CT der Nieren und Harnwege

Allgemeine Informationen

CT allgemein

  • CT ist die Abkürzung für Computed Tomography, Computertomografie.
  • CT-Bilder werden mit dem gleichen Typ Röntgenstrahlen gemacht wie konventionelle Röntgenbilder
  • Die CT-Technik unterscheidet sich vom Röntgen dadurch, dass sich die Röntgenröhre und die Detektoren, die die Röntgenstrahlen aufnehmen, während der Aufnahme rund um den Patienten bewegen. Ein Computer verarbeitet die aufgezeichneten Informationen und rechnet Schnittbilder des Körpers aus. Gewöhnlich wird eine Reihe Schnittbilder quer zum Körper gemacht, aber die Bilder können in jedem Winkel betrachtet werden und aus den Daten können auch dreidimensionale Darstellungen einzelner Organe erstellt werden.
  • Der Vorteil dieser Methode ist, dass sehr kleine Abweichungen bei der Absorption der Röntgenstrahlen erfasst werden können, sodass Weichgewebe mit wenig Unterschied in der Röntgendichte oder unterschiedlichem Aufnahmevermögen von Kontrastflüssigkeit voneinander unterschieden werden können. Dank der dreidimensionalen Darstellungen liefert sie außerdem viel bessere anatomische Informationen.
  • Die Strahlenbelastung ist etwas höher als bei einer normalen Röntgenuntersuchung, aber das diagnostische Ergebnis ist meist viel besser. Bei modernen CT-Geräten ist die Strahlendosis im Vergleich zu älteren Geräten erheblich geringer.

CT der Nieren und Harnwege

  • Gibt in erster Linie anatomische Informationen, die funktionellen Informationen sind begrenzter als bei der Urografie.
  • Gibt eine gute Vorstellung von Tumoren und dem Retroperitonealraum.
  • Ist eine sensitive Methode, um Nierensteine nachzuweisen und um Traumata oder Infarkte zu beurteilen.

Normale Befunde

  • Das Nierenparenchym hat einen gleichmäßigen Umriss und eine normale Kontrastaufladung.
  • Nierenkelche und Nierenbecken sind nicht dilatiert, und das Nierenparenchym hat eine uniforme Breite.
  • Die Harnleiter erscheinen im Querschnitt als Punkte auf dem Psoasmuskel.
  • Die Harnblase hat eine gleichmäßige Kontur und dünne Wände.

Indikationen

  • Ist besonders geeignet:
    • um Nierensteine nachzuweisen (Niedrigdosisuntersuchung ohne Kontrastmittel).
    • um polyzystische Nierenerkrankung nachzuweisen.
    • für die Stadieneinteilung von Nierentumoren.
    • um Verletzungen der Harnwege oder angeborene Anomalien zu diagnostizieren oder auszuschließen.
    • um die Pathologie des Retroperitoneums zu zeigen.

Untersuchung

  • Spiral-CT
    • Der Patient wird kontinuierlich so durch das Strahlenfeld bewegt, dass die zirkulierende Bewegung der Röntgenquelle und der Detektoren die Aufzeichnungen in einer Spirale macht. Auf diese Weise werden die Informationen kontinuierlich gespeichert. Das bedeutet, dass größere Umgebungen in einer Runde in kürzerer Zeit gescannt werden können. Die Volumendaten werden so zur Generation von Schnittbildern und evtl. 3-D-Bildern benutzt.
    • Mehrschicht-CT
      • Spiral-CT mit mehreren Detektorreihen. Das Gerät kann größere und detailliertere Mengen in kürzerer Zeit aufzeichnen. Alle modernen CT-Geräte benutzen diese Technik
  • Mithilfe von Kontrastmittelinjektionen können Tumoren und Entzündungserkrankungen durch die Visualisierung von Blutversorgung und Gewebekonzentration festgestellt werden.
    • Evtl. kann das gleiche Organ in unterschiedlichen Kontrastphasen dargestellt werden (dynamisch).
  • Während das traditionelle Röntgen ein „flaches”, zweidimensionales Bild erstellt, auf denen Organe im vorderen Teil des Körpers über den Organen dahinter liegen, stellt das CT die Organe ohne Überlagerungen dar.

