Peak-Flow-Meter

Das Peak-Flow-Meter misst die Geschwindigkeit der ausgeatmeten Luft, den „Peak Expiratory Flow“. Es ist ein einfaches und praktisches Instrument für Asthmatiker, um die Atemfunktion zu beurteilen.

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Was ist ein Peak-Flow-Meter und warum sollten Sie es nutzen?

Ein Peak-Flow-Meter ist ein tragbares, handliches Gerät, das die Geschwindigkeit der Luft misst, die beim kräftigen Ausatmen aus der Lunge ausströmt. Der „Peak Expiratory Flow“ (exspiratorischer Spitzenfluss) wird in Liter pro Minute gemessen.

Asthmatiker haben angeschwollene und entzündete Schleimhäute in den Atemwegen. Bei einem Anfall verengen sich die Luftwege noch, sodass Luft beim Ein- und Ausatmen nur schwer strömen kann. Die Folge ist, dass der Betroffene nicht mehr so schnell ausatmen kann bzw. die Luft beim Ausatmen langsamer ausströmt: bei der Messung wird der Peak-Flow-Wert geringer ausfallen. Das Peak-Flow-Meter gibt so Aufschluss darüber, wie eng die Atemwege sind. Während eines Asthmaanfalls fällt der Peak-Flow-Wert besonders gering aus (bzw. kann bei einem etwas stärkeren Asthmanfall gar nicht mehr gemessen werden), aber schon einige Tage vorher kann der Wert fallen und so darauf hinweisen, dass sich der Zustand der Lunge langsam verschlechtert. Wenn Sie die Peak-Flow-Werte regelmäßig messen, können Sie Verschlechterungen feststellen und daraufhin die Dosierung der Medikamente gegebenenfalls erhöhen, um einen Anfall zu vermeiden. Wann Sie in solchen Situationen und wie Sie die Dosierung verändern können, wird Ihr Arzt genau erklären können.

Wenn Sie die Peak-Flow-Werte messen, können Sie auch leichter feststellen, auf welche Reize Sie reagieren, z. B. wenn die Werte nach dem Kontakt mit einer Katze oder einem Spaziergang im Park mit Pollenflug geringer ausfallen.

Für Asthmatiker, vor allem diejenigen mit starken Beschwerden, ist es hilfreich, sich ein Peak-Flow-Meter zu besorgen und regelmäßig die Atemfunktion zu messen. Insbesondere bei Kindern lohnt sich der Einsatz eines solchen Geräts, weil es für sie schwierig sein kann, die Symptome bei einer Verschlimmerung des Asthmas selbst wahrzunehmen. Kinder können ein Peak-Flow-Meter in der Regel ab einem Alter von 4 Jahren anwenden.

Wie funktioniert ein Peak-Flow-Meter?

Ein Peak-Flow-Meter zu benutzen, ist einfach. Sie sollten aufrecht stehen, wenn Sie messen. Das Gerät sollte auf Null eingestellt sein. Halten Sie es zur Messung in der Hand bereit. Danach atmen Sie tief ein und füllen die Lunge vollständig mit Luft. Umschließen Sie das Mundstück des Geräts mit Ihren Lippen, sodass die Luft an den Seiten nicht entweichen kann. Dann pusten Sie die Luft so kräftig und schnell wie möglich (in einem Zug) aus der Lunge in das Gerät. Das Ergebnis der Messung wird angezeigt. Notieren Sie den Wert und wiederholen Sie den Vorgang zweimal. Halten Sie das beste Ergebnis der Peak-Flow-Messungen in Ihrem Asthmatagebuch fest.

Verschiedene Personen haben unterschiedliche Peak-Flow-Werte. Es ist wichtig, den eigenen "persönlichen Rekord" zu kennen, damit die Messungen einen Nutzen haben. Mithilfe der Werte können Vergleiche gemacht und Schwankungen der Krankheit festgestellt werden, vor allem wenn der Zustand sich verschlechtert. Ihren persönlichen Rekord stellen Sie fest, indem Sie während einer Phase, in der das Asthma unter Kontrolle ist und kaum/wenige Symptome vorliegen, 2- bis 3-mal am Tag messen. Für den Arzt ist es auch wichtig zu wissen, ob Ihre Peak-Flow-Werte stark schwanken, also sehr unterschiedlich ausfallen. Anhand der Aufzeichnungen im Tagebuch lässt sich dies beim Arztbesuch beurteilen; entsprechend der Ergebnisse kann die Dosierung Ihrer Medikamente ggf. angepasst werden.

Nachdem Sie Ihren Bestwert herausgefunden haben, reicht es meist, wenn Sie nur noch einmal am Tag messen. Wenn der Peak-Flow-Wert unter 80 % des Bestwerts fällt, Sie Symptome haben, in Kontakt mit Stoffen kommen, gegen die Sie allergisch sind, oder wenn Sie erkältet sind, sollten Sie wieder häufiger messen.

Weitere Informationen

Asthma bei Kindern

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Spirometrie und PEF-Messung. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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