Röntgenübersicht der Bauchhöhle

Die Röntgenübersicht der Bauchhöhle wird ohne den Einsatz eines Kontrastmittels vorgenommen. Die Untersuchung wird als diagnostisches Hilfsmittel bei akuten Erkrankungen der Bauchhöhle eingesetzt.

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"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

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Bauchhöhle

Innere Organe und Milz.jpg
Organe in der Bauchhöhle

Die Bauchhöhle besteht aus vielen Organen. Die größten sind der Magen, der Zwölffingerdarm, der Dünndarm, der Dickdarm, die Leber, die Milz, die Bauchspeicheldrüse, die Nieren, die Harnwege und die Blase. Alle diese Organe bestehen aus sogenanntem Weichgewebe, sodass keines dieser Organe detailliert auf Röntgenaufnahmen ohne Kontrast dargestellt werden kann. Dennoch können Überblicksaufnahmen der Bauchhöhle nützliche Informationen bieten, da die Luft und möglicher Stuhl im Darm aufschlussreich sein können.

Der Flüssigkeitsspiegel ist ein Phänomen, das der Radiologe sorgfältig untersucht. Es handelt sich um einen Darmabschnitt, der sowohl mit Luft als auch mit Flüssigkeit gefüllt ist. Es lassen sich mit Flüssigkeit gefüllte Flächen abbilden, die auf den Aufnahmen durch eine horizontal genommene Strahlenrichtung gesehen werden können.

Was bedeutet eine Röntgenaufnahme der Bauchhöhle?

Es handelt sich um Röntgenübersichtsaufnahmen von der Bauchhöhle, die ohne den Einsatz von Kontrastmitteln erstellt werden. Die Untersuchung wird als diagnostisches Hilfsmittel bei akuten Erkrankungen der Bauchhöhle, wie Nierensteine, einer akuten Verstopfung des Verdauungstraktes, bei Raumforderungen oder eingerissenen Organe eingesetzt. Die Röntgenaufnahme der Bauchhöhle ist oft eine Voruntersuchung für eine umfassendere Untersuchung. Sie gibt auch Informationen über Größe, Form und Position von Leber, Milz und Nieren.

Bei einer allgemeinen Untersuchung werden normale Organe nachgewiesen. Es wird etwas Luft im Magen und im Dickdarm zu sehen sein. Der Zwölffingerdarm enthält auch häufig Luft und Flüssigkeit. Der Dünndarm kann etwas Luft enthalten. Ein geringer Flüssigkeitsspiegel im Dünn- und Dickdarm kann normal sein. Es sollte keine Luft in der Bauchhöhle außerhalb des Gastrointestinaltrakts sein, aber wenn irgendwo Löcher im Verdauungstrakt sind, z. B. im Magen, kann freie Luft nachgewiesen werden, die ein Anzeichen für eine schwere Erkrankung sein können. Es besteht die Gefahr für die Entwicklung einer Bauchfellentzündung (Peritonitis), die lebensbedrohlich sein kann.

Indikationen

Die Untersuchung wird bei akuten Bauchbeschwerden unbekannter Ursache durchgeführt. Bei akuten Bauchverletzungen sind eine CT oder ein Ultraschall die besseren Alternativen.

Die Untersuchung

Die Untersuchung erfordert keine spezielle Vorbereitung. Wird nach der Ursache der freien Luft gesucht, sollte der Patient fünf Minuten vor der Untersuchung auf der linken Seite liegen, sodass die Luft in die rechte Flanke aufsteigen kann, wo sie am leichtesten zu erkennen ist. Freie Luft kann übersehen werden, wenn keine Aufnahmen vom stehenden oder vorzugsweise auf der linken Seite liegenden Patienten genommen werden.

Die Bilder werden in liegender oder stehender Position aufgenommen. Aufnahmen im Stehen und Aufnahmen vom auf der Seite liegenden Patienten erfolgen mit horizontalen Röntgenstrahlen, um einen Flüssigkeitsspiegel oder freie Luft in der Bauchhöhle zu erkennen. Um unscharfe Aufnahmen zu vermeiden, ist es vorteilhaft, wenn der Patient während der Bildaufnahme den Atem anhält. Der Patient muss während der Untersuchung ruhig liegen können. Metallgegenstände wie Knöpfe, Reißverschlüsse, Gürtel, Schmuck usw. müssen vor der Untersuchung abgelegt werden.

Welche Befunde können sich ergeben?

Der Flüssigkeitsspiegel ist anormal, wenn er in den erweiterten Darmschlingen gesehen wird und wenn er hoch ist. Ein anormal erweiterter Darm kann aufgrund einer Blockierung oder einer Lähmung des Darms, einer plötzlich gestoppten Blutzufuhr zu einem Teil des Darms oder einer schweren Darmentzündung auftreten. Es ist mitunter schwer festzustellen, welcher Teil des Darms betroffen ist. Gas außerhalb des Darmtraktes wird fast immer durch ein Loch im Verdauungstrakt oder nach einem operativen abdominalen Eingriff verursacht. Normalerweise dauert es etwa sieben Tage, bis die gesamte Luft nach einer Operation aus einem Erwachsenen entwichen ist, bei einem Kind dauert es ungefähr einen Tag. Manchmal ergeben sich erhöhte Mengen an Flüssigkeit in der Bauchhöhle selbst (Aszites), Kalkausscheidungen (z. B. Nierensteine) und andere weniger häufige Befunde.

Die weitere Untersuchung hängt vom Befund ab. Entsprechende Maßnahmen sind Kontrastuntersuchungen des Gastrointestinaltrakts, Ultraschall, CT, MRT, Szintigrafie, Endoskopie (Laparoskopie) oder das Öffnen des Abdomens (Laparotomie).

Weiterführende Informationen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Röntgen, Abdomenübersicht. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

 
  1. Fuchs HT, Donner MW. Gastrointestinaltrakt: Diagnostik mit bildgebenden Verfahren. Springer 2013. books.google.de