Vorgehen

  • Platzierung des Patienten
    • Der Patient wird liegend auf einem motorisierten Tisch untersucht, der den Patienten in eine ringförmige Öffnung schiebt.
    • Die Röntgenquelle (die Röntgenröhre) und die Detektoren bewegen sich um den Patienten herum, während die Bilder aufgenommen werden.
    • Die Bilder werden fast sofort auf dem Bildschirm angezeigt.
  • Der Patient darf sich nicht bewegen.
    • Um Unschärfe der Bilder zu vermeiden, muss der Patient normalerweise während der Bildaufnahme den Atem anhalten.
  • Kontrastmittel
    • In der Regel wird der Patient gebeten, bis zu 2 Stunden vor der Untersuchung eine spezielle Kontrastmittellösung (verdünntes Gastrografin) zu trinken.
    • Zusätzlich wird oft ein intravenöses Kontrastmittel verabreicht, um besser zwischen den verschiedenen Gewebetypen unterscheiden zu können.
  • Unbehagen
    • Viele Patienten verspüren ein warmes Gefühl im Körper, wenn das Kontrastmittel intravenös injiziert wird, einige reagieren mit Unwohlsein, Übelkeit und evtl. Erbrechen.
    • Wenn langsam und tief geatmet wird, können die Beschwerden gelindert werden.

Patientenvorbereitungen

  • Allgemeine Vorbereitungen
    • Erklären Sie den Zweck der Untersuchung und das Vorgehen.
    • Erklären Sie, dass klaustrophobische Reaktionen vorkommen können, aber dass die meisten Patienten bei der Untersuchung keine großen Beschwerden haben.
    • Ist die Patientin schwanger, muss die Indikation neu beurteilt und mit der Röntgenabteilung besprochen werden. Die direkte Bestrahlung des Embryos sollte vermieden werden.
    • Liegt eine bekannte, schwere Allergie oder Asthma vor, muss die Röntgenabteilung informiert werden, insbesondere bei bekannten Allergien gegen Röntgenkontrastmittel.
  • Besondere Vorbereitungen
    • Metallgegenstände wie Knöpfe, Reißverschlüsse, Gürtel, Schmuck usw. müssen aus dem Umgebung der Untersuchung entfernt werden.
    • Hat der Patient Diabetes? Nimmt er/sie in diesem Fall Metformin?
      • Wenn Kontrastmittel gegeben werden, wird Metformin am Untersuchungstag abgesetzt und die Nierenfunktion kontrolliert (Kreatinin).
    • Hat der Patient eine verringerte Nierenfunktion oder Myelomatose?
      • Bei Kontrastmitteluntersuchungen muss die Röntgenabteilung informiert werden.
      • Gute Hydrierung vor und nach der Untersuchung ist wichtig.
  • Fasten?
    • Normalerweise müssen die Patienten 4 Stunden vor der Untersuchung fasten, können aber klare Flüssigkeiten in moderaten Mengen trinken, bis evtl. orales Kontrastmittel verabreicht wird.
  • Medikamente?
    • Vor der Untersuchung können bei Bedarf schmerzstillende oder beruhigende Medikamente gegeben werden, um die Patienten zu beruhigen.

