalkungen sind ebenfalls erkennbar. Knorpel, Bänder und Sehnen lassen sich auf Röntgenaufnahmen dagegen nicht darstellen.

Wann wird eine Röntgenuntersuchung des Skeletts durchgeführt?

Die Röntgenuntersuchung des Skeletts dient dazu, Verletzungen oder Erkrankungen des Knochengewebes zu erkennen. Die Untersuchung ist dabei normalerweise auf bestimmte Knochen oder Gelenke (z.B. das Kniegelenk wie in der Abbildung oben) ausgerichtet.

Auf einer unauffälligen Röntgenaufnahme sind weder Veränderungen des Knochengewebes noch des Weichteilgewebes zu erkennen.

Vorbereitung

Es sind keine Vorbereitungen erforderlich.

Die Untersuchung

Um Röntgenaufnahmen von guter Qualität anfertigen zu können, muss der abgebildete Bereich still gehalten werden. In der Regel sind Aufnahmen aus mindestens zwei Richtungen notwendig, um den Knochen so darzustellen, dass der Arzt eine Diagnose stellen kann. Meist werden diese Aufnahmen im rechten Winkel zueinander angefertigt – für gewöhnlich von vorn bzw. hinten und von der Seite (siehe unten: Ellenbogen von vorn und von der Seite). Werden umfassendere Informationen über einen Knochen benötigt, können weitere Aufnahmen erfolgen, z. B. Schrägaufnahmen.

Bei der Untersuchung werden Sie und das Röntgengerät so platziert, dass die gewünschten Aufnahmen von den jeweiligen Knochen- oder Gelenkstrukturen angefertigt werden können. Ob Sie stehen, sitzen oder liegen, hängt also vom betroffenen Körperteil ab. Metallische Gegenstände, die auf dem Röntgenbild sichtbar wären und die Auswertung stören würden, sind zuvor zu entfernen. Während die Aufnahmen angefertigt werden, müssen Sie Ihren Körper ruhig halten, damit die Bilder nicht unscharf werden.

Vorsichtsmaßnahmen

Falls Sie schwanger sind, sollten Sie nach Möglichkeit nicht geröntgt werden. Entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt, ob die Untersuchung warten kann. Die Dosis an Röntgenstrahlen ist bei den heute üblichen Geräten sehr gering; dennoch birgt jede Strahlendosis ein gewisses Risiko für spätere Krebserkrankungen. In einem Röntgenpass können Sie notieren, wie vielen Röntgenaufnahmen Sie sich im Laufe Ihres Lebens unterziehen, um hier einen Überblick zu behalten.

Welche Befunde sind möglich?

Die Röntgenuntersuchung von Knochengewebe kann eine Reihe von Befunden ergeben. Häufige Befunde sind:

  • Frakturen und Abrisse von Knochen
  • Allgemein verminderte Knochendichte aufgrund von Osteoporose
  • Lokal begrenzte Bereiche mit verminderter oder erhöhter Knochendichte, was auf eine Krebserkrankung hindeuten kann
  • Veränderungen der Knochenhaut, die Zeichen einer frischen Verletzung oder eines aus sonstigen Gründen reparierten Knochens sein können
  • Veränderte Struktur des Knochengewebes oder Form des Knochens als Hinweis auf z.B. angeborene Knochenerkrankungen

Außerdem können durch die Röntgenuntersuchung u. a. Knochenzysten, Knochentumoren (sowohl gutartige als auch bösartige), Knochenentzündungen (Osteomyelitis) sowie Veränderungen aufgrund von Störungen des Kalziumstoffwechsels oder bestimmten Erkrankungen des Bluts erkannt werden.

Weiterführende Informationen

Illustrationen

Quellen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Röntgen, Skelett. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Arbeitsgruppe „Orientierungshilfe Radiologie“ der Bundesfachgruppe Radiologie der Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Röntgengesellschaft. Orientierungshilfe Radiologie, 4. Auflage. Wien 2011. orientierungshilfe.vbdo.at
  2. Bundesministerium der Justiz (Deutschland). Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen (Röntgenverordnung). www.gesetze-im-internet.de
  3. Strahlenschutzkommission SSK. Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen, Bonn 2011. www.ssk.de