Auswertung anomaler Befunde

  • Obstruktion der Harnwege
    • Die Hauptursache sind Nierensteine, andere Ursachen sind Tumore, Strikturen oder Infektion, angeborene Erkrankungen, retroperitoneale Erkrankung, retroperitoneale Fibrose.
    • Eine niedrigdosierte CT ohne Kontrastmittel ist eine gute Methode, um Nierensteine nachzuweisen, und bei akuten Schmerzen oft die erste bilddiagnostische Untersuchung.
      • Der Ultraschall weist im späteren Verlauf eine Hydronephrose nach, aber selten das Konkrement direkt.
      • Urografie kann benutzt werden, um die Funktion zu beurteilen, wird aber heutzutage selten als Primäruntersuchung genutzt.
    • Die CT visualisiert einen evtl. Tumor als Ursache besser als eine Urografie.
  • Nierenarterienstenose
    • Kann auf einer CT- oder MRT-Angiografie festgestellt werden. Nierengröße und Parenchym können auch beurteilt werden.
    • Ultraschall mit Doppler ist eine Alternative bei Nierenversagen, aber ist technisch aufwendiger und wird nicht überall angeboten. MRT-Angiografie ohne Kontrastmittel kann auch verwendet werden.
    • Eine konventionelle Angiografie kann mit einer geringeren Kontrastmitteldosis durchgeführt werden als eine CT, wird aber hauptsächlich verwendet, wenn eine gleichzeitige Behandlung (Blockage oder Stenting) wahrscheinlich ist.
  • Tumor oder Verdichtung in der Niere
    • CT differenziert Zysten von Tumoren.
      • Es kann notwendig sein, eine CT sowohl ohne als auch mit Kontrastmittel durchzuführen, um fehlende Kontrastmittelaufladung zu zeigen
    • Das Nierenzellkarzinom ist annähernd sphärisch, evtl. lobulär.
    • Die CT-Diagnose ist gewöhnlich so sicher, dass eine Biopsie nicht nötig ist.
    • Die Stadieneinteilung basiert darauf, ob die CT direkte Einwucherungen in das umliegende Gewebe zeigt, ob drainierende Lymphknoten im Retroperitoneum vergrößert sind, ob Fernmetastasen vorliegen und ob Tumoren in der Nierenvene oder evtl. in der Vena cava inferior vorliegen.
    • Die MRT ist eine Alternativmethode.
  • Nierenzysten
    • CT mit oder ohne Kontrastmittel kann die Diagnose gewöhnlich entscheiden, aber Ultraschall ist in der Regel eine genauso gute Untersuchung.
  • Urothelkarzinom
    • Kann durch CT identifiziert werden.
    • Bilder in der späten Kontrastphase sind nützlich.
  • Renale oder perirenale Abszesse
    • Gewöhnliches Röntgen ist zur Diagnosestellung wenig geeignet.
    • Ultraschall, CT oder MRT sind die besten Untersuchungen.
  • Nierenverletzungen oder -traumata
    • Die Nieren und die Milz sind die inneren abdominellen Organe, die am häufigsten verletzt werden.
    • Früher war die Urografie die bevorzugte Untersuchung, aber eine CT gibt eine bessere Übersicht über Parenchymverletzungen und stellt auch Urinlecks gut dar.
    • CT hat den Vorteil, dass gleichzeitig auch Verletzungen an anderen Organen untersucht werden können.

Harnblase

  • Tumoren
    • Die Harnblase ist die häufigste Lokalisation für Neoplasien in den Harnwegen.
    • Tumoren haben unterschiedliche Formen.
    • Sie erscheinen als Fülldefekte in der Harnblase oder bei der Infiltration in umliegendes Gewebe.
    • Ultraschall, Urografie, Zystografie, CT oder MRT können Blasentumoren nachweisen.
      • CT oder MRT werden benutzt, um den Grad der Ausbreitung abzuklären.
      • Keine Bildmethode kann mit Sicherheit die Tiefe der Infiltration in die Muskelschichten der Harnblase beurteilen.
    • Die Zystoskopie ermöglicht es, den Tumor direkt zu inspizieren und Biopsien zu entnehmen und wird daher bei Verdacht auf einen Blasentumor bevorzugt.
  • Blasendivertikel
    • Werden in der Regel durch Urografie oder Zystografie nachgewiesen.
    • Werden auch bei Ultraschall, CT und MRT gezeigt.

Follow-up anomaler Befunde

  • Hängt von den Befunden ab.
  • Angiografie, MRT, Zystoskopie / Urethroskopie, Ultraschall

Patienteninformationen

Patienteninformationen in Deximed

Quellen

Literatur

 
  • Johns Hopkins. Computed tomography (CT or CAT) scan of the kidney. April 19, 2015.

Autoren

  • Asbjørn Ødegård, overlege, Klinikk for bildediagnostikk, St. Olavs Hospital, Trondheim